Zurrgurte und Hilfsmittel zur Ladungssicherung

4. August 2015

Welche Methoden der Ladungssicherung gibt es? Was sind geeignete Hilfs- und Transportmittel für die professionelle Ladungssicherung und worauf sollte man aus rechtlicher Sicht achten? Wir beantworten wichtige Fragen zur Ladungssicherung und geben Tipps zu geeigneten Hilfsmitteln für die unterschiedlichen Sicherungsanforderungen.

1. Ladungssicherung: Welche Methode ist wofür geeignet?

Kommt ein Transportfahrzeug abrupt zum Stehen, können eine nicht ausreichend gesicherte Ladung oder mitgeführte Arbeitsmaterialien schnell ins Rutschen geraten und zu gefährlichen Geschossen werden. Beschädigungen an Ladung und Transportfahrzeug können dabei schnell teuer werden. Darüber hinaus drohen folgenschwere Verkehrsunfälle, die durch umkippende Fahrzeuge oder den Verlust der Ladung verursacht werden.

2. Methoden der Ladungssicherung

Erst durch das richtige Sichern können Ladung und mitgeführte Materialien rutschfest fixiert werden. Doch nicht jede Sicherungsmethode ist für jede Ladung geeignet. Wir stellen die wichtigsten Methoden der Ladungssicherung und ihre Anwendungsbereiche vor.

2.1. Die Formschlüssige Ladungssicherung

Formschlüssige Sicherung von Gütern

Formschlüssige Sicherung von Gütern

Formschlüssige Sicherung bedeutet, dass Ladegüter dicht an dicht und lückenlos auf der Ladefläche fixiert werden. Die geladenen Güter stützen sich am Fahrzeugaufbau ab und hindern sich gegenseitig am Verrutschen. Ergänzend sichern verschiedene Hilfsmittel wie Keile, Sperrbalken, Festlegehölzer oder Zurrmittel die Ladung vor dem Verrutschen.
Die formschlüssige Ladungssicherung ist relativ leicht zu realisieren. Sie kann auch bei mehreren Lagen Ladegut eingesetzt werden, sofern die Wände des Transportfahrzeugs für die jeweiligen Belastungen zugelassen sind. Prüfe vorab die Herstellerangaben.

Wichtig: Zwischen den Waren dürfen definitiv keine Lücken bestehen. Sie können allerdings mit Paletten und Polstern aufgefüllt werden. Andernfalls sollte das Ladegut zusätzlich, zum Beispiel durch Niederzurren gesichert werden.

2.2. Die Kraftschlüssige Ladungssicherung

Bei diesem Verfahren wird die Ladung mithilfe von Zurrgurten und Zurrketten vor dem Verrutschen gesichert. Im Wesentlichen werden dabei zwei Verfahren angewendet: Das Niederzurren und das Direktzurren.

Das Niederzurren

Niederzurren

Das Niederzurren ist eine weit verbreitete Methode der Ladungssicherung, die relativ schnell und einfach umzusetzen ist. Die Sicherungstechnik beruht auf einer Erhöhung der Reibungskraft, die dadurch entsteht, dass Ladegüter mithilfe von Zurrmitteln straff auf die Ladefläche gepresst werden. So wird die Ladung gegen ein Verrutschen oder Herunterfallen gesichert.

Beim Niederzurren gilt: Der Zurrwinkel sollte immer so groß wie möglich gewählt werden. Je steiler der Winkel, desto größer die wirksame Kraft und desto wirkungsvoller sind die Waren gesichert. In Kombination mit rutschhemmenden Materialien bietet diese Methode für viele Güter eine ausreichende Sicherung an. Um Reibungsverluste zu verringern und Schädigungen am Ladegut zu vermeiden, können Gurt- und Kantenschoner ergänzend eingesetzt werden.

Wichtig: Die Methode des Niederzurrens ist nur für Ladegüter geeignet, die formstabil und druckunempfindlich sind, da die Ware ansonsten leicht beschädigt werden kann.

Das Direktzurren

Das Schrägzurren

Das Diagonalzurren

Diese Methode empfiehlt sich vor allem dann, wenn das Niederzurren nicht angewendet werden kann. Die Zurrgurte werden bei dieser Methode nur leicht gespannt. Sie stützen die Ladung nach hinten und vorne ab und verhindern so, dass sich die Ware bewegt.

