Für professionelle Schweißergebnisse beim Metall-Schutzgasschweißen (MSG) ist die Wahl des richtigen Zusatzwerkstoffs entscheidend. Hochwertiger MIG und MAG-Schweißdraht bildet die Grundlage für belastbare, saubere und langlebige Verbindungen. Ob im Stahlbau, in der Automobilindustrie oder im Anlagenbau – die Qualität des Schweißdrahts beeinflusst direkt die Effizienz deines Arbeitsprozesses und die Güte der finalen Schweißnaht. Bei Contorion findest du eine breite Auswahl an Schweißdrähten für unterschiedlichste Materialien und Anforderungen.
Das MIG-Verfahren (Metall-Inertgas) und das MAG-Verfahren (Metall-Aktivgas) unterscheiden sich primär durch das verwendete Schutzgas. Während beim MIG-Schweißen inerte Gase wie Argon oder Helium zum Einsatz kommen, um Nichteisenmetalle wie Aluminium oder Kupfer zu verbinden, werden beim MAG-Schweißen aktive Gase (meist Mischgase aus Argon und CO2) für das Fügen von Stählen genutzt. Der Schweißdraht dient dabei sowohl als stromleitende Elektrode als auch als Schweißzusatz, der die Naht auffüllt.
Die erste und wichtigste Entscheidung bei der Auswahl deines Schweißdrahts ist die Abstimmung auf den zu bearbeitenden Grundwerkstoff. Für unlegierte und niedriglegierte Baustähle sind Drähte wie der Automag 2 oder Normag 2 ideal. Wenn du hochlegierte Werkstoffe wie Edelstahl verbinden musst, benötigst du einen speziellen Edelstahl-Schweißdraht, beispielsweise den Schweißkraft MAG Edelstahl-Schweißdraht 1.4316. Für Leichtmetalle wie Aluminium gibt es ebenfalls spezielle Drähte wie den Schweißkraft MIG Aluminium-Schweißdraht Al Si 5.
Der Drahtdurchmesser ist ein weiterer kritischer Faktor. Er richtet sich nach der Materialdicke des Werkstücks und der gewünschten Schweißleistung. Gängige Durchmesser reichen von 0,6 mm für dünne Bleche bis hin zu 1,6 mm oder mehr für massive Bauteile. Ein Draht wie der Automag 3 mit 0,8 mm eignet sich hervorragend für Karosseriearbeiten, während der Automag 3 mit 1,2 mm im Stahlbau seine Stärken ausspielt. Achte zudem auf die Spulengröße, die zu deinem Schweißgerät passen muss. Gängig sind hier Korbspulen (zum Beispiel D300) mit 15 kg für den stationären Werkstatteinsatz oder kleinere 5-kg-Spulen für mobile Anwendungen.
Der Großteil der angebotenen MIG und MAG-Schweißdrähte sind Massivdrähte. Diese bestehen vollständig aus dem Schweißzusatzwerkstoff und erfordern zwingend den Einsatz eines externen Schutzgases, um das Schmelzbad vor der Oxidation durch die Umgebungsluft zu schützen. Sie erzeugen sehr saubere, spritzerarme Schweißnähte mit hoher mechanischer Güte und sind die erste Wahl für Arbeiten in der Werkstatt oder in windgeschützten Bereichen.
Fülldrähte hingegen besitzen eine pulverförmige Füllung im Inneren. Diese Füllung kann verschiedene Aufgaben erfüllen: Sie kann Legierungselemente enthalten oder Stoffe, die beim Schweißen ein eigenes Schutzgas bilden (selbstschützende Fülldrähte). Letztere ermöglichen das Schweißen ohne externe Gaszufuhr und sind daher ideal für den Einsatz im Freien, wo Wind das Schutzgas wegblasen könnte. Allerdings erzeugen sie oft mehr Schweißspritzer und eine Schlackeschicht, die nach dem Schweißen entfernt werden muss.
