Start in die Bausaison

14. April 2020

Sobald der Frühling richtig in Fahrt ist, geht es auch los mit der Bausaison. Wir haben wichtige News und Trends für Akteure der Baubranche zusammentragen. Wie du technologischen Fortschritt für dein Unternehmen nutzen kannst oder welche wie umweltbewusstes Bauen immer mehr zum Thema wird.

Bauwirtschaft 2020: Weiteres Wachstum wird erwartet

Rekordverdächtig: Bereits im vergangenen Jahr lag die Zahl der Aufträge in der Baubranche sehr hoch, womit sie 8,5 Prozent Umsatzsteigerung erzielte. Doch ein Ende der Positiventwicklung ist nicht in Sicht: Für das Jahr 2020 wird ein weiteres Wachstum von rund 5,5 Prozent erwartet. Für die Bausparten Wohnungsbau, Wirtschaftsbau und öffentlicher Bau prognostizieren der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) einen Umsatz von um die 137,2 Milliarden Euro.

Mehr Ausbildungsverträge im Baugewerbe

Eine Ausbildung im Baugewerbe abzuschließen, scheint zunehmend attraktiver zu sein. Im vergangenen Jahr wurden über 14.000 Ausbildungsverträge abgeschlossen. Zudem haben knapp 11.000 Bauingenieursstudenten im Wintersemester 2019/2020 ihr Studium aufgenommen.

Für den Personalzuwachs spielt unter anderem die Westbalkan-Regelung eine entscheidende Rolle, denn jeder fünfte Arbeitnehmer im Baugewerbe kommt aus dem Ausland. Durch die Regelung haben ausländische Facharbeiter die Möglichkeit, ein festes Arbeitsverhältnis einzugehen, und erhalten damit die Chance auf eine Aufenthaltserlaubnis. Arbeitgeber können so besser planen. Diese gesetzlichen Bestimmungen laufen bis Ende 2020 aus. Momentan wird darüber abgestimmt, die Westbalkan-Regelung über 2020 hinaus zu verlängern. Zusätzlich ist das Fachkräfteeinwanderungsgesetz am 1. März 2020 in Kraft getreten. Das Gesetz soll Fachkräften die Einreise und den Aufenthalt erleichtern. Voraussetzung ist eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein akademischer Abschluss.

Digitale Zeitsparer: BIM und Augmented Reality

Um die erhöhte Auftragslage effizient zu meistern, haben viele Betriebe die Chancen der Digitalisierung bereits für sich entdeckt und erzielen damit Erfolge. Viele Firmen bauen auf das sogenannte Building Information Modeling (BIM). Es handelt sich um Software-Lösungen, welche zum Beispiel eine automatisierte Dokumentation von Baufortschritten ermöglicht. Alle Akteure am Bauprojekt tauschen sich über die Software aus – Architekten, Bauunternehmer, Handwerker und Eigentümer. Das Projekt wird digital geplant. Dadurch lassen sich mögliche Probleme umgehen, bevor sie real auf der Baustelle auftreten.

Dass angehende Piloten, bevor sie sich ans Steuer eines echten Flugzeuges setzen, in einem Simulator üben, ist eine gängige Methode. Diese soll es auch für Auszubildene im Baugewerbe geben. Mithilfe von Virtual Reality und Augmented Reality, also erweiterte Realität. Mit Augmented Reality lässt sich visualisieren, wie geplante Bauwerke aussehen können und wie sie sich künftig in der Umgebung einfügen.  Um die eigene Wahrnehmung mit technischen Hilfsmitteln zu erweitern, braucht es nicht die dicke schwarze Brille, die jeder sofort im Kopf hat, wenn es um das Thema geht. Dazu reicht heute schon das Smartphone.

Eine Frau und ein Mann sind auf einer Baustelle, die Frau trägt eine Augmented Reality Brille
Ob mit VR-Brille oder ohne: Immer mehr Bauherren nutzen Augmented Reality, um ihren Kunden zu zeigen, wie ein Gebäude nach Fertigstellung aussehen wird

Auch in der Ausbildung wird die Technik genutzt: Auszubildene lernen ihren Arbeitsplatz und ihre Arbeitsgeräte virtuell kennen, ohne sich oder anderen zu gefährden.

Mehr Geld für Bauarbeiter

Nach langen Verhandlungen mit Arbeitgebern und Gewerkschaften wird in diesem Jahr die Mindestlohngrenze für Hilfsarbeiter im Baugewerbe auf 12,55 Euro und für Facharbeiter auf 15,25 Euro steigen. Dies gilt ab dem 1. April 2020, allerdings nicht für Facharbeiter in ostdeutschen Flächenländern, in denen es bislang keinen Facharbeiter-Mindestlohn gibt. Arbeitgeber streben daher nach einem bundesweit einheitlichen Fachkräfte-Mindestlohn. Weitere Verhandlungen stehen noch aus.

Nachhaltiges Bauen

Das Thema Nachhaltigkeit und das damit gesteigerte Umweltbewusstsein der Bevölkerung ist präsenter denn je. Gerade die Baubranche verbraucht viele Rohstoffe wie Sand, Kies und Kupfer welche mittlerweile geradezu erschöpft sind. Ein Grund mehr, dass auch die Baubranche auf Nachhaltigkeit und ökologische Baumaterialien setzt. Die Nachfrage nach umweltfreundlichen Dämmstoffen sowie ökologischen Farben steigt. Die Etablierung erneuerbarer Energien in der Heiztechnik wie Solaranlagen oder auch Pelletsheizungen ist schon längst Trend. Von Upcycling bis zur Verwendung von Naturprodukten wie Lehm oder Holz gibt es unzählige Möglichkeiten für grünes Bauen.

Isabelle

Handwerkern auf die Finger und über die Schulter schauen: Ich interessiere mich vor allem für spannende Geschichten aus der Praxis.

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