Zum Direktzurren zählen das Schräg- und Diagonalzurren. Beim Schrägzurren werden die Zurrmittel parallel oder im rechten Winkel zur Ladefläche angebracht, beim Diagonalzurren hingegen von einer Ecke zur gegenüberliegenden Ecke der Ladung. Mithilfe des Diagonalzurrens können auch sehr schwere Ladegüter sicher verzurrt werden. Geeignete Hilfsmittel sind u. a. Zurrketten, Zurrdrahtseile und Zurrgurte.

Wichtig: Um diese Methode korrekt umzusetzen, müssen ausreichend belastbare Zurrpunkte am Ladegut und am Transportfahrzeug vorhanden sein. Hierbei muss die zulässige Zugkraft der Zurrpunkte berücksichtigt werden.

2.3. Die Kombinierte Sicherung

Die kombinierte Ladungssicherung

Bei besonders schwerer Ladung sollten neben Zurrgurten und Antirutschmitteln ergänzend auch Sperrstangen, Klemmbretter oder Ladebalken eingesetzt werden. Auch eine Kombination der verschiedenen Zurrmethoden ist ratsam. Dabei wird die Ladung durch Niederzurren seitlich und nach hinten gesichert. Eine Kopfschlinge kann als „Stirnwandersatz“ eingesetzt werden, so dass die Ladung in Fahrtrichtung abgesichert ist.

Wichtig: Für eine kombinierte Ladungssicherung sollte das Ladegut unbedingt druckfest sein, da die Zurrmittel zum Niederzurren stramm gespannt sein müssen. Die Zurrmittel zum Direktzurren bzw. für die Kopfschlinge sollten dementgegen handfest gespannt werden.

3. Zurrgurte und weitere Hilfsmittel zur Ladungssicherung

Ladung, die nicht ausreichend gesichert ist, kann bei plötzlichen Bremsmanövern schnell ins Rutschen geraten. Dabei können nicht nur Ladung und Transportfahrzeug beschädigt werden, auch für Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer stellt die rutschende Ladung ein großes Sicherheitsrisiko da.

Um Waren und Transportgüter, aber auch mitgeführte Materialien während der Fahrt sicher zu verstauen, stehen von Zurrgurten und Zurrketten über Antirutschmatten bis zu Sperrbalken unterschiedliche Hilfsmittel für die professionelle Ladungssicherung zur Verfügung. Wir stellen Ihnen die gebräuchlichsten Produkte und deren Anwendungsbereiche vor.

4. Das Zurrmittel-Etikett

Muster eines Zurrmittel-Etiketts

Zurrmittel müssen über ein intaktes und gut leserliches Etikett mit folgenden Angaben verfügen:
Name oder Logo des Herstellers, die Zurrkraft (LC), die Handkraft (SHF), die Vorspannkraft (STF), die entsprechende DIN-Norm, den Rückverfolgungscode des Herstellers sowie der Warnhinweis „Nicht heben.“ Bei Sicherungsmitteln, die aus zwei Teilen bestehen, müssen beide Teile über eine Kennzeichnung verfügen.

Zurrkraft, Handkraft und Vorspannkraft – wofür steht was?
Zurrkraft
Die Zurrkraft oder auch der LC-Wert (Lashing Capacity) bezeichnet die Höchstkraft, mit der ein Zurrgurt bei der Verwendung im geraden Zug belastet werden darf. Der Wert wird in daN (dekaNewton) angegeben. Bei Kopfschlinge oder Seitenschlingen kann der angegebene Wert verdoppelt werden.

Handkraft
Die normale Handkraft (SHF) ist die Kraft, die zum Spannen einer Ratsche aufgewendet werden muss. Sie beträgt 50 daN.

Vorspannkraft
Die Vorspannkraft (STF) bezeichnet die größtmögliche Kraft, die beim Spannen der Ratsche mit dem Zurrgurt erzeugt werden kann. Wichtig: Zum Niederzurren dürfen nur Zurrgurte verwendet werden, die den STF-Wert auf dem Etikett angeben.

Achtung: Zurrgurte mit CE-Kennzeichnung sind für die Ladungssicherung ungeeignet und sollten nicht verwendet werden.