| Produkt | Werkstoff / Norm | Drahtdurchmesser | Spulentyp / Gewicht | Anwendungsbereich |
|---|---|---|---|---|
| Schweißdraht Automag 2 D 1,0 mm 15kg | Stahl / EN ISO 14341-A: G3Si1 | 1,0 mm | Korbspule D300 / 15 kg | Allgemeiner Stahlbau, Maschinenbau |
| Schweißkraft MAG Edelstahl-Schweißdraht 1.4316 / D 300 / 15,0 kg / 0,8 mm | Edelstahl V2A / EN ISO 14343-A: G 19 9 L Si | 0,8 mm | Korbspule D300 / 15 kg | Chemieanlagen, Lebensmittelindustrie |
| Schweißkraft MIG Aluminium-Schweißdraht Al Si 5 / D 300 7,0 kg | Aluminium-Silizium / EN ISO 18273: S Al 4043 (AlSi5) | 1,0 mm | Korbspule D300 / 7 kg | Aluminiumkonstruktionen, Behälterbau |
| Dratec Schweißdraht WSGII 2,4mm | Stahl / EN ISO 636: W3Si1 | 2,4 mm | Stabelektrode | WIG-Schweißen, Rohrleitungsbau |
Um die hervorragenden Schweißeigenschaften deines Drahtes zu erhalten, ist eine korrekte Lagerung unerlässlich. Bewahre den MIG und MAG-Schweißdraht stets trocken und sauber auf, idealerweise in der Originalverpackung. Feuchtigkeit kann zu Rost auf Stahldrähten führen und Wasserstoff in die Schweißnaht einbringen, was zu Poren und Rissen führen kann. Auch Verschmutzungen wie Öl oder Fett auf dem Draht beeinträchtigen die Lichtbogenstabilität und die Qualität der Naht. Sorge zudem für eine reibungslose Drahtförderung in deinem Schweißgerät, indem du die Drahtführungsspirale und die Vorschubrollen regelmäßig reinigst und auf Verschleiß prüfst.
Technisch gesehen gibt es keinen speziellen „MIG-Draht“ oder „MAG-Draht“. Der Draht selbst ist für das Verfahren ausgelegt, aber die Unterscheidung liegt im verwendeten Schutzgas. Beim MAG-Schweißen (Metall-Aktivgas) für Stahl wird ein aktives Gasgemisch (zum Beispiel Argon mit CO2) verwendet. Beim MIG-Schweißen (Metall-Inertgas) für Nichteisenmetalle wie Aluminium kommt ein inertes Gas (zum Beispiel reines Argon) zum Einsatz. Man wählt also den Draht passend zum Werkstoff und das Gas passend zum Verfahren.
Für das Schweißen von Edelstahl (rostfreier Stahl, Nirosta) benötigst du einen speziellen, hochlegierten Schweißdraht, der auf die Legierung des Grundwerkstoffs abgestimmt ist. Gängige Bezeichnungen sind zum Beispiel 1.4316 (für V2A) oder 1.4576 (für V4A). Diese Drähte enthalten Elemente wie Chrom und Nickel, um die Korrosionsbeständigkeit der Schweißnaht sicherzustellen.
Nein, das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Standard-Massivdrähte, die den Großteil des Angebots ausmachen, benötigen immer ein externes Schutzgas. Nur spezielle Fülldrähte, die als „selbstschützend“ oder „Innershield“ gekennzeichnet sind, können ohne externe Gaszufuhr verschweißt werden, da sie die Schutzatmosphäre aus ihrer Füllung selbst erzeugen.
Qualität zeigt sich durch eine präzise Spulung, die ein verhedderungsfreies Abwickeln ermöglicht, sowie eine saubere und glatte Drahtoberfläche. Eine gleichmäßige Verkupferung bei Stahldrähten verbessert die Stromübertragung und den Korrosionsschutz. Wichtige Qualitätsmerkmale sind zudem die Einhaltung von Normen (zum Beispiel EN ISO 14341) und eine konstante chemische Zusammensetzung, die reproduzierbare Schweißergebnisse garantiert.