Gewerbeabfall richtig entsorgen

15. März 2020

Abfallentsorgung im Handwerk: Mit dem Abfallrecht und seinen Anforderungen an die ordnungsgemäße Abfallentsorgung müssen sich Handwerker seit jeher auseinandersetzen. Die Gesetze und Vorschriften sind – wie nicht anders zu erwarten – kompliziert.

In Deutschland entstehen pro Jahr zwischen 230 und 250 Millionen Tonnen Abfall. Eine beachtliche Zahl. Knapp 61 Prozent dieses Abfallaufkommens ist Müll aus Bau- und Abbrucharbeiten, notiert das Statistische Bundesamt (Stand: 2017). Damit kommt Firmen im Handwerk eine hohe Verantwortung beim Entsorgen von Gewerbeabfällen zu. Doch seit 2017 herrscht jede Menge Verwirrung und Ärger bei diesem Thema. Der Grund: eine neue gesetzliche Grundlage. Wir fassen die wichtigsten Neuerungen für dich zusammen.

Die neue Gewerbeabfallverordnung: Nachweis vom Handwerker

Wie du als selbständiger Handwerker oder mit deinem Betrieb Müll entsprechend seiner Stoffe ordnungsgemäß zu trennen und zu entsorgen hast – das weißt du sicher. Denn daran hat sich recht wenig geändert. Die entscheidende Neuerung vonseiten des Gesetzgebers lautet: Dokumentationspflicht. Ein Begriff, der vielen die Haare zu Berge steigen lässt. 

Mit der aktuellen Gewerbeabfallverordnung, die seit August 2017 in Kraft ist, wird jede Handwerksfirma zum Nachweis über die fachgerechte Müllentsorgung verpflichtet. Der Gedanke dahinter: So lässt sich der Recyclinganteil in neuen Werkstoffen nachvollziehbar erhöhen, die Kreislaufwirtschaft ankurbeln – und der Umwelt tut man damit auch noch etwas Gutes. Für viele Betriebe bedeutet die neue Nachweispflicht allerdings ein erheblicher zeitlicher wie bürokratischer Mehraufwand.

Mini-Anleitung: So entsorgst du Abfälle im Handwerk richtig

Okay, die Sache ist wie sie ist. Über Sinn und Unsinn der erneuerten gesetzlichen Grundlage lässt sich streiten. Das ändert nichts daran, dass du um die Einhaltung der EU-weiten Vorgaben nicht herumkommst. Was also musst du wissen, welche Stoffe müssen wie getrennt werden?

Grundsätzlich sind Handwerksunternehmen verpflichtet, sämtliche Entsorgungsmaßnahmen sauber zu dokumentieren – und das an wirklich allen Arbeitsstätten, vom Büro bis zur Baustelle. Der Entsorgungsnachweis kann dabei in Form von Fotos, Videos oder schriftlich im Dokument erbracht werden. 

Ein Container gefüllt mit Bauschrott steht vor einem Haus auf einer Baustelle
Je Werkstoff muss mindestens ein Container bereitgestellt werden

Weiterhin gilt: Der Abfall sollte stets direkt am Entstehungsort entsorgt werden. Auf größeren Baustellen muss deshalb je nach Werkstoff mindestens ein Container bereitstehen; für Ziegel, Beton und so weiter. Die Ausnahme: Es fallen weniger als 50 Kilogramm je Abfallfraktion in der Woche an. Dokumentiert werden muss aber immer – auch wenn es nur um einen einzigen entsorgten Ziegel geht. Um was es dabei geht? Neben Papier, Pappe und Karton (Ausnahme: Hygienepapier), Glas, Kunststoffen, Metallen und Bioabfällen musst du neuerdings auch Holz- und Textilabfälle vermerken.

Leitfaden: Die wichtigsten Antworten zur Abfallentsorgung im Handwerk

Bist du optimal auf die neuen gesetzlichen Anforderungen vorbereitet? Ergibt eine Prüfung Verstöße gegen die neue Gewerbeabfallverordnung kann es passieren, dass dein Betrieb mit einem Bußgeld bis 100.000 Euro belegt wird. Um das zu vermeiden, lohnt es sich immer up-to-date und gut informiert über das Thema zu bleiben.

Ein Handwerker mit orangem Helm steht vor einem riesigen Berg Metallschrott
Knapp 61 Prozent des Abfallaufkommens in Deutschland entstehen bei Bau- und Abbrucharbeiten

Die Arbeitsgemeinschaft der baden-württembergischen Handwerkskammern stellt einen informativen kostenlosen Leitfaden als praxisorientierte Arbeitshilfe hier online zur Verfügung. Darin erfährst du zum Beispiel auch, wie du Transporte und Entsorger richtig auswählst.

Kai

Als freier Texter mit Fokus auf Website-Kommunikation und Online-Magazine unterstützt Kai Unternehmen aus Berlin und ganz Deutschland.

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