Die Hände sind im Berufsalltag erheblichen Belastungen ausgesetzt. In Handwerks- und Industriebetrieben kann das unter anderem mechanische Beanspruchung, die zum Beispiel im Umgang mit Materialien oder Maschinen entstehen, oder chemische Beanspruchung sein.

Mögliche Folgen sind Hautbeschwerden, kleine und große Verletzungen, die mitunter sogar größere Schäden nach sich ziehen können. Im schlimmsten Fall entstehen Hauterkrankungen, Gefühlsstörungen, Bewegungseinschränkungen oder gar Lähmungen.

Aufgrund von Zeitdruck, Ablenkung, mangelndem Schutz und einer falschen Handhabung von Arbeitsgeräten führen laut Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) mehr als ein Drittel aller Unfälle am Arbeitsplatz (40 Prozent) zu Handverletzungen. Meist sind Daumen oder Zeigefinger betroffen, ohne die das Ausführen vieler Tätigkeiten nicht mehr möglich ist. Am passenden Hand- und Hautschutz führt daher auch bei kurzfristigen Arbeitseinsätzen kein Weg vorbei.

Doch wie wählt man geeignete Handschuh-Modelle aus und woran erkennt man die konkrete Schutzfunktion der Handschuhe? In diesem Artikel erfährst du, nach welchen Kriterien Schutzhandschuhe klassifiziert werden und wie du anhand von Kennzeichnungen die passenden Schutzhandschuhe für deinen Bedarf finden kannst.

1. Wann Schutzhandschuhe tragen?

Immer wenn die Hände häufig und über einen langen Zeitraum mit scharfkantigen oder spitzen Gegenständen, mit rauen Materialien, Gefahrenstoffen, Chemikalien, Biostoffen oder Wasser in Berührung kommen, sollte auf einen ausreichenden Schutz geachtet werden. Dazu gehört das Nutzen von geeigneten Schutzhandschuhen, aber auch das Bereitstellen von Desinfektionsmitteln, Hautschutz-, Hautreinigungs- und Hautpflegemitteln im Betrieb.

Schutzhandschuhe sollten beispielsweise beim Flexen, Schleifen und Löten getragen werden. Beim Bohren sollten hingegen keine Schutzhandschuhe getragen werden. Darüber hinaus bieten Handschuhe Schutz vor thermischer Einwirkung. Winter-Arbeitshandschuhe schützen vor Wasser und Kälte und sollten getragen werden, wenn man bei niedrigen Temperaturen arbeitet, zum Beispiel im Winter draußen oder bei Nacht. Hitzehandschuhe schützen vor hoher Wärme, geschmolzenem Metall und sind nahezu nicht entflammbar.

Sie beugen Verbrennungen der Haut vor und müssen beim Schweißen, in Gießereien, in der Metall-, Glas- und Gummiindustrie sowie in Großküchen oder Bäckereien getragen werden. Auch bei der Montage von erwärmten Metallteilen, Blechen oder Glaselementen kann ein isolierter Hitzeschutzhandschuh die Arbeit deutlich angenehmer gestalten.

2. Welche Schutzhandschuhe gibt es?

Jeder Arbeitsplatz birgt andere Gefahren und unterschiedliche Tätigkeiten erfordern spezielle, auf sie abgestimmte Maßnahmen, um einen höheren Arbeitsschutz zu erreichen. Dementsprechend unterschiedlich sind die Anforderungen, die ein Schutzhandschuh erfüllen muss. Je nach Schutzziel und Merkmale sind Handschuhe klassifiziert und gekennzeichnet. Um den richten Schutzhandschuh für sich zu finden, sollten Handwerker folgende Kennzeichnungen und DIN-Normen kennen.

