Den richtigen Spachtel finden

31. Mai 2018

Löcher und Risse verspachteln, Wände und Decken verputzen, Tapetenreste entfernen – mit dem richtigen Spachtel ist vieles möglich. Das stählerne Blatt des Spachtels ist mit einem Griff verbunden oder sitzt in einer Leiste. Das Spachtelwerkzeug sollte auf Einsatzzweck, Untergrund und Spachtelmasse abgestimmt sein. Eine Wand spachteln und schleifen ist dann kein großer Akt mehr.

1. Wofür wird ein Spachtel benötigt?

Beim Renovieren und im Trockenbau sind Spachtel unentbehrliche Werkzeuge. Unebenheiten, Risse und Löcher sind mit gutem Werkzeug zum Spachteln schnell beseitigt. Richtig spachteln, glätten und verfugen ist auch eine Frage der Übung. Mit der richtigen Spachteltechnik lässt sich auch ein Spachtelboden anlegen. Ein weiteres Einsatzfeld für den Spachtel ist das Entfernen von Farbresten, Tapeten und Teppichfliesen. Hochwertige Spachtel wie KS Tools Spachtel gehören zur Grundausstattung vieler Handwerker.

2. Welche Qualitätsstufen gibt es beim Spachteln?

Um ökonomisch arbeiten zu können, muss die Qualitätsstufe vorher bekannt sein. Beim Spachteln wird die Klassifizierung des Verputzerhandwerks genutzt. Hier gibt es vier Qualitätsstufen. Welche Qualitätsstufe zu wählen ist, hängt davon ab, ob und wie die Fläche weiterverarbeitet wird.

Qualitätsstufen Ausprägung Anwendungsgebiet
Qualitätsstufe 1 Bei der Grundverspachtelung sind alle Risse und Löcher zu verfüllen. Grate und Kanten dürfen jedoch übrig bleiben. Fläche verbleibt im Rohzustand (nicht sichtbare Bereiche, Brandschutz-Konstruktionen).
Anbringen von Oberputz oder Fliesen.
Qualitätsstufe 2 Bei der Standardverspachtelung (Qualitätsstufe 2) sind keine Riefen und Grate mehr vorhanden. Porenbildung ist akzeptabel, ebenso wie leicht sichtbare Übergänge. Bedeckung mit Raufasertapeten und mittelschweren Wandbelägen. Anstrich mit Dispersionsfarben.
Qualitätsstufe 3 Porenfreier Auftrag und gleichmäßiges, breites Ausspachteln. Keinerlei Grate und Vertiefungen sichtbar. Sonderverspachtelung beim Anstrich mit matten Wandfarben und feinen Wandbekleidungen. Feinkörniger Oberputz (Korngröße unter 1 mm).
Qualitätsstufe 3 Die Vollverspachtelung erfüllt höchste Ansprüche an eine ebene, vollständig geglättete Fläche. Es dürfen keine Poren und Bearbeitungsspuren sichtbar sein. Für hochglänzende Wandbekleidungen wie Metalltapeten, textile Beläge und Lasuren.

3. Welcher Spachtel ist der richtige?

3.1 Malerspachtel

malerspachtel

Besonderheiten
Der Malerspachtel – auch Fassadenspachtel oder Flächenspachtel genannt – zeichnet sich durch eine Blattbreite von bis zu 60 cm aus. Wegen seiner Größe und da er oft beidhändig genutzt wird, besitzt er für ein ermüdungsfreies Arbeiten eine ergonomische Griffgestaltung. Das Blatt besteht aus flexiblem Federstahl und besitzt oft abgerundete Ecken.

Anwendungsgebiet

  • Verfugen und Schaffen glatte Oberflächen
  • Auftragen von Klebespachtelmasse
  • Verspachteln großflächiger Wände
  • Verputzen von Mauerwerk, Beton und Fertigbauteilen

3.2 Fugenspachtel

Fugenspachtel

Besonderheiten
Das konisch geformte Blatt des Fugenspachtels besteht aus dünnem Federstahl. Der Griff ist oft als zweiteiliger und hautfreundlicher Softgriff ausgeführt. In einem Fugenspachtel-Set für Detailarbeiten sind kleine, unterschiedlich geformte Kunststoffspachtel enthalten.

Anwendungsgebiet

  • Anfertigung glatter Fugen hoher Qualität
  • Als Kunststoffspachtel zum Verfugen in Ecken und schwer zugänglichen Bereichen

3.3 Japanspachtel

Japanspachtel

Besonderheiten
Beim Japanspachtel sitzt das rechteckige Stahlblatt in einer Leiste aus Kunststoff. Gängig sind Blattbreiten zwischen 5 und 15 cm. Japanspachtel werden oft als mehrteiliges Set angeboten. Es gibt drei Härteabstufungen: weich, mittel und hart.

Anwendungsgebiet

  • Präzises Verfüllen
  • Glätten und Ausbessern kleinerer Flächen

3.4 Universalspachtel

Universalspachtel

Besonderheiten
Der klassische Standardspachtel hat ein konisches Blatt mit einer Breite zwischen 2 und 10 cm.

Anwendungsgebiet

  • Wegen relativ starrer Klinge sowohl zum Verspachteln als auch zum Ablösen von Tapetenresten geeignet
  • Nicht für höhere Qualitätsstufen geeignet

3.5 Stuckateurspachtel

Stuckateurspachtel

Besonderheiten
Die relativ kleine Kelle des Stuckateurspachtels ist per s-förmigem Abstandhalter mit dem Griff verbunden.

