Kettensägen: Welche passt zu wem?

11. Oktober 2017

Handgeführte Kettensägen, auch Motorsägen oder Fichtenmoped genannt, sind mit einem Otto- oder Elektromotor betriebene Elektrosägen für grobe Holzbearbeitung. Ihr Gebrauch steigt in der Beliebtheitsskala stetig an, denn diese Werkzeuge erweisen sich als wahre Kraftpakete.

Nichtsdestotrotz garantiert erst die Auswahl der passenden Bauart die Aussicht auf ein gutes Arbeitsergebnis. Maßgeblich hierfür sind die beabsichtigten Anwendungsbereiche und die Arbeitsumgebungen, in welchen die Motorkettensäge überwiegend zum Einsatz kommen soll.

1. Was sollte ich beim Kauf einer Kettensäge beachten?

Eine Kettensäge gehört in erfahrene Hände, denn deren kraftvolle Leistung kann bei unsachgemäßem Gebrauch zu schlimmen Verletzungen führen. Ungeübte sollten sich eine fachkundige Einweisung geben lassen oder beim ersten Gebrauch einen erfahrenen Anwender zurate ziehen.

Das Absolvieren eines Kettensägenscheins sichert eine gefahrenfreie Anwendung auf professionelle Art und Weise ab. Generell gilt, dass die maximale Arbeitshöhe mit einer Motorsäge bei Schulterhöhe liegt, da ansonsten keine sichere Führung möglich ist. Höher geführte Sägearbeiten sind demnach nicht zulässig.

Bei der Arbeit mit einer Kettensäge ist Schutzkleidung unbedingt ratsam. Eine Schnittschutzhose und Schnittschutzschuhe sorgen für Sicherheit. Erhältlich sind sie in verschiedenen Schnittschutzklassen, die in der Regel vom Hersteller der Kettensägen empfohlen werden. Für die Einordnung ist die jeweilige Kettengeschwindigkeit von Belang. Ein Gehörschutz und ein Arbeitshelm mit Visier runden die Sicherheitsfrage ab.

Beim Kauf einer Kettensäge sind außerdem diese Merkmale von besonderer Bedeutung, die auf die persönlichen Begebenheiten abgestimmt werden sollten:

    • Handlichkeit und Krallenanschlag
    • Schwertlänge und Art der Motorsägenketten
    • Hubraum, Leistung und Fliehkraftkupplung
    • Rückschlagneigung und Kettenbremse
    • Vibrationsdämpfung und Überlastungsschutz

Ganz unabhängig von der Marke sollte auf das Vorhandensein eines zulässigen und anerkannten Prüfsiegels geachtet werden.

2. Für welche Einsatzgebiete sind Kettensägen geeignet?

Handelsübliche Kettensägen werden bei der Baumpflege, im Landschaftsbau und in der Forstwirtschaft permanent genutzt. Auch bei Zimmereiarbeiten auf Baustellen oder bei der Feuerwehr im Katastrophenfall kommen sie zum Einsatz.

Mit einer Motorsäge können ganze Bäume gefällt, Äste entfernt oder Holzklötze zu Brennholz zerkleinert werden. Für das Schneiden von Sträuchern oder Büschen ist sie ebenfalls geeignet. Für andere Materialien außer Holz gibt es Sonderbauformen, die beispielsweise Beton sägen können oder im Bergbau eingesetzt werden.

3. Welche Typen von Kettensägen gibt es?

Die gängigen Bezeichnungen, Ausführungen und herausragenden Vorteile von Kettensägen sind in der folgenden Tabelle aufgeführt:

Typ-Bezeichnung Kennzeichen und Antrieb Vorteile
Motorkettensäge
Motorkettensäge von Bosch
Übergriff für motorbetriebene Kettensägen – mit Ottomotor, Elektromotor oder Akkubetrieb
  • Abhängig vom Typ
Elektro Kettensäge
Elektrokettensäge von IKRA magotec
Kabelgebundene Kettensäge
  • Wartungsarmer Motor
  • Sofort startbereit
  • Leicht bedienbar
Benzinkettensäge
Benzinkettensäge von Makita
Mit Super Benzin oder Benzin-Ölgemisch
  • Freies Arbeiten ohne Kabelbindung
  • Unabhängiger Einsatzort
  • Starke Leistungskraft
Akkukettensäge
Akkukettensäge von ATIKA
Mit aufladbarem Akku
  • Sehr leise
  • Ohne Behinderung durch Kabel
  • Flexibel überall einsetzbar

3.1. Elektro Kettensäge

Eine Elektro Kettensäge ist vergleichsweise günstig in der Anschaffung und kann nach dem Anschluss an eine Stromquelle sofort benutzt werden. Lediglich das Einfüllen des Kettenöls ist vor dem ersten Gebrauch erforderlich. Die elektrische Kettensäge besitzt einen Motor, der mit wenig Wartung und Pflege zurechtkommt und nicht anfällig für Reparaturen ist. Ist er jedoch einmal kaputt, lohnt sich häufig ein Reparieren nicht mehr – was von einem Fachmann im Einzelfall abgeklärt werden sollte.

