Ein perfekter Rasen mit gesundem grünen Gras ist das Resultat ausgiebiger Pflege. Wer im Frühling und Sommer in einem gepflegten Garten entspannen will, muss dafür schon in den kalten Monaten die Weichen stellen. Wer hingegen seinen Rasen längere Zeit vernachlässigt, bekommt dafür schnell die Quittung. Doch worauf sollte insbesondere geachtet werden?

1. Rasenpflegekalender

Ein schöner Rasen erfordert das ganze Jahr über eine gute Pflege. Je nach Jahreszeit und Wachstumsphase sind dabei unterschiedliche Maßnahmen erforderlich. Hier eine Übersicht darüber, welche Schritte in welchen Monaten unternommen werden sollten:

  Jan Feb Mär Apr Mai Juni Juli Aug Sep Okt Nov Dez
Vorbe- reitung                        
Säen                        
Mähen                        
Wässern                        
Düngen                        
Vertiku- tieren                        
Unkraut vernichten                        
Sanden                        
Lüften                        

Laub sammeln

                       

2. Rasen bewässern: Wann und in welchem Maß?

Den Rasen zum richtigen Zeitpunkt und in richtigem Maße zu wässern, gehört zu den wichtigsten Aspekten der Rasenpflege. Wer sich hier vertut, muss mit braunen Stellen oder einer gelben Färbung des Rasens rechnen. Haben diese sich erst einmal verbreitet, ist eine Neuaussaat des Rasens meist der letzte Ausweg.
WIG Schweißgerät
In den Sommermonaten wird der Boden zunehmend trockener, sodass das Gras innerhalb von wenigen Wochen völlig verdorren kann, wenn nicht nachgeholfen wird. Pro Quadratmeter verliert die Rasenfläche an einem heißen Sommertag durchschnittlich vier Liter Wasser, die es auszugleichen gilt. 15 bis 20 Liter, alle drei bis vier Tage sollten es schon sein, um sicherzugehen, dass das Wasser mindestens 15 cm einsickern kann und damit alle Bodenschichten erreicht.

Wichtig ist hierbei, dass nicht in der prallen Mittagssonne gewässert wird. Denn dann verdunstet der größte Teil des Wassers und kann dabei noch den Rasen schädigen. Besonders praktisch ist das Wässern mit einem Rasensprenger, der einmal eingestellt wird und dann alle Arbeit von selbst erledigt. Ist die Größe der Rasenfläche überschaubar, kann die Bewässerung natürlich auch per Hand durchgeführt werden. 

3. Rasen düngen: Was sollte beachtet werden?

Um optimal zu gedeihen, benötigt der Rasen Nährstoffe, die durch regel­mä­ßiges Düngen zugeführt werden können. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann eine Bodenprobe nehmen und diese analysieren lassen. Das gibt Aufschluss darüber, welche Nährstoffe speziell benötigt werden und welcher Dünger die besten Erfolge erzielt.

Moderne Langzeitdünger wirken bis zu drei Monate lang, sodass es meist ausreicht zwei bis drei Mal im Jahr zu düngen: das erste Mal im Frühjahr zum Wachstumsbeginn, das zweite Mal im Sommer, wenn die Gräser ihre stärkste Wachstumsphase haben und eventuell ein weiteres Mal zum Herbst hin, um den Rasen für den Winter zu stärken. 

4. Rasen mähen oder mulchen: Wann was wählen?

Wer einen Mulchmäher oder einen Mähroboter verwendet, kann davon ausgehen, dass bei der Benutzung dieser Geräte bereits viele Nährstoffe wieder an den Rasen zurückgeführt werden. Dann reicht gelegentliches Düngen völlig aus.
Rasen mähen
Anders als beim klassischen Rasenmähen wird das Schnittgut hierbei nicht in einem Behälter aufgefangen, sondern fein zerkleinert und auf dem Rasen verteilt.

