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Halbrundnieten nach DIN 660: Die klassische Lösung für feste Verbindungen

Halbrundnieten sind eine der traditionsreichsten und zuverlässigsten Methoden, um unlösbare Verbindungen zwischen Bauteilen herzustellen. Besonders im Stahl-, Brücken- und Fahrzeugbau sind sie seit jeher ein unverzichtbares Befestigungselement. Ihre charakteristische Form mit einem runden Kopf und einem massiven Schaft sorgt für eine extrem hohe Festigkeit und Langlebigkeit der Verbindung, die Scherkräften und Vibrationen standhält.

Im Gegensatz zu Schraubverbindungen erzeugen Nieten eine form- und kraftschlüssige Verbindung, die sich nicht von selbst lockern kann. Dies macht sie zur ersten Wahl für sicherheitskritische Konstruktionen. Bei Contorion findest du eine breite Auswahl an Halbrundnieten in verschiedenen Materialien und Abmessungen, die exakt auf die Anforderungen deines Projekts zugeschnitten sind.

Materialvielfalt für spezifische Anforderungen

Die Wahl des richtigen Materials ist entscheidend für die Leistungsfähigkeit und Lebensdauer einer Nietverbindung. Jedes Material bietet spezifische Vorteile für unterschiedliche Einsatzgebiete.

  • Stahl: Stahl-Halbrundnieten, wie die DIN 660 aus Stahl, sind der Standard für allgemeine Anwendungen im Maschinen- und Stahlbau. Sie bieten eine hohe Zug- und Scherfestigkeit und sind die wirtschaftlichste Lösung für robuste Verbindungen, die keinen besonderen Korrosionsschutz erfordern.
  • Edelstahl A2: Wenn deine Konstruktion Witterungseinflüssen oder Feuchtigkeit ausgesetzt ist, sind Nieten aus Edelstahl A2 die richtige Wahl. Sie sind korrosionsbeständig und eignen sich hervorragend für den Einsatz im Außenbereich, in der Lebensmittelindustrie oder im Schiffsbau.
  • Aluminium: Für Leichtbaukonstruktionen, bei denen jedes Gramm zählt, sind Aluminiumnieten ideal. Sie sind deutlich leichter als Stahl und dennoch robust. Typische Anwendungsbereiche sind der Flugzeug-, Fahrzeug- und Fassadenbau.
  • Kupfer und Messing: Diese Materialien bieten eine ausgezeichnete elektrische Leitfähigkeit und eine hohe Korrosionsbeständigkeit. Kupfernieten werden oft in der Elektrotechnik eingesetzt, während Messingnieten zusätzlich eine ansprechende Optik für dekorative Anwendungen bieten.

Die fachgerechte Verarbeitung von Halbrundnieten

Das Setzen von Vollnieten wie den Halbrundnieten erfordert Fachkenntnis und das passende Werkzeug. Der Prozess, auch als Nieten bezeichnet, stellt sicher, dass die Verbindung ihre maximale Festigkeit erreicht. Voraussetzung ist immer der Zugang zu beiden Seiten des Werkstücks.

Der Niet wird durch die passgenauen Bohrungen der zu verbindenden Teile gesteckt. Während der Setzkopf auf der einen Seite mit einem Gegenhalter fixiert wird, wird das überstehende Schaftende auf der anderen Seite zum sogenannten Schließkopf geformt. Dies geschieht entweder kalt oder warm mithilfe eines Niethammers, eines Presslufthammers oder einer hydraulischen Nietpresse. Die korrekte Länge des Nietschafts ist dabei entscheidend: Er muss lang genug sein, um einen vollständigen Schließkopf zu bilden, aber kurz genug, um Materialvergeudung zu vermeiden.

Anwendungsbereiche und Normen im Überblick

Die DIN 660 ist die maßgebliche Norm für Halbrundnieten. Sie definiert präzise die geometrischen Abmessungen von Kopf und Schaft, um eine gleichbleibende Qualität und Austauschbarkeit zu gewährleisten. Diese Normierung macht sie zu einem verlässlichen Bauteil in vielen Branchen.

Die Einsatzgebiete sind vielfältig und reichen von der Restauration historischer Fahrzeuge und Stahlkonstruktionen bis hin zum modernen Behälter- und Apparatebau. Überall dort, wo dauerhafte und vibrationssichere Verbindungen gefordert sind, spielen diese klassischen Verbindungselemente ihre Stärken aus. Neben den massiven Halbrundnieten gibt es auch Varianten wie die Halbhohlniete nach DIN 733, deren hohler Schaft das Setzen mit geringerem Kraftaufwand ermöglicht.

Produkt Material Norm Schaft-Typ Typische Anwendung
DIN 660 Halbrundniete, Stahl Stahl DIN 660 Massiv Allgemeiner Stahl- und Maschinenbau
DIN 660 Halbrundniete, Edelstahl A2 Edelstahl A2 DIN 660 Massiv Außenanwendungen, Lebensmittelindustrie
DIN 660 Halbrundniete, Aluminium 99.5 Aluminium DIN 660 Massiv Leichtbau, Flugzeug- und Fahrzeugbau
DIN 660 Halbrundniete, Kupfer Kupfer DIN 660 Massiv Elektrotechnik, dekorative Zwecke
DIN 733 Halbhohlniete, Kupfer Kupfer DIN 733 Hohl Verbindungen mit geringerer Belastung

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie bestimme ich die richtige Länge für eine Halbrundniete?

Als Faustregel gilt: Die Schaftlänge des Niets sollte der Summe der Materialdicken (Klemmlänge) plus einem Überstand von etwa dem 1,3- bis 1,6-fachen des Schaftdurchmessers entsprechen. Dieser Überstand wird benötigt, um den Schließkopf vollständig auszuformen.

Kann man Halbrundnieten wieder entfernen?

Ja, allerdings ist die Verbindung danach zerstört. Zum Entfernen muss einer der Nietköpfe (entweder der Setz- oder der Schließkopf) durch Bohren, Schleifen oder Meißeln entfernt werden. Anschließend kann der Nietschaft aus der Bohrung geschlagen werden.

Was ist der Unterschied zwischen Warmnieten und Kaltnieten?

Beim Warmnieten wird der Niet vor dem Setzen erhitzt. Beim Abkühlen zieht er sich zusammen und erzeugt eine zusätzliche Vorspannung in der Verbindung, was die Klemmkraft erhöht. Dieses Verfahren wird vor allem im Stahl- und Brückenbau bei großen Nietdurchmessern angewendet. Kaltnieten erfolgt bei Raumtemperatur und ist bei kleineren Durchmessern üblich.

Welchen Durchmesser sollte die Bohrung für den Niet haben?

Die Bohrung sollte geringfügig größer sein als der Nenndurchmesser des Nietschafts, um ein leichtes Einführen zu ermöglichen. Ein typisches Übermaß liegt bei ca. 0,2 mm bis 0,5 mm, abhängig vom Nietdurchmesser. Eine zu große Bohrung würde die Stabilität der Verbindung beeinträchtigen.

Wichtige Hersteller für Halbrundnieten