Durchaus überzeugend sind auch das geringe Gewicht und die daraus resultierende Handlichkeit. Obendrein ist eine Elektro Kettensäge sogar in Innenräumen einsetzbar. Die Flexibilität endet allerdings bei der Reichweite, denn ohne Steckdose und Strom ist kein Sägebetrieb möglich. Für Waldarbeiten oder Sägearbeiten auf weitläufigen Grundstücken ist sie demnach weniger geeignet. Zudem schränkt das Kabel den Freiraum beim Arbeiten ein und erfordert achtsames Vorgehen, damit das Kabel nicht versehentlich durchgesägt wird.

3.2. Benzinkettensäge

Bei einer beziengetriebenen Kettensäge wird das Schwert in der Regel über einen 2-Takter Benzinmotor angetrieben. Durch ruckartiges Herausziehen des Seilzuges wird die Motordrehung in Gang gesetzt und die Motorkettensäge gestartet.

Sehr vorteilhaft ist die unbegrenzte Reichweite, die nicht von Kabeln oder Stromanschlüssen abhängig ist. Außerdem ist die Benzinkettensäge sehr leistungsstark und wetterunabhängig und kann sogar bei Regen oder Schnee bedenkenlos benutzt werden. Als etwas nachteilig wirken sich der unvermeidliche Abgasaustritt, die Lärmbelästigung des Lautstärkepegels und die Betankung mit dem passenden Antriebsmittel aus. Zudem benötigen diese Kettensägen regelmäßige Wartungen und Pflege, was zeitintensiv und kostenanfällig sein kann.

3.3. Akkukettensäge

Die flexible, kabellose Freiheit beim Arbeiten ist der bedeutsamste Vorteil einer Akkukettensäge. Das Leichtgewicht ist mit entnehmbaren Akkubatterien ausgestattet, die bei nachlassender Leistung wieder aufgeladen werden müssen.

Eine Motorsäge mit Akku kann mit wenig Kraftaufwand geführt und im Innen- oder Außenbereich benutzt werden. Sie zeichnet sich zudem durch einen leisen Geräuschpegel aus und ist in etwa vergleichbar mit der Lautstärke eines Staubsaugers. Da eine Akkukettensäge weder Benzin benötigt, noch Abgase ausstößt, schont sie die Umwelt und die Gesundheit des Anwenders.

Allerdings sind längere Arbeitsvorgänge nur mit Unterbrechungen möglich, da die Akkuleistung nach ungefähr einer halben Stunde nachlässt und nachgeladen werden muss. Erfreulich sind hingegen die relativ kurzen Ladezeiten.

4. Welche Marken sind bei Kettensägen beliebt?

Die eigenen Markenvorlieben und nicht zuletzt die individuell wichtigen Ausstattungen spielen natürlich die größte Rolle bei der Auswahl einer Kettensäge. Dennoch gibt es begehrte Marken, die in vielen Punkten überzeugen.

Die Bosch Kettensäge sticht zum Beispiel bei den Akkukettensägen mit guten Testergebnissen hervor und wird gerne gekauft. Sie meistert sogar dicke Baumstämme mit Leichtigkeit und ist mit einem zweifachen Bremssystem ausgestattet.

Als populärer Allrounder ist beispielsweise die preisgünstige Husqvarna Kettensäge zu nennen, die in nahezu allen Anwendungsbereichen mit Bravour arbeitet. Diese Kettensägentyp ist sparsam im Kraftstoffverbrauch und leicht zu manövrieren. Der Smart-Start sorgt zudem für einen erleichterten Startvorgang.

5. Fazit: Wann lohnt sich welche Kettensäge?

Wenn starke Leistungskraft und eine hohe Reichweite mit viel Handlungsfreiraum gefragt sind, lohnt sich der Kauf einer Benzinkettensäge. Anspruchsvolle und häufige Sägearbeiten lassen sich damit überzeugend und zügig bewältigen.

Bei einem kleineren Aktionsradius und selteneren Einsatzzeiten ist eine gute Elektro Kettensäge absolut ausreichend, sofern sich ein Stromanschluss in der Nähe befindet. Wer Wert auf kabellose Arbeitsfreiheit legt und keine länger dauernden Sägezeiten absolvieren muss, ist mit einer Akkumotorsäge ideal bedient.

Isabelle

Handwerkern auf die Finger und über die Schulter schauen: Ich interessiere mich vor allem für spannende Geschichten aus der Praxis.

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