Druckluft-Kompressoren

13. September 2016

Druckluftkompressoren sind die Powermaschinen schlechthin. Auf den Punkt genau können sie kraftvolle Druckluft erzeugen, die mit Elektrowerkzeugen so nicht erreicht werden kann. Sie werden in den unterschiedlichsten Anwendungsbereichen eingesetzt – als Druckluft-Kompressor für die Kfz-Werkstatt, den Dachdeckerbetrieb und sonstige Handwerksbetriebe bis hin zur industriellen Fertigung.

1. Wie funktioniert ein Kompressor?

Ein Kompressor ist ein elektrisch betriebener und maschineller Verdichter, der eingeschlossenes Gas komprimiert – also den Ansaugdruck und den Betriebsdruck zusammenpresst. Der Druck und die Dichte des Gases werden erhöht, was zur Erzeugung von Kompressor Druckluft und abzugebender Leistungskraft führt.

Auch Luft gehört zu den Gasen. Sie wird über den Luftbehälter des Druckluftkompressors angesaugt, anschließend im Verdichter komprimiert und als kraftvolle Druckluft abgegeben, die zumeist in Litern gemessen wird. Einige Modelle arbeiten mit Druckluftkesseln und andere gänzlich ohne, was an die jeweiligen Anwendungsgebiete angepasst werden sollte.
Hochwertige Geräte haben oftmals einen Riemen als Antrieb, der sich materialschonend auf die Drehzahlen des Verdichters auswirkt. Der Riemen wird dann über einen Kolben angetrieben, welcher durch den Motor betrieben wird und seine nötige Schmierung aus einem Ölbehälter erhält.

Außerdem sind Druckluftkompressoren mit einem Überlastungsschutz ausgestattet, der den maximalen Druck reguliert und für die Betriebssicherheit der Geräte sorgt.

Zwischen dem Ausschaltdruck und dem Einschaltdruck besteht immer eine Differenz in Höhe von zwei bar. Dieser Differenzwert ist in der Druckluftbehälterverordnung gesetzlich festgelegt. Er dient dazu, die Explosionsgefahr der unter Druck stehenden Behälter zu minimieren und wird bei allen in Deutschland zugelassenen Geräten eingehalten

2. Worauf sollte ich bei der Wahl von Druckluftkompressoren achten?

Bei der Auswahl eines Druckluftkompressors kommt es immer darauf an, für welche konkreten Aufgaben die Druckluft benötigt wird und wie hoch der Luftbedarf des angeschlossenen Werkzeugs ist.

  • Filter: Wird beispielsweise mit Wasserlacken lackiert, sollte die Luft extrem hoch gefiltert werden. Andernfalls könnten unschöne Bläschen auf den lackierten Oberflächen die Folge sein. Entsprechend müssen Kompressoren mit geeigneten Filtern ausgestattet sein, um Schmutzpartikel und andere Unreinheiten aus der erzeugten Druckluft zu filtern. Ergänzende Kältetrockner sorgen für eine zusätzliche Filterung.
  • Kesselgröße: Wird ein Kompressor mit einer zu geringen Abgabeleistung oder einem zu kleinen Kessel eingesetzt, entspricht die gelieferte Druckluft nicht den gewünschten Anforderungen. Statt mit der erwarteten Druckluftpower können mit zu schwachem Luftdruck viele Arbeiten gar nicht mehr oder nur ungenügend erledigt werden. Gleichzeitig steht das Gerät permanent unter Hochdruck und schaltet sich mittels des Überlastungsschutzes häufiger ab, damit der Druck im Behälter nicht zu groß wird. Dies hat einen sehr viel höheren Verschleiß zur Folge und verbraucht vor allem mehr Energie.
  • Abgabeleistung/Liefermenge: Die entscheidende Größe bei der Auswahl eines Druckluftkompressors ist die Angabe der Abgabeleistung bzw. Liefermenge, denn sie verdeutlicht, welche Leistung der Kompressor tatsächlich an das Werkzeug abgeben kann. Dies wird von den jeweiligen Geräteherstellern angegeben und sollte beachtet werden.
  • Füllvolumen: Kleine und kompakte Geräte sind schon mit einer geringen Kesselgröße in der Lage, ein Füllvolumen von 100 Litern Druckluft in der Minute zu erzeugen, was beispielsweise den Betrieb von Tackern in Polstereien ermöglicht. Für härtere Einsätze, wie etwa das Schlagschrauben, sollten jedoch mindestens 150 Liter Füllvolumen produziert werden können. Bei Meißelarbeiten liegt das erforderliche Füllvolumen sogar noch höher.
  • Ansaugleistung: Die Abgabeleistung sollte nicht mit dem deutlich höheren Wert der Ansaugleistung verwechselt werden. Diese lässt nämlich keine Rückschlüsse auf die Leistungsfähigkeit des Druckluftkompressors zu. Wichtige Kenngrößen für die benötigte Luftliefermenge sind der Literbedarf pro Minute bzw. der Literbedarf pro Schlag bei allen schlagenden Tätigkeiten. Die Grundregel für die Nutzung von Druckluftkompressoren lautet, dass Behälter immer 30 Prozent mehr Luft hineinpumpen sollen als maximal abgenommen wird.

