Was ist Pneumatik?

4. Januar 2021

Zum Glück müssen wir uns nicht mehr auf unsere eigene Muskelkraft verlassen, um schwere Gegenstände zu heben oder große Maschinen zu bewegen. Verschiedene Techniken zur Kraft- und Energieübertragung helfen uns, vielfältige Aufgaben ohne nennenswerte Anstrengung zu erledigen. Eine davon ist die Pneumatik.

Wie die Hydraulik bezeichnet auch die Pneumatik technische Anwendungen, die uns helfen, Arbeit zu verrichten. Der Unterschied zwischen den beiden Formen der Kraftübertragung: Die Hydraulik arbeitet mit Flüssigkeiten, während bei der Pneumatik Druckluft eingesetzt wird.

Wie funktioniert die Pneumatik in der Praxis?

Um mit Pneumatik arbeiten zu können, wird eine Druckluftanlage (ein sogenannter Kompressor) benötigt. Diese saugt Außenluft an, komprimiert sie, reinigt sie dann von Schmutz- und Staubpartikeln und speichert sie anschließend als Druckluft oder führt sie ihrem Bestimmungsort zu.

Pneumatik wird in vielen verschiedenen Anwendungsbereichen eingesetzt – zum Beispiel als Antrieb für Werkzeuge und Maschinen, zur Reinigung von Oberflächen, zum Auftragen und Zerstäuben verschiedener Stoffe mit Spritz- und Sprühpistolen oder zur Oberflächenbehandlung mit Sandstrahlern. Auch ein großer Teil der Handwerksbetriebe arbeitet mit Druckluft.

Beispiele für Druckluftgeräte im Handwerk:

  • Lackier- und Farbspritzpistolen
  • Klammer-, Nagel- und Nietgeräte
  • Druckluftschrauber, -Schleifer und -Bohrmaschinen
  • Wagenheber

Die Vorteile der Pneumatik

  • Einfach verfügbar und überall anwendbar: Ausgeschlossen, dass Druckluftgeräten mal die Luft ausgeht – Luft ist schließlich immer und überall verfügbar und kann als Druckluft in Leitungen auch über weitere Entfernungen transportiert werden. Genau diesen Vorteil machen sich zum Beispiel Rohrpostanlagen zunutze.
  • Sauber und sicher: Pneumatik ist temperaturunabhängig und dadurch selbst unter extremer Hitze einsetzbar. Außerdem ist Druckluft explosions- und brandsicher. Da nur mit Luft gearbeitet wird, können bei undichten Leitungen oder Werkzeugen auch keine Flüssigkeiten austreten, die die Umgebung verschmutzen.
  • Einfach speicher- und abrufbar: Der Kompressor in Druckluftbehältern kann Luft unter konstantem Druck langfristig speichern. So kann die Druckluft immer dann abgerufen werden, wenn sie benötigt wird.
  • Schnell und präzise: Die Pneumatik arbeitet etwa viermal so schnell wie die Hydraulik – Strömungsgeschwindigkeiten von mehr als 20 Meter pro Sekunde sind möglich. Je nach Einsatz lässt sich die Druckluft stufenlos regeln und so besonders präzise einsetzen.

So hilfreich die Drucklufttechnik im Alltag ist, einen Nachteil hat sie auch: Ihr niedriger Wirkungsgrad macht sie sehr teuer. Nur etwa 20 Prozent der im Kompressor eingesetzten elektrischen Energie wird am Druckluftwerkzeug in mechanische Arbeit umgewandelt. Je nach Laufzeit der Kompressoren machen die Energiekosten 60 bis 80 Prozent der Gesamtkosten aus. Es gibt jedoch auch nicht zu unterschätzende Einsparpotanziale im Umgang mit Druckluftgeräten.

Einsparpotenziale bei Druckluftgeräten

Schon ein kleines Leck erhöht den Energieverbrauch einer Druckluftanlage deutlich – deshalb ist eine sorgsame Pflege und regelmäßige Untersuchung und Wartung des Gerätes besonders wichtig. Auch ein zu hoher Betriebsdruck in der Druckluftanlage kostet Geld: Jedes Bar zu hoher Verdichtung erfordert 6 bis 10 Prozent mehr Antriebsenergie im Kompressor. Es lohnt sich also, auf die richtige Einstellung zu achten. Ist das Druckluftgerät zu niedrig eingestellt, dauern Arbeiten deutlich länger. Das führt zu entsprechend höheren Personalkosten. Ein effizienter und überlegter Umgang mit Druckluft kann also nicht nur viel Energie sparen, sondern auch Kosten senken.

Christina

Christina ist Texterin und Branding-Strategin und unterstützt Start-ups dabei, in ihrer Kommunikation den Nagel auf den Kopf zu treffen.

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