Ein FI-Schalter, auch als Fehlerstrom-Schutzschalter oder RCD (Residual Current Device) bekannt, ist eine unverzichtbare Sicherheitskomponente in jeder modernen Elektroinstallation. Seine Hauptaufgabe ist der Schutz von Personen vor lebensgefährlichen Stromschlägen, indem er die Stromzufuhr bei kleinsten Fehlerströmen blitzschnell unterbricht. Zusätzlich minimiert er die Brandgefahr, die durch Isolationsfehler entstehen kann.
Für dich als Profi im Handwerk ist die Auswahl des richtigen Schutzschalters entscheidend für die Sicherheit und Zuverlässigkeit der gesamten Anlage. Bei Contorion findest du ein umfassendes Sortiment an hochwertigen FI-Schaltern von führenden Herstellern wie Doepke, ABB, Hager und Eaton, die alle relevanten Normen erfüllen und für den professionellen Einsatz konzipiert sind.
Das Funktionsprinzip eines FI-Schalters ist einfach, aber genial: Er vergleicht permanent den Strom, der in einen Stromkreis hineinfließt, mit dem Strom, der wieder herausfließt. Im Normalbetrieb sind beide Ströme identisch. Tritt jedoch ein Fehler auf, beispielsweise durch eine beschädigte Isolierung oder die Berührung eines spannungsführenden Teils, fließt ein Teil des Stroms über die Erde ab. Diese Differenz, der sogenannte Fehlerstrom, wird vom Schalter erkannt und führt zur sofortigen Abschaltung des Stromkreises in Bruchteilen einer Sekunde.
Je nach Anwendungsbereich gibt es unterschiedliche Typen von FI-Schaltern:
Die Auswahl des passenden FI-Schalters hängt von mehreren technischen Parametern ab, die genau auf die jeweilige Anwendung abgestimmt sein müssen.
| Modell | Typ | Bemessungsfehlerstrom (IΔn) | Polzahl | Bemessungsstrom (In) |
|---|---|---|---|---|
| Doepke FI-Schalter DFS4 040-4/0,03-B+ | B+ | 30 mA | 4-polig | 40 A |
| ABB Stotz S&J FI-Schutzschalter TypB 2P 25A, 30mA, 3kA, 2TE F202B-25/0, 03-2TE | B | 30 mA | 2-polig | 25 A |
| Hager FI-Schutzschalter 4p.63A/300mA Sel,6kA CPA463D | A (selektiv) | 300 mA | 4-polig | 63 A |
| Eaton FI/LS-Schalter C16A 30mA FRBM6-C16/3N/003-A | A (RCBO) | 30 mA | 4-polig (3P+N) | 16 A |
Die Installation eines FI-Schalters darf gemäß den geltenden Vorschriften, insbesondere der DIN VDE 0100, ausschließlich von einer qualifizierten Elektrofachkraft durchgeführt werden. Nach der Montage im Verteilerkasten ist eine Erstprüfung mit geeigneten Messgeräten zwingend erforderlich, um die korrekte Funktion sicherzustellen.
Ein wichtiger Bestandteil jedes Schalters ist die Prüftaste (meist mit 'T' markiert). Ihre regelmäßige Betätigung, empfohlen wird halbjährlich, simuliert einen Fehlerfall und überprüft die mechanische Funktion des Auslösemechanismus. Dies stellt sicher, dass der FI-Schalter im Ernstfall zuverlässig arbeitet und seine Schutzfunktion erfüllt.
Ein FI-Schalter (RCD) schützt Personen vor Stromschlägen, indem er Fehlerströme gegen Erde erkennt. Ein Leitungsschutzschalter (Sicherungsautomat) schützt hingegen Leitungen und Geräte vor Schäden durch Überlast oder Kurzschluss. Beide sind essenziell für eine sichere Elektroinstallation und werden oft kombiniert.
Unerwünschtes Auslösen kann verschiedene Ursachen haben. Oft sind es nicht defekte Geräte, sondern die Summe vieler kleiner, betriebsbedingter Ableitströme von elektronischen Geräten. Auch Feuchtigkeit in Außeninstallationen, alternde Isolierungen oder kurzzeitige Netzstörungen können eine Auslösung verursachen.
Da beim Laden von Elektrofahrzeugen glatte Gleichfehlerströme entstehen können, ist ein allstromsensitiver FI-Schutzschalter vom Typ B oder Typ B+ zwingend erforderlich. Alternativ kann ein Typ-A-Schalter verwendet werden, wenn die Wallbox bereits über eine integrierte Gleichfehlerstromerkennung (DC 6 mA) verfügt.
Ja, das ist technisch möglich und war lange Zeit gängige Praxis. Aus Gründen der Verfügbarkeit wird heute jedoch empfohlen, die Stromkreise auf mehrere FI-Schalter aufzuteilen. Löst ein Schalter aus, bleiben die anderen Kreise weiterhin in Betrieb, was die Fehlersuche erleichtert und einen Totalausfall verhindert.