Klebstoff: Finde den passenden für dein Fügeproblem

21. April 2015

Welcher Klebstoff ist eigentlich für welche Anwendung geeignet? Dies ist wohl die am häufigsten gestellte Frage zur Klebetechnologie. Eine eindeutige Antwort ist oft schwierig, was nicht zuletzt an der schier unendlichen Auswahl an unterschiedlichen Klebstoffen und ihren unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten liegt.
Weit über tausend Klebstoffrezepturen und Formulierungen befinden sich im praktischen Einsatz. Die unterschiedliche Einordnung der Klebstoffe z. B. nach ihrer chemischen Zusammensetzung, nach ihren Klebeeigenschaften oder nach ihren Einsatzgebieten macht es ebenfalls nicht leicht, den richtigen Klebstoff für die eigene Anwendung zu finden. Kein Wunder, dass die Verwendung von Klebstoffen in der Praxis noch mit viel Unsicherheit betrachtet wird und es oft an Vertrauen in die Klebstoffe mangelt.

Den richtigen Klebstoff finden

Ist der zu verklebende Werkstoff hart, spröde und nicht verformbar wie Keramik oder Glas? Wie widerstandsfähig muss die Klebung gegenüber klimatischen Einflüssen sein? Bestehen besondere Anforderungen an den Brandschutz? Diese und weitere Kriterien haben einen unmittelbaren Einfluss auf die Auswahl eines geeigneten Klebers.
Grundsätzlich gilt: Ein guter Klebstoff allein reicht nicht aus, um stabile Klebungen herzustellen. Entscheidend ist die Kombination aus Klebstoff, fachgerechter Umsetzung des Klebverfahrens und der Oberflächenvorbehandlung der zu verklebenden Teile.

Anwendungsfälle: vier Beispiele

Neben der Einteilung der Klebstoffe in chemische Eigenschaften gibt es auch anwendungsbezogene Einteilungen. Anstatt Epoxid- und Polyurethanklebstoff heißt es dann z. B. Montagekleber oder Holzleim.
Diese Einteilung stellt insofern eine Erleichterung für den Anwender dar, da die Klebstoffe oft bereits im Namen schon den Anwendungsfall beschreiben. Viele Hersteller und Anbieter haben sich auf diese Unterteilung festgelegt. Für unsere Anwendungsbeispiele greifen wir ebenfalls auf diese Bezeichnungen zurück.

Metallverklebung

Anwendungsfall: Edelmetallplatten miteinander verkleben
Für die Verklebung kleiner Flächen empfiehlt sich die Anwendung von extrem festen Kraftklebern, die eine längere Aushärtungszeit (ca. 1 Stunde) aufweisen, damit die Metallteile exakt angepasst werden können. Edelstahlverbindungen werden häufig im Küchenbereich eingesetzt. Wichtig ist hier daher auch, dass der Kraftkleber spülbeständig ist.
Für die Verklebung großer Flächen sollten Sie einen leistungsstarken Montagekleber wählen. Diese Kleber gibt es in vielen unterschiedlichen Ausführungen. Zu ihnen gehören zum Beispiel verschiedene 1- oder 2-komponentige Klebstoffe auf Epoxidharz- oder Polyurethanbasis.
Für die Verklebung von Edelmetallplatten verwenden Sie am besten Montagekleber auf Epoxidharzbasis.

Holzverklebung

Anwendungsfall: Parkett- und Laminatverklebung
Bei der Verklebung von Holzfußböden besteht generell keine Notwendigkeit, lösungsmittelhaltige Klebstoffe zu verwenden. Auch die lösungsmittelfreien Produkte sind empfehlenswert. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch die Gesundheit.
Für die Auswahl des richtigen Produkts ist es wichtig zu prüfen, wie hoch die künftige Beanspruchung des Bodenbelags sein wird. Muss der Bodenbelag z. B. dynamischen Lasten wie Flurförderfahrzeugen standhalten?
Parkettverklebung
Für die Verklebung kleinerer Flächen gibt es spezielle Parkett- und Laminatleime, die ideal für die Verklebung geeignet sind. Sie sind wasserfest und sorgen für sichere und dauerhafte Verbindungen. Bei großen Flächen sollten Parkett-Flächenkleber eingesetzt werden, die wasserfrei sind und eine hohe Endfestigkeit aufweisen. Diese Klebstoffe führen zu einer weich elastischen Klebung und sorgen dafür, dass der Boden flexibel bleibt.

Kunststoffverklebung

Anwendungsfall: Verkleben von Gummi und Metall
Um Gummi und Metall dauerhaft miteinander zu verbinden, sind Sekundenkleber und Kraftkleber die richtige Wahl. Bei kleinen Flächen sorgen die extra starken und flexiblen Schnellklebstoffe für sichere Verbindungen. Bei großen Flächen kommen Kraftkleber zum Einsatz, die auch für senkrechte Verklebungen genutzt werden können.

Glasverklebung

Anwendungsfall: Werkstücke aus Glas miteinander verkleben
Normale Sekundenklebstoffe sind nicht für Glas geeignet. Es gibt jedoch spezielle Sekundenkleber, die für unsichtbare und feste Glasverbindungen sorgen. Aber auch Hochleistungskleber eignen sich für die Glasverklebung.
Für die großflächige Verklebung kann ein Kraftkleber genutzt werden. Dabei solltest du darauf achten, dass dieser glasklar aushärtet und vergilbungsfrei ist.
Quelle Titelbild: ©iStock.com/alexandrumagurean, Beitragsbild: ©iStock.com/ronstik
Unsere Serie zur Klebetechnologie
Teil 1: Wie sinnvoll ist Kleben als Verbindungstechnologie?
Teil 2: So findest du den passenden Klebstoff für dein Fügeproblem
Teil 3: Klebstofflexikon: die wichtigsten Klebstoffe im Überblick

HAND-DRAUF-Redaktion

Von Werkzeug bis Unternehmensführung: Mit unseren Ratgebern wollen wir Handwerkern Antworten auf viele Fragen geben.

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