3.Grundlegende Anforderungen: Die EN 420

Die EN 420 legt die allgemeinen Anforderungen an Arbeitsschutzhandschuhe, relevante Prüfverfahren sowie die korrekte Kennzeichnung durch den Hersteller fest. Nach dieser Norm müssen Schutzhandschuhe, die als persönliche Schutzausrüstung zugelassen sind, mit den folgenden Angaben gekennzeichnet sein:

3.1 Kennzeichnung von Schutzhandschuhen laut EN 420
Kennzeichnung von Schutzhandschuhen
– Hersteller
– Artikelbezeichnung
– Größenbezeichnung
– CE-Kennzeichnung
– Piktogramm (ab CE-Kategorie II)
– Angabe zum Verfallsdatum (falls erforderlich)
– Prüfnorm

Eine DIN-Normen ist eine Norm, die im Deutschen Institut für Normung (DIN) erarbeitet worden ist und vereinheitlichte Standards für Produkte und Verfahren, wie z.B. Qualität, Mindestleistungen, Eigenschaften, Maße etc., festlegt.

Die EN 420 legt zudem die Konfektionierung und Gestaltung der Handschuhe fest und beschreibt, wie widerstandsfähig und komfortabel das Schutzprodukt sein muss. Ist eine Kennzeichnung der Handschuhe im Hinblick auf die Produkteigenschaften nicht auf dem Handschuh möglich, müssen sie auf der Verpackung aufgedruckt werden.

Darüber hinaus teilen Hersteller von Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) ihre Produkte in drei Kategorien ein. Sie zeigen, welchen Anforderungen die Schutzausrüstung, in unserem Fall der Handschuh, gerecht wird. Je stärker die Gefährdung ist, desto höher die Anforderungen an den Handschuh. Schutzhandschuhe müssen zudem das CE-Kennzeichen tragen. Damit bestätigt der Hersteller, dass seine Ware den grundsätzlichen Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen der EU-Richtlinien entspricht.

Schutzkategorien Schutzwirkung Anwendungsbeispiele
Kategorie I Schutz vor geringen Risiken Reinigungstätigkeiten mit milden Reinigungsmitteln und kurzfristigem Kontakt mit Wasser, Reparaturarbeiten, Gartenarbeit, für Handhabung mit warmen Gegenständen bis zu 50 °C
Kategorie II Schutz vor mittleren Risiken Alle Tätigkeiten, die nicht in Kategorie I oder III fallen
Kategorie III Schutz vor hohen Risiken (irreversible Schäden und tödliche Gefahren) Tätigkeiten mit Chemikalien, Elektrizität oder bei extremen Temperaturen von über 100 °C

3.2 Piktogramme

Piktogramme geben entscheidende Hinweise auf die Schutzwirkung der Handschuhe. Deshalb müssen sie gut sichtbar auf dem Produkt oder auf der Verpackung abgebildet sein. Sie dürfen nur angegeben werden, wenn der Handschuh die Mindestanforderungen der entsprechenden spezifischen Norm einhält. Erfüllt ein Handschuh gleich mehrere Normen, müssen alle relevanten Piktogramme angegeben werden.

EN 388Die Zeichen  unterhalb der Piktogramme stehen für die Leistungsstufen, die der Handschuh erfüllt. Je nach Norm sind dies Ziffern oder Buchstaben. Für die Ziffern gilt: Je höher eine Zahl, desto besser ist die Schutzfunktion. Steht anstelle einer Zahl ein X in der Reihe, bedeutet das, dass sich der Handschuh nicht für die entsprechende Anwendung eignet. Ist ergänzend ein i bzw. ein aufgeschlagenes Buch mit einem i aufgedruckt, bedeutet dies, dass ergänzende Informationen nachgelesen werden müssen.

4.Welcher Schutzhandschuh ist der richtige?

Angesichts der großen Auswahl an Handschuhen aus verschiedenen Materialien mit verschiedenen Eigenschaften ist es nicht einfach, den richtigen Handschuh für die geplante Anwendung zu finden. Auch die berufsgenossenschaftlichen Regeln bleiben mitunter vage. So soll bei der Auswahl der richtigen Schutzhandschuhe der Kompromiss zwischen dem bestmöglichen Schutz auf der einen sowie Tragekomfort, Tastgefühl und Greifvermögen auf der anderen Seite gefunden werden. Unabhängig von der Anwendung ist es wichtig, dass eine passende Größe gewählt wird. Die Nähte des Handschuhs sollten zudem nicht drücken oder sich an Belastungsstellen befinden.

