Mitarbeitergesundheit: Eine lohnende Investition

17. Februar 2021

Jeder Euro, der in Arbeits- und Gesundheitsschutz investiert wird, zahlt sich doppelt aus. Trotzdem wird das Thema „Gesundheit“ in Betrieben oft vernachlässigt.

Fällt ein Mitarbeiter länger krankheits- oder verletzungsbedingt aus, kann das vor allem für kleinere handwerkliche Betriebe zur existenziellen Bedrohung werden. Dennoch spielt in vielen Unternehmen der Arbeits- und Gesundheitsschutz nur eine untergeordnete Rolle. Wir haben die wichtigsten Schutz- und Vorsorgemaßnahmen für dich zusammengefasst.

Wieso lohnt sich die Investition?

Die Gesundheit der Mitarbeiter in handwerklichen Betrieben hat einen maßgeblichen Einfluss auf deren wirtschaftlichen Erfolg. Fällt ein Angestellter aus, bedeutet das mehr Planungsaufwand, eine höhere Belastung für die anderen Mitarbeiter und nicht zuletzt finanzielle Nachteile: Pro Krankheitstag fallen durchschnittliche Kosten von 450 Euro an.

Ein besonderes Augenmerk auf den Schutz der Mitarbeiter zahlt sich also in jeder Hinsicht aus. Eine Langzeitstudie der Universität Gießen untermauert diese Erkenntnis sogar mit ganz konkreten Zahlen: So bringt eine Investition von 100 Euro in den Gesundheitsschutz nachweislich einen langfristigen betriebswirtschaftlichen Nutzen von über 200 Euro.

Was sind die Gründe für Arbeitsausfälle?

Fakt ist: Das Krankheits- und Verletzungsrisiko von Beschäftigten im Bau- und Handwerksgewerbe ist höher als in anderen Berufen. 2019 wurde ein Handwerker nach Zahlen der IKK durchschnittlich 19,6 Tage krankgeschrieben – rund 1,5 Tage länger als Beschäftigte anderer Berufsgruppen. Auch der Anteil an Langzeiterkrankten im Handwerk ist hoch: 52,6% aller Krankheitstage wurden durch Erkrankungen mit einer Dauer von mehr als sechs Wochen verursacht.

Wenig überraschend machen Muskel- und Skeletterkrankungen mit mehr als 34% den größten Teil der Krankschreibungen aus. Verletzungen und Vergiftungen folgen mit mehr als 17%. In den letzten Jahren angestiegen sind Krankheitsfälle aufgrund von psychischen Erkrankungen, sie waren im Jahr 2019 die Ursache für mehr als 13% aller Krankschreibungen.

Was kannst du für die Gesundheit deiner Mitarbeiter tun?

Betriebsinhaber haben vielfältige Möglichkeiten, die Gesundheit ihrer Angestellten zu schützen und so nicht nicht nur die Ausfallzeiten zu verringern, sondern auch die Mitarbeiterbindung zu stärken.

Alle Mitarbeiter sensiblisieren

Beim Schleifen werden Atemschutzmaske, Schutzbrille und Handschuhe getragen, bei Arbeiten in der Höhe kommt ein Gurt zum Einsatz. Was selbstverständlich klingt, wird im Alltag oft vernachlässigt – gerade wenn es schnell gehen muss. Vorgesetzte sollten hier mit gutem Beispiel vorangehen, beim Arbeiten immer auf ausreichende Sicherheitsvorkehrungen achten und für diesbezügliche Wünsche und Vorschläge der Mitarbeiter jederzeit ein offenes Ohr haben.

Schützende Arbeitskleidung und Ausrüstung zur Verfügung stellen

Sichere Arbeitskleidung kostet Geld – ist jedoch wie oben beschrieben mit Sicherheit eine gute Investition. Dabei sollte immer darauf geachtet werden, dass die Kleidung jederzeit voll einsatzfähig ist und regelmäßig erneuert wird.

  • Arbeitshandschuhe sind je nach Einsatzzweck aus unterschiedlichem Material, sollten jedoch immer reiß- , schnitt- und stichfest sein.
  • Schutzbrillen schützen die Augen vor Splittern, Flüssigkeiten und Staubpartikeln.
  • Atemschutzmasken verhindern, dass Partikel bei Schleif- oder Lackierarbeiten in die Luftwege gelangen.
  • Helme schützen vor herabfallenden Teilen oder bei Stürzen.
  • Sicherheitsschuhe mit Zehenschutzkappen und einer trittfesten Sohle sorgen für sicheren Halt im Außeneinsatz.
  • UV-Schutzkleidung schützt bei Einsätzen im Freien nicht nur vor UV-Strahlung und Hautkrebs, sondern bis zu einem gewissen Grad auch gegen Überhitzung.

Geräte regelmäßig warten

Nicht voll funktionsfähige oder defekte Geräte stellen ein großes Sicherheitsrisiko für Mitarbeiter dar. Nach deutscher Rechtsprechung ist der Betriebsinhaber dafür verantwortlich, seinen Angestellten sichere Geräte zur Verfügung zu stellen. Eine regelmäßige Inspektion, Prüfung, Wartung und Instandsetzung aller Geräte, die im Betrieb verwendet werden, ist daher Pflicht.

Auf ein positives Betriebsklima achten

Wertschätzende Kommunikation, motivierende und konstruktive Führung sowie ein respektvoller Umgang im gesamten Team sind wichtige Voraussetzungen für eine im wahrsten Sinne des Wortes gesunde Unternehmenskultur. Denn zufriedene Mitarbeiter arbeiten nicht nur produktiver, sondern sind auch nachweislich seltener krank.

Christina

Christina ist Texterin und Branding-Strategin und unterstützt Start-ups dabei, in ihrer Kommunikation den Nagel auf den Kopf zu treffen.

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