3. Welcher Druckluftkompressor ist für welche Einsatzgebiete geeignet?

Je nach Anforderung und eingesetztem Werkzeug sollten immer passende Druckluftkompressoren verwendet werden, denn nur so können optimale Ergebnisse erzielt und Kosten eingespart werden. Ob Reifendruck prüfen, Nägel einschlagen oder Oberflächen lackieren: Unterschiedliche Anwendungen erfordern unterschiedliche Kompressoren, die es in vielen verschiedenen Größen und Ausführungen gibt. Einige sind eher für den zeitweisen Gebrauch und andere wiederum für den professionellen Dauereinsatz geeignet.

Kompressoren, die im intensiven Dauerbetrieb eingesetzt werden, müssen über einen entsprechend großen Druckkessel verfügen. Dieser ist wiederum von der benötigten Liefermenge abhängig. Für den gelegentlichen Einsatz, wie zum Beispiel zur Befüllung von Reifen oder anderen Gewerken, wird in der Regel kein Gerät mit Druckluftbehälter benötigt. Hierfür reicht meistens sogar ein Druckluft Kompressor mit geringen 12 Volt völlig aus.

Für Lackierarbeiten oder Sandstrahlen sind hingegen Modelle mit einem Druckluftkessel mit mindestens 20 Liter Fassungsvermögen vonnöten. Für Kompressoren, die ein Druckluftwerkzeug betreiben sollen, werden sogar 50 Liter Fassungsvermögen empfohlen.

4. Wann eignet sich ein Druckluftkompressor mit und wann ohne Öl?

Ölgeschmierte Druckluftkompressoren sind für die meisten Arbeiten im Handwerk geeignet. Vor allem bei längeren Belastungszyklen sind sie die richtige Wahl. Die geölte Luft, die sie erzeugen, kann bei allen schlagenden und drehenden Werkzeugen eingesetzt werden, wie zum Beispiel als Druckluft Kompressor für Schlagschrauber. Neben den ölgeschmierten Varianten gibt es die ölfreien Geräte, die auch ohne Schmierung auskommen. Für Lackierarbeiten muss sogar auf ein ölfreies Modell zurückgegriffen werden. Denn ölgeschmierte Kompressoren sind für solche Arbeiten nicht geeignet.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Vorteile und Nachteile von ölgeschmierten und ölfreien Kompressoren:

Typ Einsatzgebiete Vorteile Nachteile
Ohne Öl Kurzeinsätze

Lackierarbeiten

  • wartungsarm
  • saubere Handhabung
  • hohe Hitzeerzeugung
  • verschleißanfällig
Mit Öl Handwerk
  • verschleißarm
  • langlebig
  • für den Dauereinsatz geeignet
  • Schmutzbildung
  • wartungsintensiv

Wer einen Druckluftkompressor sowohl für geölte als auch für ungeölte Arbeiten benötigt, kann sich für solche entscheiden, die mit gesonderten Abgängen für ölgeschmierte und ölfreie Druckluft agieren. Diese Geräte sind für den unkomplizierten und häufigen Werkzeugwechsel bei der Arbeit mit Kompressor Druckluft ideal geeignet.

