Vielen unbekannt, aber es stimmt: Auszubildende haben in Deutschland wie auch Studierende die Möglichkeit, im Rahmen von Austauschprogrammen Auslandserfahrungen zu sammeln. Du bist am Ende deiner Ausbildung oder noch mitten drin? Informiere dich jetzt über die Optionen, die dir offenstehen.

Du hast außer deinen eigenen Ausbildungsbetrieb noch nicht viel gesehen und fragst dich, wie in anderen Betrieben, vielleicht sogar in anderen Ländern gearbeitet wird? Dann wage doch den Schritt und gehe während oder nach deiner handwerklichen Ausbildung ins Ausland. Nicht nur Studierende, auch Handwerker-Azubis sollten sich die Chance, die ein Auslandsaufenthalt bietet, nicht entgehen lassen. Ob für eine Woche auf Sprachreise oder doch bis zu einem Jahr Praktikum im Ausland: So ziemlich alles ist möglich.

Das bringt ein Auslandsjahr:

  • Lernen und verbessern von Fremdsprachen
  • Neue Fachkenntnisse
  • Gewinn an Selbstständigkeit, Verantwortungsbewusstsein und mehr
  • Neue Kontakte und Erweiterung des beruflichen Netzwerks
  • Interkulturelle Kompetenz

Kurzum: Mit Auslandserfahrung wirst du für künftige Arbeitgeber attraktiver. Internationale Berufs- und Bildungskompetenzen sind immer häufiger Teil der Anforderungsprofile. Ob während oder nach deiner Ausbildung: Nutze wie viele andere deine Chance, über den Tellerrand hinaus zu schauen. Zahlreiche Erfahrungsberichte geben einen Einblick, was alles möglich ist und welche Vorteile ein Auslandsaufenthalt mit sich bringt. Das macht doch richtig Lust auf einen Auslandsaufenthalt!

Auslandsaufenthalt in der Ausbildung: Diese Programme gibt es

Sowohl das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) als auch das EU-Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport, Erasmus+, bieten viele Möglichkeiten, während oder nach der Ausbildung Lernphasen im Ausland zu absolvieren.

Die Programme AusbildungWeltweit und Erasmus+ fokussieren sich auf die Förderung von von Personen aus dem handwerklichen Bereich. An den Programmen können Auszubildende, Berufsschüler, Meister, Techniker und Berufsvorbereitende sowie Absolventen der vorher aufgeführten Aus- und Weiterbildungen teilnehmen. Eine Teilnahme ist bis zu zwölf Monate nach Abschluss der Ausbildung möglich. Für Menschen mit Behinderungen gibt es zusätzliche Fördermöglichkeiten.

Diese Voraussetzungen solltest du erfüllen

Die wichtigsten Voraussetzungen sind die Zustimmung des Betriebes und der Berufsschule. Ebenso solltest du nach Möglichkeit 18 Jahre alt sein. Dies wird von den meisten Bildungspartnern aus Versicherungsgründen vorausgesetzt. Weder gute Schulnoten noch perfekte Sprachkenntnisse sind ein Muss. Allerdings ist es von Vorteil, die Sprache in Grundzügen zu beherrschen, um einen optimalen Lerneffekt zu erzielen. Wenn keine Fremdsprachenkenntnisse vorhanden sind, kommen die an Deutschland grenzenden Ländern wie Schweiz, Belgien, Luxemburg und Frankreich infrage, wo vielerorts Deutsch gesprochen wird.

Muss ich für einen Auslandsaufenthalt Urlaub nehmen?

Damit du ins Ausland gehen kannst, muss dich dein Arbeitgeber für die Zeit freistellen. Das bedeutet, dass du während deines Aufenthalts weiterhin deinen vertraglich festgesetzten Lohn erhältst. Urlaub musst du für deinen Auslandsaufenthalt also nicht nehmen, da es sich um eine Weiter- oder Fortbildung innerhalb deiner Ausbildung handelt.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Auslandsaufenthalt in der Ausbildung?

Wenn du während deiner Ausbildung deine Auslandserfahrung sammeln möchtest, ist die beste Zeit nach deiner Zwischenprüfung, da du zu diesem Zeitpunkt schon die wichtigsten Grundkenntnisse in deinem Beruf erlernt hast. Das schafft ein gutes Basiswissen, auf das du im Ausland aufbauen kannst.

Eine junge Frau mit rotem Hut steht vor der Anzeigetafel an einem Flughafen
Erweitere dein berufliches Netzwerk mit einem Auslandsaufenthalt während deiner handwerklichen Ausbildung

So gestaltest du deinen Auslandsaufenthalt

In Deutschland absolvierst du eine Duale Ausbildung, bist also zeitweise im Betrieb oder in der Berufsschule. Entweder ist dies nach Blöcken aufgeteilt oder du besuchst ein- bis zweimal in der Woche die Berufsschule. Bei der Planung deines Aufenthalts wird dies berücksichtigt, sodass du im besten Fall sowohl einen Betrieb als auch eine Berufsschule in deinem Gastland besuchst.

Auslandsaufenthalt: Finanzierung sichern

Da die Fortbildung im Ausland ein Teil deiner Ausbildung ist, übernimmt der Bildungsträger verschiedene Kosten. Dies kann zum Beispiel folgende sein, Details fragst du am besten direkt bei dem Bildungsträger an:

  • Reisekosten (Zugfahrten, Flüge usw. ins Gastland und zurück)
  • Aufenthaltskosten pro Tag (zum Beispiel für Unterkunft und Verpflegung)
  • Vorbereitung (zum Beispiel Sprachkurs)
  • Visum und Reisedokumente

Die Aufenthaltskosten werden nach Tagessätzen abgerechnet. Es handelt sich um Pauschalsätze, die den Lebenshaltungskosten des jeweiligen Ziellandes angepasst sind. Sie belaufen sich auf 140 bis 180 Euro pro Tag. Genauere Informationen findest du zum Beispiel in diesem Merkblatt.

Reisegepäck steht vor einem großen Fenster. Durch das Fenster blicken wir auf ein Flugzeug
Von Visum bis Sprachkurs: Informiere dich beim Bildungsträger deiner Ausbildung, welche Kosten übernommen werden.

Die Kostenerstattung erfolgt für gewöhnlich in zwei Raten, von denen die erste Rate 80 Prozent der errechneten Kosten beträgt, die zweite entsprechend die übrigen 20 Prozent. Die zweite Rate erfolgt nach Abschluss des Auslandsaufenthalts und Prüfung aller Daten. Die sgilt für einen Auslandsaufenthalt während der Ausbildung. Für den Auslandsaufenthalt nach der Ausbildung können die Sätze abweichen. Alle notwendigen Informationen erhältst du von dem für dich zuständigen Bildungsträger.

Warst du in oder nach deiner Handwerker-Ausbildung im Ausland? Kannst du es empfehlen? Teile deine Erfahrungen in den Kommentaren!

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