5. Wie unterscheiden sich kraftschlüssige und formschlüssige Ladungssicherung?

Ladungssicherung Definition
per Formschluss
  • Das Frachtgut liegt mit allen Seiten bündig an den Wänden des Laderaums an.
  • Verbleibende Lücken können durch Keile und Füllmaterialien wie Schaumstoffpolster und Leerpaletten geschlossen werden.
per Kraftschluss
  • Erhöhung der Reibungskraft durch Druck und Vorspannung.
  • Als Methoden kommen das Niederzurren und die Verwendung von Materialien mit hohem Reibbeiwert in Betracht.

6. Zurrmittel zum Nieder- und Direktzurren

Zurrmittel gehören zu den unverzichtbaren Hilfsmitteln der fachgerechten Ladungssicherung. Zu ihnen zählen die Zurrgurte, die Zurrketten und die Zurrdrahtseile. Zurrmittel dürfen nur bis zu ihrer maximalen Zurrkraft belastet werden. Vor ihrem Einsatz sollte daher geprüft werden, ob die Belastbarkeit der Gurte für das Ladegut ausreichend ist. Die höchstmöglichen Belastungswerte können auf dem Produktetikett abgelesen werden.

6.1 Die Zurrgurte

So gut wie jeder Transportprofi hat schon mit ihnen gearbeitet: Die praktischen Spann- und Zurrgurte sichern schnell und zuverlässig und sind ein Standard in der Ladungssicherung.

Mit Zurrgurten lassen sich leichte und mittelschwere Transportgüter sicher fixieren. Außer zur Herstellung hoher Reibbeiwerte dienen sie auch zur Umreifung und fassen Stückgut zusammen.

Welche Arten von Zurrgurten?

1-teiliger Zurrgurt Einteiliger Zurrgurt
Mit Ratsche oder als Zurrgurt ohne Ratsche mit einer Klemme ausgestatteter Spanngurt. Der einteilige Zurrgurt eignet sich ausschließlich zur Umreifung und besitzt keine Endbeschläge.
2-teiliger Zurrgurt zweiteiliger Zurrgurt
Der zweiteilige Zurrgurt eignet sich sowohl zum Umreifen als auch zum Niederzurren und besteht aus zwei Teilen: dem Festende mit Endbeschlag und Spannelement (Ratsche) und dem Losende mit Endbeschlag und Gurtband. Das Festende ist kürzer als das Losende. Als Endbeschläge werden meist Rundhaken (RH) oder Dreieckringe mit Öse (DHS) verwendet.
Schwerlastgurt Schwerlastgurt
75 mm breiter Gurt mit stabilen Beschlägen und Spannelementen. Der Schwerlastgurt widersteht hohen Zurrkräften, eignet sich aber weniger zum Niederzurren.

Worin unterscheiden sich Zurrgurte?

Einteilige Zurrgurte werden zur Umreifung von Gütern genutzt. Zweiteilige Zurrgurte dienen hauptsächlich dem Niederzurren der Ladung. Der Farbe des Gurts lässt sich das verwendete Material entnehmen:

Farbe Material
Blau Polyester (Beispiel: Dolezych Zurrgurte)
Braun Polypropylen
Grün Polyamid
Weiß andere Materialien

Welche Zurrgurte sind beliebt?

Dolezych Zurrgurt DoZurr 1000
2-teiliger Zurrgurt
Dolezych Zurrgurt DoZurr 250
1-teiliger Zurrgurt
Zurrgurt DoRapid LC U 5000 daN
2 teiliger Zurrgurt
Länge 6 m 4 m 8 m
Gurtbandbreite 25 mm 25 mm 50 mm
Typ 2-teilig 1-teilig 2-teilig
Ausführung mit Ratsche und Enbeschlägen mit Klemme, ohne Endbeschläge mit Schnellspannratsche und Spitzhaken

Was bei der Nutzung von Zurrgurten beachten?

  • Zurrgurte müssen über ein intaktes Gurtetikett mit den relevanten Angaben (siehe Zurrmittel-Etikett) verfügen.
  • Zurrgurte dürfen nur in einwandfreiem Zustand verwendet werden, also keine beschädigten, brüchigen oder verformten Gurte.
  • Sie dürfen ebenfalls nicht gekürzt, geknotet oder verdreht und zum Anheben von Waren eingesetzt werden. Sie halten diesen Belastungen nicht stand, werden brüchig und reißen im schlimmsten Fall.
  • Zurrgurte sollten immer mit Schutz (wie z. B. Kantenschoner) über spitze Ecken oder aufrauende Oberflächen gespannt werden.