5. Wartung eines Druckluftkompressors

  • Kondensat ablassen: Bei der Herstellung von Druckluft entsteht Kondensat, welches durch die in der angesaugten Luft enthaltenen Teilchen verschmutzt ist. Dieses Kondensat sollte regelmäßig abgelassen werden, was bei regelmäßigem Gebrauch circa einmal pro Woche erfolgen sollte. Denn nur Behälter, die regelmäßig entleert werden, können länger einwandfrei funktionieren. Dabei gilt es, das Ventil vorsichtig zu öffnen, um Spritzer zu vermeiden.
  • Kondensat richtig entsorgen: Abgelassenes Kondensat zählt zum Sondermüll, welcher nicht einfach im Hausmüll entsorgt werden darf. Es sind nämlich Schadstoffe, wie Kadmium und Eisen darin enthalten, die empfindlichen Umweltschaden anrichten können. Bei Unsicherheiten bezüglich der Entsorgung ist der regionale Entsorgungsbetrieb in der Regel gerne behilflich.
  • Ansaugfilter reinigen: Auch der Ansaugfilter, der für das Ansaugen der Luft ins Innere des Kompressorbehälters zuständig ist, sollte gelegentlich gereinigt werden.
  • Filter austauschen: Außerdem ist einmal im Jahr ein Filtertausch notwendig.

Wartung eines ölgeschmierten Druckluftkompressors
Ölgeschmierte Druckluftkompressoren benötigen zusätzlich regelmäßige Ölkontrollen und entsprechendes Nachfüllen von Öl.

    1. Hierfür sollten nur ausgewiesene Kompressoröle bis zur maximalen Füllhöhe verwendet werden.
    2. Der Ölstand kann über ein ab Werk installiertes Schauglas kontrolliert werden.
    3. Ist der Ölstand zu gering und nahe dem Mindestmaß der Füllmenge, muss Öl über den entsprechenden Füllstützen ergänzend eingefüllt werden, um den einwandfreien Betrieb des Druckluftkompressors zu gewährleisten.

6. Welche Vorteile bieten tragbare Kompressoren?

Für den mobilen Einsatz von Druckluftkompressoren hält der Handel leichte und kompakte Modelle bereit. Dies erleichtert die Handhabung beim Verladen und dem Transport der Geräte. Für Großbaustellen sind hingegen tragbare Luftdruckkompressoren mit besonders großen Rädern weitaus praktikabler. Jene sorgen auch auf sandigem Untergrund für ein erleichtertes Bewegen der Maschinen.

Kompressoren-Modelle gibt es in einfacher und komfortablerer Ausführung. Höhenverstellbare Handgriffe oder stabile Softgummiräder sorgen beispielsweise für einen hohen Fahrkomfort, was sich auch auf die Qualität der Mobilität auswirkt. Ergonomische Handgriffe ergänzen den angenehmen Transport von tragbaren Druckluftkompressoren.

7. Leise Druckluftkompressoren: Welche Kriterien müssen sie erfüllen?

Soll ein Druckluftkompressor auf einer Baustelle inmitten eines Wohngebiets oder sogar in einem Werkraum eingesetzt werden, in welchem auch gearbeitet wird, sind flüsterleise Kompressoren ratsam. Immer wenn ein geräuscharmer Betrieb erforderlich ist, sind diese ausgewiesenen Geräte ideal geeignet, da sie eine geringe Lautstärke erzeugen.

Arbeitet ein Druckluftkompressor leise, kann dieser Aspekt auch äußerst wichtig für den Anwender sein. Insbesondere in schallenden, ungedämmten Umgebungen verstärkt sich das Betriebsgeräusch der Geräte um ein Vielfaches und kann bei dauerhaftem Einsatz das Gehör schädigen. Ist ein Pressluft Kompressor jedoch geräuscharm ausgewiesen, erzeugt er höchstens einen erträglichen Schall von rund 55 bis 60 Dezibel. Dies entspricht in etwa dem Laufgeräusch einer Nähmaschine.

Sehr leise sind Kompressoren ohne Lufttank. Aber es gibt sogar Druckluft Kolbenkompressoren mit Lufttank, die ausgesprochen geräuscharm arbeiten. Ein Rotationskompressor hingegen erzeugt aufgrund seiner Konstruktion wesentlich lautere Geräuschpegel und sollte im Dauereinsatz nur mit Gehörschutz bedient werden.

8. Darauf solltest du beim Gebrauch von Druckluftkompressoren achten

Beim Gebrauch von Druckluftkompressoren ist es von großer Bedeutung, mit welchem Strom die Geräte betrieben werden können und welcher Stromanschluss zur Verfügung steht. Nur ein passender Druckluft Kompressor Anschluss sorgt für einen klaglosen Betrieb. Zudem ist beachtenswert, dass die Kabelzuleitungen nie länger als 10 Meter sind. Andernfalls muss ein Querschnitt vorgenommen werden, um die Betriebssicherheit zu wahren.