Die Entsorgung des Schnittguts entfällt, was Zeit und Geld spart. Wichtig dabei ist, dass das Gras trocken ist und nicht klumpt. Sonst gelangen kein Licht und keine Luft mehr an die Halme und es kann zu Fäulnisprozessen kommen, die Pilze und andere Parasiten begünstigen. Bleibt zudem übermäßig viel Mulch auf dem Rasen liegen, kann das ein Verfilzen des Rasens nach sich ziehen.

Falls du ein Technik-Fan bist, kannst du eine besonders feine Mulch Methode auch von deinem Husqvaran Automower oder deinem Robomow Mähroboter erledigen lassen. Unser Rasenmäher Ratgeber informiert dich detaillierter über die einzelnen Typen und hält nützliche Informationen für die Rasenmäher Auswahl bereit. 

5. Rasen vertikutieren: Wann ist der ideale Zeitpunkt

Haben sich Moos und Rasenfilz erstmal gebildet, hilft in der Regel nur noch eins: das Vertikutieren. Mindestens einmal jährlich sollte die Rasendecke auf diese Weise gelockert werden, sodass wieder Sauerstoff an den Rasen gelangt und der Boden aufatmen kann. Besonders anfällig für die Bildung von Rasenfilz sind schwere, trockene Lehmböden in denen die Luft nicht zirkulieren kann.

Der ideale Zeitpunkt zum Vertikutieren ist das Frühjahr oder der Herbst, etwa zwei Wochen nach dem Düngen, wenn der Rasen mit allen nötigen Nährstoffen versorgt ist und sich anschließend optimal regenerieren kann. Zu beachten ist dabei unbedingt, dass die Rasenflächen absolut trocken sind. Die Vertikutierhöhe sollte korrekt eingestellt sein und den Rasen keinesfalls tiefer als zwei bis drei Millimeter einritzen.

Beginnen sollte man idealerweise direkt nach dem regulären Mähen auf etwa zwei Zentimeter. Dann kann das Herausziehen von längeren Graspflanzen weitestgehend vermieden werden. Bleiben am Ende doch kahle Stellen zurück, kann in diesen Partien sogleich neu gesät werden. 

6. Rasen lüften: Wie geht das?

Eine gute Ergänzung zum obligatorischen Pflegeprogramm stellt das Lüften des Rasens dar. Dieser Vorgang kann das ganze Jahr über durchgeführt werden, um das Grün des Grases jederzeit frisch zu halten. Verwendet werden kann dafür entweder ein elektrischer Aerifizierer oder aber eine einfache Luftgabel, mit der kleinere Löcher in den Rasen gedrückt werden.
Damit wird die Oberfläche luftiger und das Wasser kann besser aufgenommen werden, was Staunässe verhindert. Sowohl nach dem Vertikutieren als auch nach dem Lüften empfiehlt es sich, den Rasen anschließend großzügig zu wässern

7. Langfristige Rasenpflege: Nachsäen, Ausbessern, Laub entfernen

Wer seinen Rasen optimal pflegen will, sollte neben dem Standardprogramm auch auf kleine Details achten, die langfristig einen großen Unterschied machen können. Wer zum Beispiel kleinere kahle Stellen entdeckt, tut sich keinen Gefallen damit, lange mit den Reparaturarbeiten zu warten. Hier sollten die beschädigten und vertrockneten Pflanzenteile sofort entfernt werden, bevor der Schaden sich weiter ausbreitet. Die Erde dann zunächst etwas lockern und die Grassamen aussäen. Dazu kann ein Rechen verwendet werden, mit dessen Hilfe man die Samen gründlich in den Boden einarbeitet.