Wie Zurrgurte aufbewahren?

Vor dem Einlagern sind Zurrgurte auf Schäden zu überprüfen. An einem schattigen Lagerplatz sind die Gurte vor UV-Strahlung und Erwärmung geschützt.

Wie Zurrgurte reinigen?

Zurrgurte sind nur mit Wasser und mildem Reinigungsmittel zu säubern. Das Trocknen nasser Gurte darf nicht durch Heißluft beschleunigt werden, um vorzeitiger Materialermüdung vorzubeugen.

Wann erreichen Zurrgurte ihre Ablegereife?

Zurrgurte sind Witterungseinflüssen und Temperaturschwankungen ausgesetzt. Die Ablegereife bezeichnet den Zeitpunkt, ab dem Zurrgurte nicht mehr verwendet werden dürfen. Anzeichen für das Erreichen der Ablegereife:

  • Garnbrüche und Garnschnitte
  • Verformungen und Verfärbungen
  • Strukturelle Schäden
  • Unleserliches oder fehlendes Etikett
  • Korrosion

Zurrgurte-Verschlüsse: Welche gibt es?

Spannschloss Spannschloss
Den Verschluss bildet beim Zurrgurt ein Spannschloss oder Klemmschloss mit einem Umlenksteg und einer Klemmbacke. Das Gurtband lässt sich nur in eine Richtung ziehen. Die Klemmbacke arretiert es in die andere Richtung.
Ratsche Ratsche
Die Ratsche baut eine Spannkraft bis zu 500 daN auf und besteht meist aus Edelstahl. Zum Spanngurt lösen ist die Sperrklinke zu ziehen und der Spanngriff voll umzulegen. Bei einigen Modellen ist der Ratschenhebel abnehmbar. Drei Arten von Ratschen kommen für Zurrgurte zum Einsatz:

  • Kurzhebelratsche
  • Langhebelratsche
  • Schwerlastratsche
Verschlüsse Endbeschlag
Die Endbeschläge zweiteiliger Zurrgurte gibt es als:

  • Spitzhaken
  • Triangel
  • Triangelhaken
  • Klauenhaken
  • Flachhaken
  • Rahmenhaken

6.2 Die Zurrketten

Zurrkette
Besonders gewichtige Güter wie Baumaschinen, Betonteile oder Holzstämme können oft besser mit Zurrketten als mit Gurten gesichert werden. Daher werden Zurrketten auch überwiegend im Schwerlastbereich eingesetzt. Für die Ladungssicherung dürfen nur kurzgliedrige Rundstahlketten verwendet werden, die mindestens der Güteklasse 8 nach DIN EN 818-2 entsprechen.

Was sind Zurrketten?

Zurrketten aus gehärtetem Stahl dienen zur Sicherung schwerer Güter. Hauptanwendungsgebiet ist die Direktverzurrung. Da Zurrketten nur eine geringe Dehnkraft aufweisen, eignen sie sich gut zur Diagonalverzurrung. Der Einsatz von Kantenschonern ist vorgeschrieben.

Wann Zurrketten nutzen?

Für die Benutzung von Zurrketten gilt:

  • Zurrketten müssen über ein intaktes Etikett mit den relevanten Angaben (s. Etikett) verfügen.
  • Spann- und Schnellspannschlösser müssen über eine Spindelausdrehsicherung verfügen.
  • Zurrketten dürfen nicht verwendet werden, wenn sie Risse, Brüche oder Korrosion aufweisen oder verformt sind.
  • Zurrketten müssen über eine Vorrichtung gegen unbeabsichtigtes Lösen verfügen.

Wann erreichen Zurrketten ihre Ablegereife?

Zurrketten erreichen ihre Ablegereife, sobald ein Kettenglied mehr als 10% des Durchmessers verliert oder eine Längung von 5% an einem Kettenglied auftritt. Auch Korrosion, Risse, Verformungen und Weitungen geben einen Anlass zum Aussortieren.

6.3 Die Zurrdrahtseile

Zurrdrahtseile lassen sich sowohl zum Direktzurren als auch zum Niederzurren verwenden. Die maximale Belastbarkeit muss mindestens doppelt so hoch wie die nominale Zurrkraft sein. Für Verbindungen dürfen weder Schraubklemmen noch Knoten verwendet werden.

Was sind Zurrdrahtseile?

