Co-Crafting: Was ist das?

4. September 2020

Freiberufler, kleine Start-ups, Kreative und digitale Nomaden: In vielen Berufsfeldern ist es bereits gang und gäbe, sich mit mehreren Gleichgesinnten größere Arbeitsräume zu teilen. Diese Arbeitsform heißt Co-Working. Das gleiche Prinzip finden wir jetzt auch im Handwerk: Co-Crafting.

Für gewöhnlich mieten sich Co-Worker zeitlich begrenzt, allein oder in kleinen Teams in eine Co-Working-Räumlichkeit ein. Geteilt werden meist die Miete sowie Kosten für Strom, Wasser, Kaffee und Mobiliar. Es fallen also sehr viel geringere Kosten an als bei einem Einzelbüro. Gerade für Firmen in der Gründungsphase sowie in teuren Städten ist dies ein wichtiges Argument für Co-Working.

Neben der Flexibilität und das Einsparen von Kosten befördert Co-Working zudem die Interaktion zwischen den Mietern, die ihr Wissen teilen, zusammenarbeiten und
sich gegenseitig motivieren.

Seit geraumer Zeit haben vor allem junge Handwerker Co-Working für sich entdeckt: Gemeinsam teilen sie sich Werkstätten und Lagerplätze, was insbesondere in Ballungsgebieten, in denen Gewerbeflächen rar und teuer sind, viele Vorteile hat. Das kooperative Arbeiten bedeutet für Handwerker und Handwerksbetriebe zudem, Investitionen für Maschinen nicht allein stemmen zu müssen. Zwei Beispiele von Co-Crafting (englisch für gemeinsam handwerklich arbeiten) haben wir uns angesehen.

KAOS in Berlin

Der Berliner Ortsteil Oberschöneweide ist geprägt von historischen Industriehallen.
Zur Zeit der Industrialisierung entstand hier ein industrieller Knotenpunkt mit wichtigen Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie.

Die Gebäude stehen heute weitestgehend leer oder wurden umgewidmet. In einem alten Lagerhaus, direkt an der Spree und im Herzen der ehemaligen  Industrielandschaft gelegen, befinden sich heute mehrere Co-Crafting-Werkstätten. Der Name dieses Ortes lautet KAOS, was für Kreative Arbeitsgemeinschaft Oberschöneweide steht. 

Honeycamp in Mannheim

Im Honeycamp geht es ebenfalls ums Co-Crafting. Nicht in historischen Gemäuern,
sondern in einem Neubau werden sich die Werkstätten und Ateliers befinden: Auf
dem Mannheimer Taylor-Areal entstehen derzeit 62 Arbeitsstätten auf zwei Etagen
mit je 110 Quadratmeter Arbeitsfläche. Zielpublikum sind städtische Manufakturen 
– ein Mix aus verschiedenen Gewerken sowie Neugründungen und alteingesessenen
Betrieben.

Die Architektur ist so gewählt, dass sie das Kooperieren und die Kommunikation
zwischen den Handwerkern stärkt und fördert. Dazu entsteht im Herzen des
Honeycamps ein Café, das zum Treffpunkt der neuen Arbeitsgemeinschaft werden
soll. Schon im Spätsommer öffnen die Co-Crafting-Räumlichkeiten ihre Toren.

Die Werkstätten-Suchmaschine

Du bist neugierig und möchtest erfahren, ob es auch in deiner Nähe Möglichkeiten
zum Co-Crafting gibt? Offene Werkstätten, die Handwerker zeitlich flexibel nutzen
können, gibt es bereits in einigen Städten. Sie zu finden, ist allerdings nicht
so einfach. Die Plattform craftspace.de ist die Lösung. Hier finden Profis wie
Hobby-Handwerker offene Werkstätten direkt vor ihrer Haustür. Ebenso können
Handwerker wiederum ihre Werkstatt zur Vermietung einstellen – ein schöner Nebenverdienst, wenn sie die Werkstatt zeitweise nicht selbst brauchen.

Wäre Co-Crafting was für dich oder hast du lieber deine Ruhe? Hinterlasse deine Meinung in den Kommentaren.

Isabelle

Handwerkern auf die Finger und über die Schulter schauen: Ich interessiere mich vor allem für spannende Geschichten aus der Praxis.

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