Um dir die Auswahl des Schutzhandschuhs zu erleichtern, haben wir Empfehlungen für bestimmte Tätigkeiten für dich zusammengetragen. Die Tabelle dient als grober Leitfaden:

Tätigkeit Handschuh-Empfehlung
Gartenarbeit
Gartenhandschuh
Montagehandschuhe
Gartenhandschuhe sollen die Hände sauber halten, vor Nässe und Kälte sowie oberflächlichen Verletzungen schützen. Für die meisten Tätigkeiten sind Montagehandschuhe eine gute Wahl. Sie sind aus Latex, Nylon oder einem ähnlichen Material gefertigt, bieten eine gute Griffsicherheit und sind elastisch. Häufig sind sie nicht flüssigkeitsdicht.
Je nachdem, welche Arbeiten verrichtet werden, zum Beispiel in dornigem Gewächs, mit Draht oder einer scharfen Gartenschere, kann ein höherer Schutz erforderlich sein. Diesen bieten beispielsweise Lederhandschuhe.
Metallverarbeitung
Metabo Arbeitshandschuh
Arbeitshandschuhe aus Amara-Leder
Bei der Verarbeitung von Metall sind Handschuhe notwendig, die widerstandsfähig gegenüber Abrieb, Schnitte und Rissen sind, zudem vor thermischen Gefahren schützen. Sollte es bei der Tätigkeit zum Funkenflug kommen, sollten keine Kunststoffhandschuhe, sondern welche aus Leder verwendet werden, da sich sonst die Funken problemlos in sie hineinbrennen können.
Chemische
Industrie
Reinigung, Tätigkeit mit Farben oder Klebstoffenchemieschutzhandschuhe

Chemikalienschutzhandschuhe/ Chemieschutz-Handschuh

Je nach Machart schützen Chemikalienschutz-Handschuhe einfach oder vollständig vor Chemikalien. Sie sind in der Regel aus mehreren Materialschichten gefertigt. Zu den Handschuhmaterialien, die gegen Chemikalien infrage kommen, gehören unter anderem Latex, verschiedene Kautschukarten, Laminate, PVC und Neopren. Je nach Chemikalie sind bestimmte Materialien besser geeignet als andere. So sind Schutzhandschuhe aus PVC für Tätigkeiten mit Säuren empfehlenswert, aus PVA bei chlorierten Kohlenwasserstoffen.

In den meisten Fällen bieten Hersteller Handschuhe aus einem Material in verschiedenen Dicken an. Je dicker der Schutzhandschuh ist, desto besser sein Rückhaltevermögen gegen Chemikalien. Nutzer sollten die Angaben zur empfohlenen Tragedauer und Durchdringungsdauer (Permeation) beachten.

Hoch- und Tiefbau
montagehandschuh flex ultra
Hochflexible Montagehandschuhe
Bei Montagetätigkeiten aller Art sind Präzision und Fingerfertigkeit gefragt. Montagehandschuhe müssen deshalb eine optimale Balance bieten zwischen Arbeitsschutz und Bewegungsfreiheit. Viele Montagehandschuhe sind aus einer Kombination aus dünnem Leder und Nylon gefertigt. Moderne Handschuhe für Montagearbeiten bestehen aus innovativen High-Tech-Fasern. Alle genannten Materialien zeichnen sich durch hohe Reiß- und Durchstichfestigkeit aus und sind atmungsaktiv.
Ein gutes Beispiel für besonders flexible Montagehandschuhe sind die STIER Handschuhe Flex Ultra. Der nitrilbeschichtete Montagehandschuh vereint Schnittschutz mit Abrieb- und Reißfestigkeit und ist damit ein echter Allrounder auf der Baustelle.
Malerarbeiten
malerhandschuh
Malerhandschuhe
Ein gutes Tastgefühl und Griffsicherheit sind beim Streichen und anderen Tätigkeiten im Malerhandwerk wichtig. Spezielle Malerhandschuhe sind feinfühlig und schützen ausreichend vor Chemikalien wie Lacke und Farben.
Schweißen
schweisserhandschuh
Schweißerhandschuhe
Schweißen ist nahezu immer mit gefährlicher Licht- und Wärmeentwicklung verbunden. Außerdem kommt es zu Spritzern von flüssigem, heißen Metall. Schutzkleidung sorgt für das Abschirmen aller Hautflächen vor der schädigenden UV-Strahlung, der Hitze und Metallspritzern – dazu gehören auch entsprechende Schutzhandschuhe.
Schweißerhandschuhe müssen hohe Anforderungen erfüllen. Sie sollten hitzebeständig und feuerfest, zudem bei Tätigkeiten mit Holz oder Metall schnitt-, reiß- und abriebfest sein.  Schweißerhandschuhe sind meist aus Leder gefertigt. In der Regel haben sie außerdem eine Stulpe, die die Ärmel des Trägers abdichtet. Weitere Informationen finden Sie in unserem Schweißer-Ratgeber.

