Ein Federring ist ein unverzichtbares Sicherungselement in der Befestigungstechnik. Er verhindert zuverlässig das selbstständige Lockern von Schrauben und Muttern, das durch Vibrationen oder dynamische Belastungen verursacht werden kann. Seine einfache, aber effektive Funktionsweise macht ihn zu einer Standardlösung im Maschinenbau, in der Fahrzeugtechnik und im Stahlbau. Bei Contorion findest du eine breite Auswahl an Federringen für deine professionellen Anforderungen.
Die Hauptaufgabe eines Federrings besteht darin, eine axiale Vorspannung in der Schraubverbindung aufrechtzuerhalten. Durch seine geschlitzte und schraubenförmig verwundene Geometrie wirkt er wie eine Feder. Beim Anziehen der Schraube oder Mutter wird der Ring flachgedrückt und erzeugt eine konstante Gegenkraft. Diese Kraft sorgt für einen Reibungsschluss, der dem Losdrehen entgegenwirkt. Zusätzlich graben sich die scharfen Kanten des Rings in die Oberflächen von Schraubenkopf und Werkstück ein, was einen zusätzlichen Formschluss erzeugt.
Um für jede Anwendung die passende Lösung zu bieten, sind Federringe in verschiedenen Normen und Formen standardisiert. Die Auswahl des richtigen Typs ist entscheidend für die Sicherheit und Langlebigkeit der Verbindung.
Das Material des Federrings bestimmt seine mechanischen Eigenschaften und seine Korrosionsbeständigkeit. Die richtige Wahl hängt direkt von der Einsatzumgebung und den Belastungsanforderungen ab.
Der am häufigsten verwendete Werkstoff ist Federstahl. Er bietet die notwendige Härte und Elastizität, um eine dauerhafte Vorspannung zu gewährleisten. Für den Korrosionsschutz werden Federringe aus Stahl oft oberflächenbehandelt. Eine galvanische Verzinkung, wie beim DIN 127 Federring gal Zn S, bietet einen soliden Schutz für die meisten Anwendungen in Innenräumen oder geschützten Außenbereichen.
Für Einsätze mit hoher Feuchtigkeit, chemischer Belastung oder im Außenbereich sind Federringe aus Edelstahl die erste Wahl. Edelstahl A2 bietet bereits eine gute Korrosionsbeständigkeit. Für aggressive Umgebungen, wie in der Nähe von Salzwasser oder in der chemischen Industrie, ist Edelstahl A4, wie beim DIN 127 Federring Form A aus Edelstahl A4, die beste Option. Seltener kommen auch Materialien wie Bronze zum Einsatz, beispielsweise wenn amagnetische Eigenschaften gefordert sind.
| Bezeichnung | DIN-Norm | Form | Materialbeispiele | Hauptanwendung |
|---|---|---|---|---|
| DIN 127 Federring Form A aufgebogen, Federstahl, blank | DIN 127 | Form A (aufgebogen) | Federstahl | Allgemeiner Maschinen- und Anlagenbau |
| DIN 128 Federring Form B Federstahl verzinkt | DIN 128 | Form B (gebogen) | Federstahl, galvanisch verzinkt | Verbindungen mit reduzierter Setzneigung |
| DIN 7980 Federring für Zylinderschrauben, Federstahl rostfrei 1.4310, blank | DIN 7980 | Standard | Edelstahl (1.4310/A2) | Sicherung von Zylinderschrauben |
| DIN 127 Federring Form A aufgebogen, Edelstahl A4, blank | DIN 127 | Form A (aufgebogen) | Edelstahl A4 | Außenanwendungen, chemische Industrie, Bootsbau |
Nein, ein Federring sollte grundsätzlich nur einmal verwendet werden. Beim ersten Anziehen wird er plastisch verformt und verliert einen Großteil seiner Federkraft. Die scharfen Kanten stumpfen ebenfalls ab. Eine Wiederverwendung bietet keine zuverlässige Sicherungswirkung mehr und stellt ein Sicherheitsrisiko dar.
Federringe sind nicht für alle Schraubverbindungen ideal. Bei hochfesten Schrauben (Festigkeitsklasse 10.9 oder höher) können sie vollständig flachgedrückt werden und ihre Wirkung verlieren. Ebenso sind sie auf weichen Oberflächen (zum Beispiel Aluminium oder Kunststoff) ungeeignet, da sie sich eingraben und das Material beschädigen können, was zum Verlust der Vorspannung führt.
Der Federring wird immer direkt unter dem Schraubenkopf oder der Mutter platziert. Es sollte keine Unterlegscheibe zwischen dem Federring und dem Bauteil liegen, damit sich die scharfen Kanten des Rings direkt in die Oberflächen eingraben können und so den Formschluss gewährleisten.
Obwohl die Namen ähnlich klingen, haben sie unterschiedliche Funktionen. Ein Federring ist eine Losdrehsicherung für Schrauben. Ein Sprengring (auch Sicherungsring genannt, zum Beispiel nach DIN 9926) ist ein Formelement, das in eine Nut auf einer Welle oder in einer Bohrung eingesetzt wird, um Bauteile wie Lager oder Zahnräder axial zu sichern.