Da Kompressoren 100 Prozent der eingesetzten Energie in Wärme umwandeln, benötigst du unbedingt eine ausreichende Lüftung. Dies sollte bei der Wahl eines geeigneten Platzes für den Kompressor zwingend beachtet werden. In der Praxis heißt das: Ein Druckluftkompressor darf niemals in einem abgeschlossenen Raum ohne Luftzufuhr stehen.
Zusätzlich sollte eine ausreichende Stand- und Umgebungsfläche eingeplant werden, sodass beispielsweise auch Wartungsarbeiten ohne Hindernisse durchgeführt werden können.

Damit die richtige Betriebstemperatur auch im Winter erhalten bleiben kann, sollte die Raumluft am Kompressor-Standort ergänzend reguliert werden können. Bereits nach wenigen Sekunden haben die Druckluftkompressoren eine Temperatur von bis zu 180 Grad erreicht. Daher sollten sie während des Betriebs nur mit Hitzeschutzhandschuhen oder ausschließlich am Bedienfeld bzw. den vorgesehenen Haltegriffen berührt werden.

9. Druckluftkompressor springt nicht an, was tun?

Wenn der Druckluftkompressor nicht anspringt, kann dies verschiedene Ursachen haben. Oft sind es solche, die leicht zu beheben sind, wie die folgende Übersicht zeigt:

Mögliche Ursachen Mögliche Fehlerbehebung
Ausfall der Hauptsicherung Überprüfung der Sicherungen und Anschlusskabel
Angeschmorte Kontakte im Druckschalter Motorschutzschalter oder der Schützspule Austausch von Druckschalter bzw. Motorschutzschalter oder Schützspule
Behälterdruck steht über dem Einschaltdruck Ablassen von Druckluft bis der Kompressor sich selbst wieder einschaltet
Motorschutz greift wegen Überhitzung Kompressor abkühlen lassen

Phasenausfall und Unterspannung überprüfen

Bei einem Lagerschaden oder einem festsitzenden Kompressorblock muss das defekte Gerät allerdings zur Instandsetzung in eine Reparaturwerkstatt.

10. Checkliste für den optimalen Druckluftkompressor

Die nachfolgenden fünf Punkte sind relevante Kriterien bei der Auswahl eines passenden Luftkompressors:

    • Geplante Art der Einsätze?
    • Häufigkeit und Dauer des Betriebs?
    • Notwendige Größe des Druckkessels?
    • Kommt ein ölfreies oder ölgeschmiertes Modell infrage?
    • Mobiler Kompressor oder geräuscharmes Gerät erforderlich?

Check zum Sparen:
Manche Investitionen im Kompressorenbereich werden durch den Staat mit bis zu 30 Prozent der Anschaffungskosten gefördert.

11. Glossar

Ausblaspistole:
Eine Ausblaspistole kann an einen Druckluftkompressor angeschlossen und zum reinigenden Ausblasen schwer zugänglicher Werkstücke benutzt werden.

Ansaugfilter:
Durch den Ansaugfilter wird die Luft in den Behälter gesaugt. Er hält grobe Schmutzpartikel zurück.

Betriebsdruck:
Mithilfe eines Manometers an der Druckluftarmatur kann der Betriebsdruck des Kompressors überwacht werden. Ist der notwendige Betriebsdruck erreicht, steht das jeweilige Werkzeug zur Benutzung bereit.

Druckminderer:Ein Druckminderer ist ein Druckventil, welches eingehenden Druck so weit reguliert, dass das Höchstmaß des Ausgangsdrucks nicht überschritten wird.

Überlastungsschutz:
Steigt der Druck im Behälter an, schaltet sich der Druckluftkompressor mit dem Erreichen des Ausschaltdrucks aufgrund der Explosionsgefahr ab. Der Überlastungsschutz dauert so lange, bis der Druck so weit abgefallen ist, dass nachgeladen werden muss.

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12. Unsere beliebtesten Kompressoren

STIER Kompressor
Stier Kompressor
Prebena Kompressor VIGON 120
Prebena Kompressor
Metabo 601532000 Kompressor Basic 250-24 W OF
Metabo Kompressor
Ansaugleistung 150 l/min 120 l/min 220 l/min
Abgabeleistung 85 l/min 85 l/min 100 l/min
Kesselgröße 24 l 12 l 24 l
Maximaler Druck 8 bar 8 bar 8 bar
Schall-Druckpegel 85 dB(A) k.A. 84 dB(A)

HAND-DRAUF-Redaktion

Von Werkzeug bis Unternehmensführung: Mit unseren Ratgebern wollen wir Handwerkern Antworten auf viele Fragen geben.

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