5. Schutzhandschuhe für unterschiedliche Anwendungen

Bei Contorion findest du eine große Auswahl an Arbeitsschutzhandschuhen. Von speziellen Schnittschutzhandschuhen über Schutzhandschuhe gegen thermische Risiken bis zu Chemikalienschutzhandschuhen kannst du aus über 700 Artikel die passenden Schutzhandschuhe für deine Anwendung auswählen.

5.1 DIN EN 388: Schnittschutzhandschuhe, Mechanik- und Montagehandschuhe

Schnittschutzhandschuh
Wer mit Bauteilen und Maschinen hantiert, muss seine Hände vor Quetschungen, Schürfwunden, Schnitten und Einstichen schützen. Handschuhe, die der DIN-Norm EN 388 entsprechen, bieten diesen Schutz.
Piktogramm und Prüfkriterien für Schutzhandschuhe zum Schutz vor mechanischen Risiken

EN 388
Die Schutzfunktion von Handschuhen gegen mechanische Risiken wird nach den folgenden Prüfkriterien bewertet: Abrieb-, Schnitt-, Weiterreiß- und  Durchstichfestigkeit. Wie ausgeprägt die jeweilige Schutzfunktion bei einem konkreten Handschuhmodell ist, lässt sich an den Ziffern unter dem Piktogramm ablesen. Es befindet sich auf dem Handschuh oder der Verpackung. Die Ziffern zeigen an, wie gut der Handschuh die Prüfung dieses Merkmals bestanden hat.

Erste Ziffer = Abriebfestigkeit
Zweite Ziffer = Schnittfestigkeit
Dritte Ziffer = Weiterreißfestigkeit
Vierte Ziffer = Durchstichfestigkeit

Je höher die Ziffer, desto besser ist das Prüfergebnis und desto bessere mechanische Eigenschaften weist der Handschuh auf. Die Kriterien für einen „Schutzhandschuh gegen mechanische Risiken“ hat ein Handschuh erfüllt, wenn keine der Ziffern eine Null ist. Wenn eine Prüfung nicht stattgefunden hat, wird die Zahl bei einer Leistung durch ein „X“ ersetzt. Verbreitet ist außerdem ein Buchstabe (A bis F) an fünfter Stelle. Er gibt die Schnittfestigkeit nach EN ISO 13997 in Newton an:

A = 2 N
B = 5 N
C = 10 N
D = 15 N
E = 22 N
F = 30 N

Schutzhandschuhe, die über eine Aufpralldämpfung verfügen, haben auf dem Piktogramm in sechster Position ein P.
Für Arbeiten, bei denen die Verletzungsgefahr durch Schnitte besonders hoch ist, wie zum Beispiel bei der Holz- oder Metallbearbeitung, sollten spezielle Schnittschutzhandschuhe gewählt werden. Ein Schnittschutzlevel von mindestens 2 (zweite Ziffer unter dem Piktogramm) ist empfehlenswert.

