Eine Passschraube ist weit mehr als nur ein einfaches Verbindungselement. In Bereichen wie dem Maschinen-, Anlagen- und Vorrichtungsbau, wo es auf höchste Genauigkeit ankommt, ist sie unverzichtbar. Im Gegensatz zu herkömmlichen Schrauben, die primär eine Klemmkraft erzeugen, dient eine Passschraube der exakten Positionierung und Fixierung von Bauteilen zueinander. Ihr entscheidendes Merkmal ist der präzise gefertigte, tolerierte Schaft, der spielfrei in eine entsprechende Passbohrung eingreift und so eine formschlüssige Verbindung herstellt.
Diese Eigenschaft verhindert jegliches Verschieben der Bauteile unter Last und stellt sicher, dass die Konstruktion auch nach wiederholter Montage und Demontage ihre exakte Ausrichtung beibehält. Bei Contorion findest du ein umfassendes Sortiment an Passschrauben für mechanische und elektrische Anwendungen, die höchsten professionellen Ansprüchen gerecht werden.
Die Zuverlässigkeit einer Passschraube steht und fällt mit der Einhaltung strenger Normen und Toleranzklassen. Diese definieren die zulässigen Abweichungen vom Nennmaß des Schaftdurchmessers und gewährleisten die Austauschbarkeit und Funktionalität. In unserem Sortiment führen wir Schrauben nach gängigen Normen wie ISO 7379, DIN 609 und DIN 610.
Die Toleranzklasse, angegeben durch einen Buchstaben und eine Zahl (z. B. f9, h8, k6), ist entscheidend für die Art der Passung. Eine Passung mit Toleranz h8 bedeutet beispielsweise, dass der Schaftdurchmesser geringfügig kleiner als das Nennmaß ist, was eine leichte Montage ermöglicht (Spielpassung). Toleranzen wie k6 führen zu einer Übergangspassung, die je nach den Toleranzen der Bohrung ein minimales Spiel oder eine leichte Überdeckung aufweisen kann. Die Auswahl der richtigen Toleranz ist daher direkt von den Anforderungen deiner Konstruktion abhängig.
Je nach Anwendungsfall und benötigter Kraftübertragung stehen dir unterschiedliche Bauformen zur Verfügung. Die Sechskant-Passschraube, wie die Modelle nach DIN 609 (mit langem Gewindezapfen) oder DIN 610 (mit kurzem Gewindezapfen), ist ein Klassiker und lässt sich mit Standardwerkzeugen anziehen. Für Anwendungen, bei denen der Schraubenkopf versenkt werden muss oder der Bauraum begrenzt ist, eignen sich Pass-Schulterschrauben mit Innensechskant nach ISO 7379 hervorragend.
Das Material ist ebenso entscheidend für die Leistungsfähigkeit. Die meisten unserer mechanischen Passschrauben bestehen aus hochfestem Stahl der Güteklasse 12.9. Diese Festigkeitsklasse garantiert eine enorme Zugfestigkeit und Streckgrenze, was die Schrauben ideal für hochbelastete Verbindungen im Maschinenbau macht. Die blanke Oberfläche ist für den Einsatz in nicht korrosiven Umgebungen vorgesehen, während verzinkte Varianten einen grundlegenden Korrosionsschutz bieten.
| Produktbezeichnung | Norm | Kopfform / Antrieb | Schafttoleranz | Material / Festigkeitsklasse |
|---|---|---|---|---|
| ISO 7379 Pass-Schulterschraube Schaftpassung, Toleranz f9, Innensechskant, Stahl 12.9, blank | ISO 7379 | Zylinderkopf / Innensechskant | f9 | Stahl / 12.9 |
| ISO 7379 Pass-Schulterschraube Schaftpassung, Toleranz h8, Innensechskant, Stahl 12.9, blank | ISO 7379 | Zylinderkopf / Innensechskant | h8 | Stahl / 12.9 |
| DIN 609 Sechskant-Passschraube mit langem Gewindezapfen Toleranz k6, Stahl, blank | DIN 609 | Sechskantkopf / Außensechskant | k6 | Stahl |
| DIN 610 Sechskant-Passschraube mit kurzem Gewindezapfen Toleranz k6, Stahl, blank | DIN 610 | Sechskantkopf / Außensechskant | k6 | Stahl |
Neben den rein mechanischen Anwendungen gibt es auch spezielle Passschrauben für die Elektrotechnik. Die sogenannten D-Pass-Schrauben, wie die Modelle von Siemens oder Eaton, sind keine Schrauben im herkömmlichen Sinne. Sie sind Teil des DIAZED-Sicherungssystems und dienen als Passeinsätze in Sicherungssockeln. Ihre Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass nur Schmelzeinsätze mit der korrekten Nennstromstärke eingesetzt werden können. Der farbcodierte Stift und der definierte Durchmesser der Passschraube verhindern das versehentliche Einsetzen einer zu starken Sicherung, was einen wichtigen Schutz vor Überlast und Kurzschluss darstellt.
Der entscheidende Unterschied liegt im Schaft. Bei einer Passschraube ist der gewindefreie Schaft auf ein sehr enges Toleranzfeld präzisionsgeschliffen. Er passt exakt in eine Passbohrung und zentriert Bauteile zueinander (Formschluss). Eine Standardschraube hat einen untermaßigen Schaft und dient primär dazu, durch Anziehen des Kopfes eine Klemmkraft zu erzeugen (Kraftschluss).
Die Wahl hängt von der gewünschten Passungsart ab. Für eine Spielpassung, bei der sich die Teile noch leicht bewegen lassen sollen oder eine einfache Montage im Vordergrund steht, eignen sich Toleranzen wie h8 oder f9. Für eine Übergangspassung, die eine sehr genaue, aber noch lösbare Verbindung erfordert, sind Toleranzen wie k6 die richtige Wahl. Im Zweifel solltest du die Vorgaben deiner Konstruktionszeichnung beachten.
Mechanische Passschrauben aus hochfestem Stahl können grundsätzlich wiederverwendet werden, solange der Schaft und das Gewinde unbeschädigt sind. Überprüfe die Schraube vor jeder Wiederverwendung sorgfältig auf Abnutzung, Korrosion oder Verformung. Bei hochkritischen oder dynamisch belasteten Verbindungen wird aus Sicherheitsgründen oft ein einmaliger Gebrauch empfohlen.
Die Schreibweise 'Paßschraube' mit 'ß' ist eine veraltete Form, die vor der deutschen Rechtschreibreform von 1996 gebräuchlich war. Heute ist die korrekte und offizielle Schreibweise 'Passschraube' mit 'ss'. Beide Begriffe bezeichnen jedoch exakt dasselbe Bauteil.