So digital sind Handwerksbetriebe wirklich

22. April 2020

Wie digital ist das Handwerk hierzulande? Eine neue Studie von Bitkom und ZDH ergab nun, dass inzwischen mehr als die Hälfte aller deutschen Handwerksbetriebe auf digitale Technologien oder Anwendungen setzt. Ganze vier von fünf Handwerksbetrieben gaben an, dass sie dem Thema Digitalisierung grundsätzlich offen gegenüberstehen.

Der digitale Wandel birgt für Handwerker viele Chancen und Potenziale – wer diese für sich nutzen will, muss sich jedoch zunächst auch einigen Herausforderungen stellen.

Diese Herausforderungen kommen auf Handwerksbetriebe bei der Digitalisierung zu

Während 66 Prozent der Handwerksbetriebe Digitalisierung als Chance begreifen, ist für viele noch nicht wirklich klar, wie sie vorgehen müssen, um den digitalen Wandel voranzutreiben. So gaben etwa 58 Prozent aller Befragten an, dass sie keinen Überblick darüber haben, welche digitalen Lösungen es auf dem Markt gibt – und was überhaupt alles möglich ist. Dies könnte daran liegen, dass es in Handwerksbetrieben vor allem an digitalen Kompetenzen mangelt: Fast die Hälfte aller befragten Betriebe gab nämlich zu, dass ihre Mitarbeiter hier großen Nachholbedarf haben. 37 Prozent investieren deshalb bereits gezielt in die digitale Fortbildung ihrer Angestellten. Auch hohe Investitionskosten und Sorge um IT- und Datensicherheit wurden als Gründe für die zuweilen ausbleibende Digitalisierung im Handwerk empfunden.

„Digitalisierung erfordert finanzielle und auch personelle Anstrengungen. Aber die Investitionen lohnen sich in jedem Fall.“

Niklas Veltkamp, Geschäftsleiter von Bitkom

Die wichtigsten Zahlen im Überblick:

  • 66 Prozent der Handwerksbetriebe sehen Digitalisierung als Chance
  • 58 Prozent haben jedoch keinen Überblick über die konkreten Möglichkeiten
  • 37 Prozent investieren gezielt in die digitale Fortbildung ihrer Angestellten
Ein junger Tischler sitzt in einer Holzwerkstatt und plant am Laptop sein nächstes Projekt
Handwerker wollen im Schnitt rund 2.000 Euro für die Anschaffung von Computern, Smartphones und digitale Anwendungen ausgegeben 

Chancen der Digitalisierung im Handwerk

Warum es sich für Handwerker lohnt, das Thema Digitalisierung ernsthaft anzugehen, zeigen die weiteren Ergebnisse der Studie: Bei über der Hälfte aller Befragten sichert die Digitalisierung die Existenz ihrer Handwerksbetriebe. In 43 Prozent der Fälle hat der digitale Wandel beispielsweise dazu geführt, dass sie neue Kunden für sich gewinnen konnten. Und einer von fünf Betrieben bietet als Folge der Digitalisierung sogar neue Produkte oder Dienstleistungen an. Angesichts solcher Statistiken überrascht es deshalb nicht, dass Handwerksbetriebe heute bereit sind, mehr Geld in Digitalisierung zu investieren als noch vor wenigen Jahren: Im Durchschnitt je 2.110 Euro soll im Jahr 2020 für die Anschaffung von Computern, Smartphones oder digitalen Anwendungen ausgegeben werden. 

Wie Handwerksbetriebe digitale Technologien für sich nutzen können

Mögliche Anwendungen für digitale Technologien und Prozesse im Handwerk gibt es viele: Schon jetzt lassen sich Ersatzteile und individuell gefertigte Bauteile in Einzelanfertigung mithilfe von 3D-Scannern drucken oder Lagerbestände von Werkstätten mit Hilfe von modernen Trackingsystemen optimieren. Bei Bau- und Renovierungsprojekten können Handwerker mit einer Smartphone App wie magicplan Grundrisse digital erstellen und anschließend auch den Materialaufwand kalkulieren lassen. Besonders kleine Handwerksbetriebe, in denen verwalterische Tätigkeiten wie das Erfassen von Aufträgen und das Erstellen von Rechnungen viel wertvolle Zeit in Anspruch nehmen, können von digitalen Produkten profitieren. Wiederkehrenden Aufgaben wie diese lassen sich mit dem Einsatz einer Kundenmanagement-Software (CRM) automatisieren.

Nur drei Prozent aller Handwerksbetriebe haben noch keine eigene Website  

Unabhängig von dem Stand der Digitalisierung in ihrem Handwerksbetrieb haben (fast) alle Befragten eines gemeinsam: Für ganze 97 Prozent ist eine eigene Internetpräsenz Pflicht. Aber auch mit einem unkomplizierten Eintrag in Online-Verzeichnissen wie Google oder gelbeseiten.de machen Handwerker heutzutage auf ihre Dienstleistungen aufmerksam und finden neue Kunden. Nur 30 Prozent trauen sich bisher an die Selbstvermarktung in sozialen Netzwerken – doch auch das könnte sich bald ändern, wenn zunehmend mehr Mitarbeiter in Handwerksbetrieben ihre Digitalkompetenzen schärfen.

Hier geht’s zur Studie.

Christina

Christina ist Texterin und Branding-Strategin und unterstützt Start-ups dabei, in ihrer Kommunikation den Nagel auf den Kopf zu treffen.

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