5.2. DIN EN 374: Chemikalienschutzhandschuhe

Chemikalienschutzhandschuh
Es gibt zahlreiche Risiken in Zusammenhang mit chemischen Substanzen. Der direkte Kontakt mit der Haut kann Verbrennungen, Ausschläge, Irritationen und Vergiftungen hervorrufen. Chemikalienschutzhandschuhe müssen daher vor allem undurchlässig gegenüber Flüssigkeiten und Luft sein. Die zuständige Norm EN unterscheidet drei Arten von Chemikalienschutzhandschuhen:

Piktogramm und Prüfkriterien für Handschuhe bei einfachem Chemikalienschutz

EN 374

Dieses Piktogramm steht für Handschuhe mit einfachem Schutz gegen chemische Risiken. Welche Leistungskriterien die Handschuhe dieser Norm erfüllen, steht in der Bedienungsanleitung

Piktogramm und Prüfkriterien für Handschuhe zum Schutz gegen bestimmte Chemikalien

EN 374 - 2Das Piktogramm für Handschuhe zum Schutz gegen Chemikalien führt mittels Buchstabenreihe unterhalb des Piktogramms jeweils drei Chemikalien auf, gegen die der Handschuh sicher besteht. Der Schutzindex gibt zusätzlich an, wie lange ein sicherer Schutz garantiert ist. Mindestens Klasse 2 ist für diese Handschuhart vorgeschrieben.

Klasse 1 = 10 Minuten
Klasse 2 = 30 Minuten
Klasse 3 = 60 Minuten
Klasse 4 = 120 Minuten
Klasse 5 = 240 Minuten
Klasse 6 = 480 Minuten

A = Methanol
G = Diethylamin
B = Aceton
H = Tetrahydrofuran
C = Acetonitril
I = Ethylacetat
D = Dichlormethan
J = n-Heptan
E = Schwefelkohlenwasserstoff
K = Natriumhydroxid 40 Prozent
F = Toluol
L = Schwefelsäure 96 Prozent

Piktogramm und Prüfkriterien für Schutzhandschuhe, die beständig gegenüber Mikroorganismen sind
EN 374 - 3
Dieses Piktogramm steht für flüssigkeitsdichte Handschuhe zum Schutz vor Mikroorganismen. Inwieweit die Schutzwirkung besteht, wird laut EN 374 nicht explizit geprüft.

5.3 DIN EN 407: Hitzeschutzhandschuhe

Hitzeschutzhandschuh
Hitze kann eine beträchtliche Gefahrenquelle sein und die Hände insbesondere bei handgeführten Werkzeugen oder bei Tätigkeiten mit Teer beschädigen. Irreversible Schäden sind möglich. Gegen Hitze schützen Arbeitshandschuhe nach DIN EN 407.

Piktogramme und Prüfkriterien
Die konkrete Schutzfunktion von Hitzeschutzhandschuhen wird nach den folgenden Prüfkriterien bewertet:
EN 407
1. Ziffer = große Mengen flüssigen Metalls
2. Ziffer = kleine Spritzer geschmolzenen Metalls
3. Ziffer = Strahlungswärme
4. Ziffer = Konvektive Hitze
5. Ziffer = Kontaktwärme
6. Ziffer = Brennverhalten

5.4 DIN EN 511: Kälteschutzhandschuhe

Kälteschutzhandschuh
Sind die Hände zu kalt, verlieren sie ihre Fingerfertigkeit. Werkzeuge und Materialien können nicht mehr sicher gehalten werden. Kälteschutzhandschuhe, die nach EN 511 als persönliche Schutzausrüstung zugelassen sind, müssen daher sicher vor Kälte und eindringender Nässe schützen.

Piktogramm und Prüfkriterien
EN 511
Grad und Umfang der Schutzfunktion von Kälteschutzhandschuhen werden nach den folgenden Prüfungskriterien bewertet:

– Schutz vor Konvektionskälte
– Schutz vor Kontaktkälte
– Wasserundurchlässigkeit (Level 0 = durchlässig nach 30 Minuten, Level 1 = durchlässig nach mehr als 30 Minuten)

5.5.DIN EN 12477: Schweißerhandschuhe

Schweißerschutzhandschuhe
Für Schweißerarbeiten wird ein Handschutz benötigt, der sowohl mechanische als auch thermische Risiken eindämmt. Spezielle Schweißerhandschuhe, die diese Anforderungen erfüllen, werden unter einer eigenen Norm aufgeführt, der EN 12477. Diese Norm verfügt über kein eigenes Piktogramm.

