Giftstoffe in Altbauten

22. Mai 2020

Bei der Sanierung von Altbauten ist Vorsicht geboten: Viele Baumaterialien enthalten Schadstoffe, vor denen du dich als Handwerker bei Instandhaltungs- und Renovierungsarbeiten dringend schützen solltest.

Viele Handwerker kennen das: eine Wohnung oder ein Haus muss von Grund auf saniert werden – und dann sowas. Giftige Stoffe kommen zum Vorschein. Das Problem dabei: Sie verbergen sich in alten Holzvertäfelungen, Farben, Tapeten, Klebstoffen und mehr. Von außen ist das oft nicht erkennbar. Doch Schadstoff ist nicht gleich Schadstoff. Damit du im Falle des Falles schnell reagieren und dich bestmöglich schützen kannst, ist es wichtig die Unterschiede der typischen Giftstoffe in Altbauten zu kennen. 

Gesundheit geht vor: Schutz vor Giftstoffen aus der Raumluft

Du kannst dir das so vorstellen: Das nächste Arbeitsprojekt steht an – die Sanierung einer kompletten Wohneinheit, vom Entkernen bis zum Renovieren. Gerade Altbauten aus den 1950er bis 1980er Jahren bergen dabei so manche Überraschung für dich als Handwerker. Was du dir vor jedem Arbeitsbeginn allerdings bewusst machen solltest: Nichts geht über deine Gesundheit. 

Schädliche Stoffe können sich schneller negativ auf dein Immunsystem oder Wohlbefinden auswirken als dir lieb ist. Von Schleimhautreizungen über Kopfschmerzen bis hin zu Atembeschwerden ist vieles möglich. Ein erhöhtes Gesundheitsrisiko besteht zudem, wenn du ungeschützt gefährlichen Baustaub einatmest. Die feinen Partikel von Stein, Zement, Sand, Beton, Kalk oder Gips liegen besonders bei Trockenbauarbeiten in der Luft – und im schlimmsten Fall in der Lunge. Die beste Maßnahme, um dem vorzubeugen: fachgerechte Arbeitsschutzkleidung als Handwerker tragen.

Das A und O: Altbauten sanieren in Schutzausrüstung

Trage während jeder handwerklichen Arbeit in Altbauten mindestens eine Atemschutzmaske mit Partikelfilter P2. Diese hindert reizende Schadstoffe daran, dich körperlich zu beeinträchtigen und so in Gefahr zu bringen. Denn du weißt nie, was dich erwartet. Selbst wenn eine beauftragte Baufirma den Zustand der Räume genau analysiert hat, kann Unerwartetes folgen. Je nach Umfeld und Arbeitsbereich ist unter anderem auch Folgendes zu empfehlen:

Giftstoffen sicher begegnen: Weichmacher und Pestizide

Schauen wir uns die wichtigsten Schadstoffgruppen genauer an. Den Anfang machen … SVOCs. Unter diesem Kürzel fasst man Pestizide und Weichmacher zusammen. Die Gase oder flüchtigen Verbindungen liegen noch immer in vielen veralteten PVC-Böden oder sind in Lacke, Klebstoffe, manchmal auch Türdichtungen verarbeitet. 

Weiterhin zählen zu dieser Gruppe das Holzschutzmittel PCP – wie in Dachbalken der 1950er Jahre – als verbautes Flammschutzmittel in den Wänden. Alle SVOCs haben eines gemeinsam: Sie gelten als krebserregend. 

Versteckt in vielen Altbauten: Formaldehyd und Lösemittel

Nicht minder gefährlich für deine Gesundheit sind die sogenannten VOCs. Mit ihnen meint man Lösemittel, die ebenfalls in alten Klebern und sogar Möbeln vorkommen. Auch wenn die an der Luft flüchtigen VOCs heute nicht mehr auf dem Bau zum Einsatz kommen, so sind sie nach wie vor Bestandteil zahlreicher Altbauten. Zu ihnen zählt etwa Formaldehyd in Versiegelungen und Presskorkplatten der 1970er Jahre. 

Ihr unangenehmer Geruch macht die VOCs an der Raumluft leicht bemerkbar. Atmest du sie direkt ein, können Übelkeit bis hin zu Schlafstörungen die unmittelbare Folge sein. Genau wie SVOCs gelten sie als krebserregend.

Mit Vorsicht zu genießen: Asbest- und Mineralfasern

Von Asbest bis Schimmel: Bei der Sanierung von Altbauten müssen sich Handwerker vor Giftstoffen schützen

Auch feste Schadstoffe haben es in sich: Sie können Schäden in oder an deinem Körper anrichten, wenn du dich während Handwerksarbeiten nicht vor ihnen schützt. Bis in die 1990er Jahre hinein war es üblich, Fasern aus krebserregendem Mineral oder Asbest in Form von Dachplatten und Fassadenwänden zu verarbeiten. Viele Nahtstellen füllte man mit dem Giftstoff: Fliesenkitte, Dichtungen, Klebemessen – um nur einige zu nennen. 

Unser Tipp: Ein sehr nützlicher Download zum Thema steht mit der „Leitlinie für die Asbesterkundung zur Vorbereitung von Arbeiten in und an älteren Gebäuden” kostenlos bereit. Diesen hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), zusammen mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) und dem Umweltbundesamt (UBA) herausgegeben.

Nicht vergessen: Fachgemäße Beseitigung von Schimmel

Manchmal blühen sie in wilden Farben – und doch solltest du dich von ihnen bestmöglich fernhalten. Vielen dürfte inzwischen bekannt sein, dass Schimmelsporen nicht gut für uns Menschen sind. Das gilt natürlich für Hausbewohner genauso wie für jede Handwerkerin und jeden Bauarbeiter. 

Um Allergien oder Atemwegskrankheiten durch über lange Zeit eingeatmeten Schimmel zu vermeiden, gilt also auch hier – bitte arbeite nur mit einer speziellen Arbeitsschutzmaske! Gerade wenn du in Nasszellen und Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit sanierst – in Kellern beispielsweise – solltest du entsprechende Schutzmaßnahmen einhalten.

Umweltschädlich schlechthin: Radon und Schwermetalle

Vor einigen Jahrzehnten war es ganz normal, auch Schwermetalle in Farben, Holzschutzmittel oder Bodenbeläge zu verarbeiten. Das wirkt sich bis heute aus. Beim Rückbau kommst du leicht in Kontakt mit diesen reizenden Stoffen. Hier hilft notfalls ein Schutzanstrich, um den alten Werkstoff zu überdecken und so fest verschlossen an Ort und Stelle zu halten. 

Eine wenn nicht gar größere unmittelbare Gefahr geht von Radon aus: Wenngleich nicht aktiv verbaut, kann der radioaktive Giftstoff aus dem Erdboden von unten ins Haus gelungen. Durch eine fachgerechte Versiegelung lässt sich eine Verbreitung des Gases an der Luft recht einfach vermeiden.

Eine große Auswahl an Schutzkleidung findest du bei uns im Shop.

Kai

Als freier Texter mit Fokus auf Website-Kommunikation und Online-Magazine unterstützt Kai Unternehmen aus Berlin und ganz Deutschland.

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