Für Zurrdrahtseile kommt die EU-Norm DIN EN 12 195/4 zur Anwendung. Die Verwendung von Kantenschonern ist Vorschrift. Die Kennzeichnung erfolgt durch einen Metallanhänger.

Wo Zurrdrahtseile einsetzen?

Zurrdrahtseile sichern schwere Transportgüter und werden als einteilige Zurrdrahtseile auf einer mit dem Fahrzeug verbundenen Seilwinde eingesetzt. Zweiteilige Zurrdrahtseile kommen an einem Kettenzug zum Einsatz.

7. Rutschhemmende Materialien zur ergänzenden Sicherung

Die praktischen Antirutsch-Produkte sorgen für eine bessere Reibung zwischen Ladegut und Ladefläche. Güter und Waren aller Art werden so beim Transport besser vor dem Verrutschen geschützt. Auch wenn rutschhemmende Materialien nicht als alleinige Sicherungsmittel genutzt werden können, bietet ihr Einsatz Vorteile:

  • Beim Niederzurren werden weniger Zurrgurte zur Fixierung benötigt. Das Sichern der Ladung geht somit schneller.
  • Beim Direktzurren ist eine geringere Zurrkraft erforderlich. Zurrmittel und Zurrpunkte werden dadurch entlastet.

7.1 Die Antirutschmatten

Antirutschmatten gehören zu den Klassikern der professionellen Ladungssicherung. Für einen sicheren Transport muss nicht die gesamte Ladefläche mit Antirutschmatten ausgestattet werden. Es reicht aus, die Ecken des Ladeguts mit Antirutschmatten zu unterlegen. Diese müssen allerdings mindestens zwei Zentimeter unter den Ecken des Ladeguts hervorragen.
Verschiedene Antirutschmatten
Für die Benutzung von Antirutschmatten gilt:

  • Die Ladung darf an keiner Stelle direkten Kontakt mit der Ladefläche haben.
  • Die Antirutschmatten müssen zwischen allen Flächen liegen, die aufeinander gleiten können.
  • Achte bei der Auswahl der Antirutschmatten auf das zulässige Höchstgewicht der Matten.

7.2 Die Staupolster

Staupolster, die auch als Luftpolster oder Stausäcke bezeichnet werden, sind aus der Ladungssicherung nicht mehr wegzudenken. Die preisgünstigen und universell einsetzbaren Rutschhemmer werden in die Hohl- und Zwischenräume des Ladeguts gesteckt und tragen so zur formschlüssigen Ladungssicherung bei. Die Ladung kommt so gar nicht erst in Bewegung.

7.3 Die Unterlegkeile

Für den sicheren Transport von rollendem oder rundem Ladegut eignen sich Unterlegkeile, die durch Blockieren die Ladung am Verrutschen hindern. Der rutschhemmende Gummi sowie der gerasterte Unterboden am Keil halten das Ladegut sicher an seinem Platz. Die Keile sollten je nach Gewicht und Durchmesser der Rollen ausgewählt werden.

8. Formschlüssige Ladungssicherung mit Netzen und Planen

Wohin mit Werkzeugkoffer, Kleingeräten und Materialien? Netze sind bei kleinteiliger und leichter Ladung genau richtig. Sie sorgen dafür, dass auch bei Brems- und Beschleunigungsmanövern nichts durch die Gegend fliegt. Der Vorteil von Netzen: Sie sind in Sekundenschnelle einsatzbereit.

8.1 Abdecknetze, Ladungssicherungsnetze und Zurrnetze

Netze gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, die je nach Ladegut eingesetzt werden können. Die unterschiedlichen Begriffe für die Netze werden jedoch von unterschiedlichen Anbietern nicht immer gleich verwendet. Lass dich dadurch nicht verwirren. Wähle dein Sicherungsnetz je nach Maschengröße, Haltewerten und Gewicht des Ladeguts aus.
Netze zur Ladungssicherung

Feinmaschige Abdecknetze sind beispielsweise dafür geeignet, leichte Materialien wie Laub oder Baumschnitt oder aber auch leichte Kartons bei der Fahrt vor dem Umherfliegen zu sichern. Die Abdecknetze werden direkt an den Zurrpunkten des Transportfahrzeugs befestigt.

Zurrnetze sind hingegen auch für schweres Ladegut wie Baumaschinen oder einzelne Paletten geeignet. Sie leiten die Kräfte über Ratschensysteme bzw. Klemmschlosser und Gurtbänder in die vorhandenen Zurrpunkte des Fahrzeugs.