Anwendungsgebiet

  • Sauberes Anlegen von Kanten
  • Ausbesserungen an dekorativen Elementen

3.6 Breitspachtel

Breitspachtel

Besonderheiten
Als Breitspachtel werden große Fugenspachtel, Malerspachtel und Fassadenspachtel bezeichnet. Die Blattbreite liegt bei 15 – 30 cm.

Anwendungsgebiet

  • Zum breiten Ausziehen von Spachtelmasse
  • Verfugen und Verputzen von Fassaden und Decken

3.7 Zahnspachtel

Zahnspachtel

Besonderheiten
Das Zahnspachtel Blatt hat eine Zahnung, die das Auftragen von Klebstoff und Dünnbettmörtel erleichtert. Es gibt vier Arten der Zahnung:

  • Dreieckzahnung
  • Spitzzahnung
  • Rechteckzahnung
  • Rundzahnung

Die Zahnung macht den Auftrag von Klebstoff in der vom Hersteller empfohlenen Dichte und Verteilung möglich. Beim Knickzahnspachtel sind die Zähne zusätzlich abgewinkelt, um eine gleichmäßige Verteilung zäher Klebespachtelmassen zu erlauben.

Anwendungsgebiet

  • Auftrag von Klebstoff
  • Klebespachtel und Dünnbettmörtel

3.8 Stoßspachtel

Stoßspachtel

Besonderheiten

Der Stoßspachtel verfügt über ein starres, geschärftes Blatt aus Werkzeugstahl oder geschmiedetem Blatt.

Anwendungsgebiet

  • Spezialspachtel zum Ablösen von Tapeten- und Teppichresten
  • Leichte Stemmarbeiten in Weichholz und ähnlichen Werkstoffen

3.9 Eckenspachtel

Eckenspachtel

Besonderheiten
Das rechteckige Blatt des Eckenspachtels ist an beiden Längsseiten im Winkel von 90° aufwärts gefalzt. Bei anderen Modellen hat das Blatt eine positive oder negative V-Form. Der Griff ist per Abstandshalter mit dem Winkel des Spachtelblattes verbunden.

Anwendungsgebiet

  • Verfugen, Glätten und Verfüllen in Eckbereichen
  • Abziehen von Innenkanten und Außenkanten

4. Welche Vorbereitungen sollten vor dem Spachteln getroffen werden?

Ein gutes Arbeitsergebnis setzt einen sauberen Spachtel voraus. Auch der zu bearbeitende Grund sollte vor dem Verspachteln von Staub und Rückständen befreit werden. Effektiv geht die Reinigung mit einem Baustaubsauger vor sich. Was nicht mit der Spachtelmasse in Kontakt kommen soll, lässt sich mit Malerkrepp abkleben oder mit Folie abdecken.

Einen Tiefgrund gewährleistet eine gute Haftung der Spachtelmasse. Der Auftrag der Grundierung erfolgt mit Schwamm oder Pinsel. Werden Bauteile im Trockenbau auf Stoß aneinandergesetzt, ist vor dem Anfertigen einer Eckfuge zu prüfen, ob die Flanken gleichmäßig angefast sind. Ein Schraubendreher ist nützlich, um die eine oder andere noch vorstehende Schraube einzudrehen.

5. Was muss beim Anrühren der Spachtelmasse beachtet werden?

Für kleine Mengen reicht der Gipsbecher aus Gummi. Im Baueimer oder einem Mischkübel lässt sich mehr Spachtelmasse anrühren. Bei großen Projekten empfiehlt sich der Einsatz eines Rührwerks. Das Material ist innerhalb von 30 Minuten zu verbrauchen – daher besser nicht zu viel anmischen. Die Gefäße sind vorher zu säubern, da schon kleine Schmutzteile das Abbinden und die Festigkeit beeinträchtigen können.

6. Welche Arbeiten können mit dem Spachtel vorgenommen werden?

Verspachteln von Löchern
Zum Verfüllen kleiner bis mittelgroßer Löcher ist ein Malerspachtel mit flexiblem Blatt die beste Lösung. Wer es praktisch mag, greift bei der Auswahl der Spachtelmasse zur Fertigmasse aus der Tube. Nach dem Verfüllen wird die Oberfläche geglättet.

Verspachteln von Rissen
Vor dem Verspachteln von Rissen ist der umgebende Putz zu befeuchten. Nach dem Verfüllen mit Spachtelmasse vollständig aushärten lassen. Feine Risse lassen sich in hoher Qualität mit acrylhaltiger Spachtelmasse verfüllen.

Verspachteln von großen Flächen
Bei großen Flächen wird die Spachtelmasse mit einem Flächenspachtel verteilt. Anschließend lässt sich die Masse mit halbkreisförmigen Bewegungen bei wenig Druck abziehen. Beim Spachteln von Rigips-Platten stabilisieren Rissbinden die Struktur.

7. Welche Nacharbeiten sollten vorgenommen werden?

Nach dem Austrocknen des Grundes die Spachtelmasse mit Schleifpapier glätten. Die Auswahl der Körnungen und die Intensität der Nacharbeit hängt von der gewählten Qualitätsstufe ab.

Isabelle

Handwerkern auf die Finger und über die Schulter schauen: Ich interessiere mich vor allem für spannende Geschichten aus der Praxis.

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