Anschließend auf jeden Fall düngen und darauf achten, dass alles feucht gehalten wird. Sind die Lücken bereits sehr groß und es fehlt an Zeit und Geduld für die Prozedur, kann im schlimmsten Fall auf Rollrasen zurückgriffen werden. In dem Fall spart man sich die vier Wochen, die der neu angesetzte Rasen zum Heranreifen benötigt, indem man fertig ausgewachsenen Rasen einsetzt und damit die Lücken füllt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt in der Rasenpflege, der besonders im Herbst an Bedeutung gewinnt, ist das Entfernen von Laub, der auf dem Rasen liegen bleibt. Bevor bedeckte Stellen gelb werden, empfiehlt es sich den Rasen, mit Hilfe einer Harke oder aber mit einem gewöhnlichen Rasenmäher, von den getrockneten Blättern zu befreien. Das Laub kann anschließend kompostiert und vermischt mit Rasenschnitt als Dünger verwendet werden. 

8. Rasenkrankheiten: Symptome und Gegenmaßnahmen

Wer alle bisher genannten Pflegeschritte gewissenhaft durchführt und seinen Rasen zu jeder Jahreszeit auf entsprechende Weise pflegt und bearbeitet, sollte von Rasenkrankheiten weitestgehend verschont bleiben. Nicht zuletzt sind aber auch die Umweltbedingungen, die nicht oder nur sehr schwer beeinflusst werden können, maßgeblich für die Gesundheit des Rasens. Das bedeutet leider das unschöne Krankheiten nie völlig ausgeschlossen werden können. Die verbreitetsten Erkrankungen, deren Symptome und die nötigen Gegenmaßnahmen werden an dieser Stelle erörtert. 

8.1. Blattfleckenkrankheit

Die Blattfleckenkrankheit zeigt sich durch gelbe bis braune Flecken auf den Blättern des Rasens. Ist auch der Wurzelhals oder die Blattscheide betroffen, stirbt die Pflanze schließlich ab. Ursache für diese Erkrankung kann Staunässe und ein zu fester Boden mit schlechter Sauerstoffversorgung sein. Zur Beseitigung der Krankheit muss der Boden gelockert und belüftet werden, beispielsweise durch regelmäßiges Vertikutieren und Aerifizieren. 

8.2. Rotspitzigkeit

Ist der Rasen von Rotspitzigkeit befallen, treten auf dem Gras kreisförmige rot bis braune Verfärbungen auf. Im weiteren Verlauf sterben die befallenen Halme ab und es entstehen größere Fläche mit geweihartigem roten Gebilde. Der Schwächeparasit resultiert aus einem nährstoffarmen Rasen mit hoher Feuchtigkeit. Hat er sich einmal ausgebreitet, hilft eine sofortige Düngung, um den Rasen wieder in Schuss zu bringen. 

8.3. Schneeschimmel

Schneeschimmel lässt sich erkennen an graubraunen feucht-faulen Flecken, die mit der Zeit ineinander verlaufen. Dabei sind die Halme oft verklebt und schimmern silbrig. Die Erkrankung resultiert aus Staunässe und kann durch zeitiges Vertikutiere, Aerifizieren und Sanden vermieden werden. Besonders bei schmelzendem Schnee ist eine schnelle Reaktion gefragt. Sonst muss abgewartet werden, bis der Rasen sich im Frühjahr von selbst wieder regeneriert. 

8.4. Hexenringe

Hexenringe können ganzjährig auf Rasenflächen auftreten. Die Pilzerkrankung zeigt sich durch dunkelgrüne Ringe mit Hutpilzen und den typischen Pilzgeruch. Werden erste Anzeichen zu lange ignoriert, ist das Resultat des Befalls langfristig das Absterben des Grases innerhalb der befallenen Kreise. Zur Vorbeugung ist eine ausreichende Belüftung des Bodens sicherzustellen und die mögliche Filzschicht zu entfernen. Ist die Krankheit bereits ausgebrochen, sollte ausgiebig gewässert und anschließend gedüngt werden. Bei sehr fortgeschrittenem Stadium sollte der Boden der betroffenen Flächen stark aufgelockert werden.