8.2 Die Gewebeplanen

Mit den Planen ist ein unkompliziertes Bedecken und formschlüssiges Sichern der Ladung möglich. Die aus PE gefertigten Gewebeplanen weisen hohe Reißfestigkeiten von mehr als 4000 N auf. Sie sind insbesondere dort einsetzbar, wo einzelne, spitze Gegenstände über die Ladung hinausragen wie beispielsweise bei Bauschutt oder bei Abfällen aus Metall.

9. Rechtliche Grundlagen zur Ladungssicherung

Ein voll beladener Lkw fährt mit überhöhter Geschwindigkeit in die Kurve einer Autobahnauffahrt. Er kippt um und die ungesicherten Waren verteilen sich auf der Fahrbahn. Über solche Szenarien wird leider immer wieder in Presse und Fernsehen berichtet, denn rund ein Viertel aller Unfälle im Schwerlastverkehr sind auf eine fehlerhafte Ladungssicherung zurückzuführen.

Wer trägt die Verantwortung?

Für die Ladungssicherung sind alle am Transport beteiligten Personen verantwortlich – vom Verlader über den Fahrer bis hin zum Fahrzeughalter.

Was sollten Verantwortliche wissen?

Fahrer und Verlader müssen für eine ordnungsgemäße Sicherung sorgen. Der Fahrzeughalter, der bei gewerblichen Transporten oft der Betriebsinhaber selbst ist, muss dem Fahrer darüber hinaus die notwendigen Hilfsmittel zur Ladungssicherung wie Zurrgurte und Antirutschmatten zur Verfügung stellen. Diese Hilfsmittel müssen regelmäßig von einem Sachkundigen auf ordnungsgemäßen Zustand überprüft werden.

Mitarbeiter in Ladungssicherung unterweisen
Unternehmer müssen ihre Mitarbeiter in die korrekte Ladungssicherung einführen. Sie verschaffen sich dadurch nicht nur eine hohe Rechtssicherheit in Bezug auf die Ladungssicherung, gleichzeitig werden auch die Angestellten für dieses wichtige Thema sensibilisiert.

Regelmäßige Weiterbildung für Fahrzeugführer
Seit 2014 müssen laut Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz Fahrzeugführer im gewerblichen Güterverkehr spätestens alle fünf Jahre in einer qualifizierten Weiterbildung geschult werden (bis 2016 teilweise noch wenige Ausnahmen möglich).

Nur einwandfreie Ladung transportieren
Fahrzeughalter und Fahrer sind nicht nur für die korrekte Ladungssicherung verantwortlich. Ladegüter müssen auch in einem einwandfreien Zustand sein. Flüssigkeiten oder kleinteiliges Ladegut dürfen nicht auslaufen und undichte oder beschädigte Behälter nicht verwendet werden.

Stellt die Polizei bei einer Kontrolle Mängel in der Ladungssicherung fest, kann die Weiterfahrt untersagt werden. Bei unzureichender Sicherung riskieren die Verantwortlichen Bußgelder und Punkte in Flensburg. Kommen Personen durch mangelhaft gesichertes Ladegut zu schaden, droht sogar eine Strafanzeige mit Geld- oder Freiheitsstrafe.
Neben einer mangelhaften oder fehlenden Ladungssicherung, dürfen Fahrzeuge allerdings auch niemals überladen werden. Dies ist ein Vergehen, das bei Kontrollen mit einem Bußgeld geahndet wird.

Ladungssicherung laut StVO
In der StVO heißt es: Ladungssicherung muss nach den anerkannten Regeln der Technik erfolgen, so dass die Ladung auch bei einer Vollbremsung oder einem Ausweichmanöver nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen kann (§22).

Zu den anerkannten Regeln der Technik zählen neben den Richtlinien des Verbands Deutscher Ingenieure (VDI) und den Unfallverhütungsvorschriften international gültige Normen wie z. B. die DIN EN 12195-1, nach der Zurrkräfte europaweit einheitlich berechnet werden. Wer sich an diese Regelungen hält, liegt damit auch bei Fahrten ins europäische Ausland richtig.

HAND-DRAUF-Redaktion

Von Werkzeug bis Unternehmensführung: Mit unseren Ratgebern wollen wir Handwerkern Antworten auf viele Fragen geben.

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