In der professionellen Befestigungstechnik kommt es auf jedes Detail an. Besonders bei Verbindungen, die dynamischen Belastungen, Vibrationen oder Temperaturschwankungen ausgesetzt sind, ist eine zuverlässige Sicherung unerlässlich. Sicherungsbleche sind hier eine bewährte und effektive Lösung, um das selbstständige Lösen von Schrauben und Muttern zu verhindern. Sie bieten eine formschlüssige Sicherung, die auch unter anspruchsvollen Bedingungen standhält.
Im Gegensatz zu anderen Sicherungselementen, die auf Reibung basieren, wird bei einem Sicherungsblech eine mechanische Barriere geschaffen. Durch das Umbiegen einer oder mehrerer Laschen wird die Mutter oder der Schraubenkopf fixiert und kann sich nicht mehr verdrehen. Bei Contorion findest du eine präzise Auswahl an Sicherungsblechen für diverse Anwendungen, damit deine Konstruktionen dauerhaft stabil und sicher bleiben.
Die Funktionsweise von Sicherungsblechen ist ebenso einfach wie genial. Nach dem Anziehen der Schraubverbindung wird eine oder mehrere der dafür vorgesehenen Nasen oder Laschen des Blechs an eine Kante der Mutter oder des Schraubenkopfes angelegt und umgebogen. Eine weitere Nase des Blechs greift dabei in eine Nut der Welle oder stützt sich an einer Gehäusekante ab, um ein Mitdrehen des Blechs selbst zu verhindern. So entsteht eine formschlüssige Verbindung, die ein Lösen durch Vibrationen effektiv unterbindet.
Diese Art der Sicherung ist besonders im Maschinen- und Anlagenbau, in der Fahrzeugtechnik sowie im Getriebebau verbreitet. Überall dort, wo Wellen, Lager und Achsen mit Nutmuttern befestigt werden, sind Sicherungsbleche nach Normen wie DIN 5406 unverzichtbar. Auch bei Verschraubungen an Gehäusen, bei denen eine Außennase zur Verdrehsicherung genutzt werden kann, kommen Modelle wie die Scheibe nach DIN 432 zum Einsatz.
Um Kompatibilität und Sicherheit zu gewährleisten, sind Sicherungsbleche in verschiedenen DIN-Normen standardisiert. Jede Norm definiert spezifische Formen und Abmessungen für bestimmte Anwendungsfälle. Die Wahl des richtigen Typs ist entscheidend für die Funktionstüchtigkeit der gesamten Baugruppe.
| Produktbezeichnung | Norm | Material | Hauptanwendung | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| DIN 5406 Sicherungsbleche für Nutmuttern | DIN 5406 | Stahl | Sicherung von Nutmuttern auf Wellen und Achsen | Innennase für Wellennut und mehrere Außennasen |
| DIN 70952 Sicherungsblech für Nutmutter | DIN 70952 | Stahl | Präzisionssicherung von Nutmuttern, z.B. bei Wälzlagern | Ringform mit mehreren feinen Sicherungslaschen |
| DIN 432 Scheibe mit Außennase (Sicherungsblech) | DIN 432 | Stahl | Sicherung von Sechskantschrauben/-muttern an festen Bauteilen | Außennase zur Verdrehsicherung am Gegenstück |
| DIN 432 Scheibe mit Außennase (Sicherungsblech), Edelstahl | DIN 432 | Edelstahl A2 | Anwendungen mit Korrosionsrisiko oder im Außenbereich | Hohe Korrosionsbeständigkeit |
Die Wahl des richtigen Materials ist für die Langlebigkeit und Zuverlässigkeit der Sicherung von großer Bedeutung. Standard-Sicherungsbleche bestehen meist aus Stahl, der eine ausreichende Festigkeit für die meisten Anwendungen im Innenbereich bietet. Bei Verbindungen, die Feuchtigkeit, Chemikalien oder Witterungseinflüssen ausgesetzt sind, solltest du unbedingt auf korrosionsbeständige Materialien zurückgreifen. Hierfür eignen sich insbesondere Sicherungsbleche aus Edelstahl, wie die DIN 432 Scheibe aus Edelstahl A2.
Die Montage erfordert Sorgfalt. Zuerst wird die Schraube oder Mutter mit dem vorgeschriebenen Drehmoment angezogen. Anschließend wird das Sicherungsblech so positioniert, dass die Verdrehsicherung (z.B. die Innennase in der Wellennut) korrekt sitzt. Danach wird eine der Laschen fest und ohne Beschädigung an eine Schlüsselfläche der Mutter oder des Schraubenkopfes angelegt und umgebogen. Verwende hierfür geeignetes Werkzeug, um eine saubere und feste Verformung zu gewährleisten.
Sicherungsbleche sind ideal für Schraubverbindungen, die starken Vibrationen, Stößen oder wechselnden Belastungen ausgesetzt sind. Sie eignen sich hervorragend zur Sicherung von Lagern auf Wellen mittels Nutmuttern im Maschinen-, Getriebe- und Fahrzeugbau. Ihre formschlüssige Wirkung macht sie zuverlässiger als rein kraftschlüssige Elemente wie Federringe, wenn ein absolutes Löseverbot besteht.
Nein, in der Regel sind Sicherungsbleche für den einmaligen Gebrauch bestimmt. Beim Lösen der Verbindung muss die umgebogene Lasche zurückgebogen werden. Dieser Vorgang schwächt das Material an der Biegestelle durch Kaltverfestigung und anschließende Überdehnung. Bei einer erneuten Verwendung besteht die Gefahr, dass die Lasche bricht oder keine ausreichende Sicherungskraft mehr aufbringt. Aus Sicherheitsgründen solltest du daher bei jeder Montage ein neues Sicherungsblech verwenden.
Ein Sicherungsblech erzeugt eine formschlüssige Sicherung durch das Umbiegen einer Lasche. Es verhindert die Rotation der Mutter mechanisch. Eine Fächerscheibe hingegen ist ein kraftschlüssiges Sicherungselement. Ihre Zähne krallen sich beim Anziehen in die Oberfläche von Schraubenkopf und Werkstück. Dies erhöht den Reibungswiderstand und wirkt einem Lösen durch Vibrationen entgegen, bietet aber keine absolute mechanische Blockade wie ein Sicherungsblech.
Die Größe des Sicherungsblechs richtet sich nach der zu sichernden Schraube oder Mutter. Bei Sicherungsblechen für Nutmuttern (DIN 5406) muss der Innendurchmesser des Blechs zum Wellendurchmesser und die Außengröße zur Nutmutter passen. Bei Scheiben mit Außennase (DIN 432) ist der Innendurchmesser auf den Nenndurchmesser der Schraube abgestimmt. Orientiere dich immer an den Normen und den Abmessungen deiner Verbindungselemente.