Eine Injektions-Ankerhülse, oft auch als Siebhülse bezeichnet, ist ein unverzichtbarer Bestandteil der chemischen Befestigungstechnik, wenn du in Loch- und Kammersteinen arbeitest. Ihre Hauptaufgabe ist es, den Injektionsmörtel gezielt im Bohrloch zu halten und zu verhindern, dass er sich unkontrolliert in den Hohlkammern des Mauerwerks verteilt. Dadurch wird eine formschlüssige Verbindung zwischen dem Baustoff, dem Mörtel und der Ankerstange oder dem Innengewindeanker sichergestellt.
Die Gitterstruktur der Hülse lässt den Mörtel gezielt austreten und sich hinter den Stegen des Lochsteins verkrallen. So entsteht ein stabiler, tragfähiger Verbund, der hohe Lasten aufnehmen kann. Ohne eine passende Injektions-Ankerhülse wäre eine sichere und zulassungskonforme Verankerung in porösen oder hohlen Baustoffen praktisch unmöglich, da der Mörtelverbrauch exzessiv und die Haltekraft unzureichend wäre.
Bei der Auswahl der richtigen Injektions-Ankerhülse stößt du primär auf zwei Materialien: Kunststoff und Metall. Jedes Material bietet spezifische Vorteile für unterschiedliche Anwendungsfälle.
Die Abmessungen der Injektions-Ankerhülse sind entscheidend für die Stabilität der gesamten Verankerung. Der Durchmesser und die Länge müssen exakt auf das Bohrloch und die zu verwendende Ankerstange abgestimmt sein. Eine zu kleine Hülse bietet nicht genügend Volumen für den Mörtel, während eine zu große Hülse im Bohrloch wackelt und keine präzise Führung erlaubt.
Hersteller wie fischer geben in ihren technischen Datenblättern genaue Vorgaben, welche Hülsengröße, zum Beispiel eine FIS H 16x130 K, für welchen Bohrlochdurchmesser und welche Ankerstangengröße geeignet ist. Die Länge der Hülse bestimmt die effektive Verankerungstiefe und damit direkt die Last, die die Befestigung aufnehmen kann. Halte dich stets an diese Vorgaben, um die Sicherheit und Zulassungskonformität deiner Arbeit zu gewährleisten.
| Produkt | Material | Bohrloch-Ø | Nutzbare Länge / Verankerungstiefe | Geeignet für Ankerstange |
|---|---|---|---|---|
| fischer Kunststoff-Injektionsankerhülsen FIS H 16x85 K | Kunststoff | 16 mm | 85 mm | M10 - M12 |
| fischer Injektions-Ankerhülse FIS H 20x85 K B (8) | Kunststoff | 20 mm | 85 mm | M12 - M16 |
| fischer Injektions-Ankerhülse FIS H 16x130 K B (8) | Kunststoff | 16 mm | 130 mm | M10 - M12 |
| fischer Injektionsankerhülsen aus Metall FIS H 1000 L | Stahl, verzinkt | Je nach Variante (z.B. 18 mm, 22 mm) | 1000 mm (ablängbar) | Je nach Variante (z.B. M12, M16) |
Die Wirksamkeit einer chemischen Befestigung hängt maßgeblich von der korrekten Verarbeitung ab. Eine sorgfältige Vorgehensweise ist hier das A und O. Bei Contorion findest du die passende Injektions-Ankerhülse und das Zubehör für dein Projekt.
Nein, eine Injektions-Ankerhülse ist ein Einwegprodukt. Nach dem Aushärten des Mörtels bildet sie eine feste Einheit mit dem Mörtel und dem umgebenden Baustoff. Sie kann nicht entfernt werden, ohne die Verankerung zu zerstören.
Nein, in Vollbaustoffen wie Beton oder Vollziegel ist keine Ankerhülse erforderlich. Hier wird der Injektionsmörtel direkt in das gereinigte Bohrloch eingebracht, wo er sich mit der rauen Bohrlochwand verbindet und eine Spreizdruck-freie Verankerung bildet.
Eine unvollständige Füllung führt zu einer drastisch reduzierten Tragfähigkeit der Verankerung. Der Mörtel kann sich nicht vollständig durch die Gitterstruktur pressen und im Lochstein verkrallen. Dies kann zum Versagen der Befestigung unter Last führen. Achte daher immer darauf, die Hülse vom Boden her blasenfrei zu füllen.
Die Hersteller von Injektionsmörteln bieten in der Regel Tabellen oder Online-Rechner an, mit denen du den Verbrauch pro Bohrloch ermitteln kannst. Das Volumen der Injektions-Ankerhülse ist dabei ein entscheidender Faktor. Es ist immer ratsam, eine zusätzliche Kartusche als Reserve einzuplanen.