Für die Kennzeichnung von Schweißerhandschuhen werden die beiden Piktogramme der EN 388 und der EN 407 verwendet. Schweißerhandschuhe gibt es in den zwei verschiedenen Ausführungen:

Ausführung A = geringe Fingerfertigkeit, geeignet fürs MIG/MAG-Schweißen oder für Schweißarbeiten mit hohen Strömen

Ausführung B = hohe Fingerfertigkeit, geeignet für WIG-Schweißarbeiten oder für Schweißarbeiten mit geringen Strömen

6. Bei welchen Arbeiten dürfen keine Handschuhe verwendet werden?

Arbeitshandschuhe sollen die Sicherheit am Arbeitsplatz erhöhen und das Verletzungsrisiko minimieren. Bei manchen Anwendungen können Handschuhe die Verletzungsgefahr jedoch erhöhen!

Dies ist potentiell bei allen drehenden Maschinen der Fall. Es besteht die Gefahr, dass der Handschuh sich in den drehenden Elementen verfängt und den Benutzer bzw. seine Hand mit sich zieht. In einem solchen Fall bieten die Handschuhe erstens keinen Schutz und beeinträchtigen zweitens womöglich das Tastgefühl und Greifvermögen. Aus diesem Grund wird bei der Verwendung von Kreissägen vom Tragen von Handschuhen abgeraten. Bei der Benutzung von Bohrmaschinen ist das Tragen von Handschuhen sogar verboten.

7.Fazit: Was Handwerker beim Kauf von Schutzhandschuhen beachten sollten

Die Hände sind das wohl wichtigste Werkzeug des Handwerkers, ihr Schutz ist unbedingt zu gewährleisten. Deshalb sind Arbeitshandschuhe zentraler Bestandteil der persönlichen Schutzausrüstung und sollten mit Sorgfalt ausgewählt werden. Handwerker müssen dabei verschiedene Faktoren berücksichtigen. Selbstverständlich muss das gewählte Modell ausreichend Schutz gegen die Beanspruchungen der jeweiligen Tätigkeit bieten.

Je nach Arbeitsvorgang kann das den Schutz gegen Schnitte, Chemie, Kälte oder auch Hitze bedeuten. Gleichzeitig dürfen Handschuhe den Träger nicht zu stark einschränken, zum Beispiel seine Bewegungsfreiheit und Tastsensibilität so wenig wie möglich eindämmen.

Beim Kauf sollten Handwerker unbedingt auf Passgenauigkeit und Bequemlichkeit achten. Die Nähte im Inneren dürfen nicht stören und besonders bei Belastung sollte es keine drückenden Stellen geben. Ziehe all diese Punkte in Betracht, kannst du mit unserem Ratgeber schnell und einfach den Weg zum richtigen Schutzhandschuhe für deine Arbeit finden!

5 Comments

  1. Thomas Heck 30. November 2018 at 7:23

    Vorsicht! Ziemlich weit oben im Text steht Zitat „Schutzhandschuhe sollten beispielsweise beim Flexen, Bohren, Schleifen und Löten getragen werden.“
    Da klingelten bei mir die Alarmglocken! Beim Bohren? – NEIN!
    Weiter unten steht dann jedoch, dass Schutzhandschuhe beim Bohren sogar VERBOTEN sind. Wer den Artikel nur anließt, denkt jetzt, er solle beim Bohren Schutzhandschuhe tragen…

    Reply
    1. Patrick 3. Dezember 2018 at 13:17

      Vielen Dank für den Hinweis. Wir werden dies sofort ändern.

      Reply
  2. Alex 30. November 2018 at 11:37

    Es wäre natürlich wünschenswert, dass man bei Ihnen im Shop die Handschuhe nach den gewünschten Eigenschaften auch filtern könnte. Was bringt es mir zu wissen welche Klassifikation ein Produkt braucht, wenn 90% der Handschuhe im Shop nicht über diese Angaben verfügen.

    Reply
    1. Patrick 3. Dezember 2018 at 15:51

      Das ist ein berechtiger Einwand. Ich werde den Hinweis an unser Daten-Team weitergeben.
      Herzliche Grüße und frohes Schaffen!

      Reply
  3. Paul Schäfer 2. Januar 2020 at 4:40

    Herzlichen Dank für den interessanter Post! Sehr cooler Blog.

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