Betriebshaftpflichtversicherung: Worauf du achten musst

4. Dezember 2021

Sie ist ein Muss für jedes Unternehmen und kann im Schadensfall vor einer Insolvenz schützen. Wir erklären, was genau eine betriebliche Haftpflichtversicherung ist und worauf du bei der Auswahl achten musst.

 

Ob falsch montierte Dichtung, die einen Wasserschaden verursacht, oder Schäden durch ein umgefallenes Bauteil – Haftpflicht bedeutet, dass du als Unternehmer*in für einen Schaden in der Regel einstehen musst, wenn dieser durch dein Unternehmen beziehungsweise deine Mitarbeiter*innen entstanden ist. Für welche Schäden und unter welchen Voraussetzungen du genau aufkommen musst, das ist gesetzlich durch die sogenannten Haftungsnormen geregelt. Um deinen Betrieb bei Schadensersatzforderungen schützen zu können, ist eine betriebliche Haftpflichtversicherung daher Voraussetzung. Um nicht zu sagen: Sie ist eine der wichtigsten Versicherungen für handwerkliche Betriebe und Unternehmen.

 

 

Finde die passende Betriebshaftpflichtversicherung

Die richtige Versicherung zu finden, kann zur Geduldsprobe werden. Denn: Die Auswahl an Anbietern einer betrieblichen Haftpflichtversicherung ist riesig. Dazu kommen spezielle Policen je nach Handwerkssparte sowie das Buhlen der Anbieter um Versicherte mit vielversprechenden Prämien, Preisnachlässen und Neukund*innenrabatt. Hier den Überblick zu gewinnen, kann zur Herausforderung werden. Wir helfen dir:

 

Auf diese acht Punkte solltest du bei der Betriebshaftpflichtversicherung achten:

 

1. Preis-Leistungsverhältnis

Günstig ist nicht immer die beste Wahl. Stattdessen ist es ratsam, genau abzugleichen, welche Summen abgedeckt sind und wann die Police greift. Hilfreich sind hier sogenannte Vergleichsportale wie zum Beispiel versicherungscheck24.de oder verivox.de. Tipp: Für Kleinbetriebe kann es sich lohnen, eine kombinierte Betriebshaftpflichtversicherung zu wählen, die eine private Haftpflichtversicherung beinhaltet.

 

2. Detaillierte Betriebsbeschreibung

Wichtiges Kriterium für die Festsetzung der Beitragssumme ist die Betriebsbeschreibung. Anhand ihr wird überprüft, welche Risiken mit dem Arbeitsplatz konkret verbunden sind. Wichtig ist daher, dass du diese so exakt wie möglich formulierst. Zum Beispiel muss sie genau enthalten, welche Tätigkeiten durch den Betrieb ausgeführt werden. Hierzu zählen auch zusätzliche Tätigkeiten wie etwa gewerkübergreifende Arbeiten. Beachte zudem unbedingt, dass du die Versicherung informierst, sobald sich in deinem Betrieb etwas ändert und weitere Tätigkeiten hinzukommen. Nur dann tritt der Versicherungsschutz ein, wenn genau bei dieser Tätigkeit etwas beschädigt wird.

 

3. Ausreichende Deckungssumme

Das A und O einer Haftpflichtversicherung ist die Deckungssumme. Von Versicherungsverträgen mit zu geringen Grundsummen solltest du absehen. Stattdessen gilt: Eine betriebliche Haftpflicht sollte mindestens eine Summe in Höhe von drei Millionen Euro für Personen- und Sachschäden umfassen, insbesondere wenn du bei Kund*innen vor Ort im Einsatz bist. Für größere Projekte ist es zudem ratsam, die Deckungssumme projektbezogen aufzustocken. Kläre vor Abschluss einer Versicherung ab, inwiefern eine solche Aufstockung auf Zeit möglich ist.

 

4. Sublimits berücksichtigen

Vor allem in älteren Verträgen findet man Sublimits, die bei speziellen Schäden die Deckungssumme begrenzen. Sprich: Diese Schäden werden nur mit einer festgelegten Höchstsumme unterstützt. Am besten überprüfst du den Vertrag genau, ob für spezielle Schäden in der Police Sublimits vorgesehen sind und ob diese Summe deinen Betrieb realistisch absichert.

 

5. Abdeckung von Bearbeitungsschäden

Eine versehentlich angebohrte Leitung ist nicht nur ärgerlich, sondern kann auch hohe Kosten mit sich ziehen. Um mögliche Bearbeitungsschäden wie diese abzudecken, sollten sie mit mindestens 100.000 Euro abgesichert sein. Ist dein Betrieb bei gewerblichen Kunden im Einsatz, sollte der Schutz sogar noch höher angesetzt sein, da es hier schnell enorm kostspielig werden kann.

 

6. Abdeckung von Allmählichkeitsschäden

Unter den sogenannten Allmählichkeitsschäden versteht man Schäden, die zeitverzögert auftreten und zum Beispiel durch Rauch, Ruß, Dampf oder Feuchtigkeit entstanden sind. Schäden wie diese sind nicht immer von einer Versicherung abgedeckt – dabei ist dies eine wichtige Voraussetzung für unter anderem Installationsbetriebe.

 

7. Mietsachschäden berücksichtigen

Eine betriebliche Haftpflichtversicherung sichert in der Regel bewegliche Güter wie zum Beispiel geliehene oder gemietete Maschinen nicht ab. Prüfe unbedingt, ob diese mitversichert sind. Auch wenn deine Betriebsräume angemietet sind, ist dies ein Fall für die Mitversicherung von Mietsachschäden.

 

8. Kündigungsoption überprüfen

Wichtig ist bei der betrieblichen Haftpflichtversicherung auch eine gewissen Flexibilität, sodass du bei Unzufriedenheit unkompliziert zu einem anderen Anbieter wechseln kannst. Achte daher vor Abschluss einer Versicherung unbedingt auf die Vertragslaufzeit. Diese liegt in der Regel bei mindestens einem Jahr, kann aber auch mehrere Jahre betragen. Gekündigt werden kann der Vertrag in den meisten Fällen spätestens drei Monate vor Ende der Vertragslaufzeit. Unberührt davon bleibt das Recht auf eine außerordentliche Kündigung und das Sonderkündigungsrecht.

 

 

 

HAND-DRAUF-Redaktion

Von Werkzeug bis Unternehmensführung: Mit unseren Ratgebern wollen wir Handwerker*innen Antworten auf viele Fragen geben.

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1 Kommentar

  1. Daniel

    Eine genaue Betriebbeschreibung ist für eine Haftpflichtversicherung auf jeden Fall sehr wichtig. Bei Versicherungssachen ist man wahrscheinlich nie penibel genung. Den Tipp, auch weitere Veränderungen zum Betrieb und zu den Tätigkeiten so schnell wie möglich und regelmäßig der Versicherung zu kommunizieren, finde ich sehr wichtig. Ich finde, dass man sowas sehr schnell vergisst.Nachdem man eine Versicherung abgeschlossen hat, denkt man, dass man schon alles erledigt hat!

    Antworten

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