Vom kleinsten Kanu bis zur größten Yacht: Wer sein Boot liebt, gibt es regelmäßig in die Hände von Bootsbauern. Sie kümmern sich um die Instandhaltung der von Wasser und Wetter gebeutelten Gefährten und erhalten sie mitunter bis in alle Ewigkeit. Wir sprachen mit angehenden Bootsbauern über ihre Leidenschaft für Holz und Wasser.

Auf die Frage, ob Bootsbauer spezielle Typen seien, brechen Lara, Etta und Timo in lautes Gelächter aus. »Ich würde sagen sehr speziell.«, druckst Lara und fügt hinzu: »Bootsbauer sind individuell und auch sehr idealistisch.« Wie ihre beiden Kollegen macht Lara zurzeit eine Ausbildung im Bereich Bootsbauerei, Fachrichtung Neu-, Aus- und Umbau. Die jungen Holzhandwerker beschreiben, wie die Bootsbauer-Auszubildenden zum Blockunterricht aus ganz Deutschland an die Berufsschule in Travemünde kommen. Für kurze Zeit leben alle zusammen in einem kleinen Camp aus Zelten und Bussen. »Die Bootsbauer-Community ist klein. Es gibt nur drei Berufsschulen in Deutschland – man kennt sich einfach und hat schnell ein großes Netzwerk«, erklärt Etta.

Wenig Maschinen, viel Handarbeit

Wenn sie nicht gerade in Travemünde sind, arbeiten die drei Auszubildenden bei der Bootsbaubetrieb Welkisch im Berliner Norden. Direkt am Pichelsee gelegen kümmert sich die Werft mit insgesamt 13 Mitarbeitern um die Holzboote ihrer Kundschaft. Die Handwerker gehen mit den nicht selten über hundert Jahre alten Booten buchstäblich auf Tuchfühlung. »Unseren Ausbildern ist Handarbeit absolut wichtig. Es verging gut ein ganzes Lehrjahr, bis wir bei der Arbeit überhaupt Maschinen einsetzen durften«, beschreibt Timo. »Aber das ist gar nicht schlecht. Denn am Hafen oder auf dem Wasser gibt es häufig keinen Strom«, gibt er zu Bedenken.

Traumjob Bootsbauer?

Auch wenn Bootsbauer zuweilen über Stunden hinweg allein an einer Sache arbeiten, sind Absprachen und Team-Arbeit unerlässlich. Die Kollegen sind aufeinander angewiesen und müssen sich gegenseitig unterstützen. Der Wissens- und Erfahrungsaustausch ist sehr wichtig.

Lara, Etta und Timo ist die Begeisterung für ihre Arbeit förmlich anzusehen. Die abwechslungsreichen Aufgaben, die ein wenig geheimnisvolle Fachsprache und natürlich der Werkstoff Holz machen Bootsbauerei in ihren Augen zu einem Traumberuf.

»Wer Bootsbauer werden möchte, muss nicht unbedingt Profi-Segler sein. Ein Bootsführerschein und ein wenig Praxis sind hilfreich, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie ein Boot im Wasser liegt und sich bewegt. Entscheidend ist jedoch die Lust am Holzhandwerk«, sagt Stella, Bootsbau-Meisterin und Ausbilderin bei Bootsbau Welkisch.

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