Ruhezeit, Pausen, Urlaub: Das musst du wissen

30. August 2020

Jeder Job ist wahrscheinlich anstrengend. Doch handwerkliche Arbeiten haben es in sich. Um Tag für Tag, Jahr für Jahr leistungsfähig zu bleiben, ist es wichtig, sich zu entspannen. Im Arbeitsverhältnis sind unterschiedliche Entspannungsphasen vorgesehen: Ruhezeiten, Pausen und natürlich der Urlaub.

Während der Urlaubsanspruch von Arbeitnehmern in Deutschland im Bundesurlaubsgesetz geregelt wird, finden sich Vorgaben zu Ruhezeiten und Ruhepausen im Arbeitszeitgesetz. Unabhängig davon, wo sie zu finden sind, dienen alle Regelungen einem gemeinsamen Zweck: Die Erholung der Arbeitnehmer sicherzustellen und ihre Gesundheit zu schützen. Das sind die wichtigsten Vorgaben im Detail.

Urlaub: mindestens 24 Tage stehen dir zu

Wie viel Urlaub steht Arbeitnehmern zu?

Jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf bezahlten Urlaub. Ausgehend von einer Sechs-Tage-Woche sieht das Bundesurlaubsgesetz einen jährlichen Urlaubsanspruch von mindestens 24 Tagen bei volljährigen Arbeitnehmern vor. Bei fünf Arbeitstagen pro Woche verringert sich der gesetzliche Mindestanspruch auf 20 Urlaubstage. Verschiedene Branchen haben darüber hinaus Zusatzregelungen, die in den jeweiligen Tarifverträgen bestimmt sind.

Wann darf Urlaub genommen werden?

Generell gilt: Der Arbeitgeber bestimmt, wann seine Mitarbeiter Urlaub nehmen dürfen, er muss dabei jedoch die Wünsche seiner Arbeitnehmer soweit wie möglich berücksichtigen. Dringende betriebliche Belange und die Urlaubspläne deiner Kollegen können deinen persönlichen Terminwünschen entgegenstehen. Soziale Gesichtspunkte entscheiden dann darüber, wer Vorrang hat: Wenn dein Kollege schulpflichtige Kinder hat, wird er bevorzugt. Allen Arbeitnehmern steht ein zusammenhängender Urlaub von mindestens 12 Tagen zu.

Erst nach sechs Monaten Unternehmenszugehörigkeit haben Arbeitnehmer jedoch Anspruch darauf, ihre Urlaubstage in vollem Umfang zu nehmen. Davor gilt die Regel, dass für jeden vollen Monat Betriebszugehörigkeit 1/12 des Jahresurlaubs genommen werden darf.

Und wenn du mal nicht alle Urlaubstage eines Jahres nehmen willst? In der Regel haben Beschäftigte bis zum 31. März des Folgejahres Zeit, ihren Resturlaub aus dem vorherigen Jahr zu nehmen.

Was passiert, wenn ich im Urlaub krank bin?

Wichtig: Krankheitstage gelten nicht als Urlaubstage – kannst du deine Erkrankung während deines Urlaubs durch eine ärztliche Bescheinigung nachweisen, werden diese Tage nicht als Urlaubstage gezählt.

Besteht Urlaubsanspruch bei Kündigung?

Wenn du dein Arbeitsverhältnis kündigst, hast du dennoch weiterhin gesetzlichen Urlaubsanspruch. Um wie viele Tage es sich dabei handelt, hängt von deinem Kündigungstermin ab. Kündigst du in der ersten Jahreshälfte (bis 30. Juni), erhältst du ein Zwölftel deines Jahresurlaubs für jeden vollen Monat. Kündigst du etwa zum 31. Mai bei einem Jahresurlaub von 24 Tagen, bekommst du noch zehn Tage Resturlaub (24 Urlaubstage: 12 Monate x 5 Monate). Kündigst du in der zweiten Hälfte des Jahres, hast du Anspruch auf den vollen Jahresurlaub.

Ruhezeiten und Ruhepausen

Es ist gesetzlich festgelegt, dass Arbeitnehmern sowohl Ruhezeiten als auch Ruhepausen gewährt werden müssen. Hier geht es vor allem um Arbeitsschutz: Unfälle durch Erschöpfung oder mangelnde Konzentration sollen vermieden werden, um Sicherheit und Gesundheitsschutz zu gewährleisten.

Ruhezeiten: mindestens elf Stunden Ruhe

Arbeitnehmer dürfen maximal acht, in Ausnahmefällen bis zu zehn Stunden täglich arbeiten. Als Ruhezeit gilt der Zeitraum zwischen dem Ende der täglichen Arbeitszeit und der Wiederaufnahme der Arbeit. Sie beträgt grundsätzlich mindestens elf Stunden ohne Unterbrechung. In bestimmten Branchen sind gesetzliche Ausnahmen möglich, die unter anderem in Tarifverträgen festgehalten werden. So gelten etwa für Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, im Hotel- und Gastgewerbe sowie in landwirtschaftlichen Betrieben flexiblere Vorgaben.

Ruhepausen: ab sechs Stunden Arbeitszeit hast du 30 Minuten Pause

Als Ruhepausen gelten kürzere Unterbrechungen der normalen Arbeitszeit. Auch sie sind vom Gesetzgeber klar geregelt: Beträgt deine Tagesarbeitszeit mehr als sechs Stunden, steht dir eine Pause von mindestens 30 Minuten zu. Grundsätzlich darfst du nicht länger als sechs Stunden arbeiten, ohne eine Pause einzulegen. Bei einer Arbeitszeit von mehr als neun Stunden muss die Pause sogar 45 Minuten andauern. Sofern mit deinem Arbeitgeber nichts anderes vereinbart ist, zählen Pausen nicht zu deiner offiziellen Arbeitszeit.

Pausen und Ruhezeiten bei Schichtarbeit

Auch im Schichtbetrieb dürfen Arbeitnehmer maximal acht und nur in Ausnahmefällen bis zu zehn Stunden pro Schicht arbeiten. Ebenso gilt die Ruhezeit von mindestens elf Stunden zwischen den einzelnen Schichten. In bestimmten Branchen und unter festgelegten Bedingungen ist jedoch auch eine Verkürzung der Mindestruhezeit um bis zu zwei Stunden möglich.

Natürlich müssen auch im Schichtbetrieb ausreichend Ruhepausen eingelegt werden – sowohl bei Tag- als auch bei Nachtarbeit. Im Schichtbetrieb sind jedoch oft häufigere Kurzpausen anstelle einer längeren Ruhepause üblich, um den reibungslosen Schichtbetrieb zu gewährleisten. Diese Kurzpausen von maximal 15 Minuten werden zur Arbeitszeit gezählt.

Wie sieht es in der Realität aus? Bekommst du genug Erholung in deinem Job? Teile uns deine Erfahrungen in den Kommentaren mit oder schreib uns eine E-Mail an [email protected]

Christina

Christina ist Texterin und Branding-Strategin und unterstützt Start-ups dabei, in ihrer Kommunikation den Nagel auf den Kopf zu treffen.

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