SiGePlan: Das müssen Handwerker wissen

31. Dezember 2020

Bevor ein Bauvorhaben in die Tat umgesetzt werden kann, muss einiges an Vorarbeit geleistet werden. Für Handwerker besonders wichtig: Die Planung und Dokumentation der nötigen Sicherheitsmaßnahmen. Der SiGe-Plan stellt sicher, dass auf Baustellen mit mehreren beteiligten Unternehmen ausreichende Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Das sollte bei der Erstellung beachtet werden.

Auf Kleinbaustellen ist in puncto Sicherheit in der Regel eine einfache Gefahrenevaluierung ausreichend, bei größeren Bauvorhaben kommt darüber hinaus meistens auch ein umfangreicher Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan zum Einsatz. Dieser sogenannte SiGePlan ist in bestimmten Fällen gesetzlich verpflichtend und Bestandteil der Ausschreibung für alle am Bau beteiligten Unternehmen. Die Erstellung eines SiGePlans ist eine grundlegende Voraussetzung für eine sichere Baustelle – deshalb gilt es, bei seiner Erstellung einiges zu beachten. In diesen Fällen muss ein SiGePlan erstellt werden:

 

  • Die Baustelle nimmt mehr als 30 Arbeitstage in Anspruch und beschäftigt mehr als 20 Personen.
  • Auf der Baustelle kommen mehrere Unternehmen zum Einsatz.
  • Auf der Baustelle finden Arbeiten statt, die laut Baustellenverordnung als gefährlich eingestuft werden (das gilt etwa für Arbeiten mit Druckluft und Sprengstoff sowie bei Ertrinkungs- und Verschüttungsrisiken).

Wer erstellt den SiGePlan?

Der SiGePlan kann zwar vom Bauherr selbst erstellt werden, fast immer wird jedoch ein fachspezifisch ausgebildeter Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator (SiGeKo) damit beauftragt. Dieser stellt auch während der Bautätigkeit sicher, dass alle Beteiligten die enthaltenen Sicherheits- und Schutzmaßnahmen berücksichtigen. Der Bauherr wird durch die Bestellung eines solchen Koordinators jedoch nicht von seiner Verantwortung entbunden, seine rechtlichen Pflichten gemäß der Baustellenverordnung zu erfüllen.

Folgende Dokumente werden für die Erstellung eines SiGePlans benötigt:

  • Bauzeichnungen
  • Leitungsführungspläne
  • Haushaltsunterlage Bau (HU-Bau)
  • Liste mit allen beteiligten Unternehmen und Ansprechpartnern
  • Lageplan des Grundstücks
  • Baubeschreibung
  • Bauzeitenplan
  • Baugutachten

Der SiGePlan muss bereits in der Planungsphase an die zuständige Behörde übermittelt werden, also noch bevor die eigentlichen Bautätigkeiten beginnen.

Inhalte des SiGePlans

  • Koordination des zeitlichen und räumlichen Ablaufs der Bautätigkeit: Welche Arbeiten werden wann und wo ausgeführt? Welche Abhängigkeiten bestehen zwischen den einzelnen am Bau Beteiligten?
  • Mögliche Gefährdungen (zum Beispiel Gefährdungen, die durch das Zusammentreffen mehrerer Gewerke entstehen; Gefährdungen, die sich aus den örtlichen Gegebenheiten der Baustelle ergeben; Gefährdungen durch Dritte).
  • Schutzmaßnahmen zur Gefahrenminimierung nach den gesetzlichen Arbeitsschutzbestimmungen. Diese Maßnahmen beinhalten zum Beispiel auch Regeln zur Sauberkeit und Lagerung von Materialien oder zur Sicherung der Baustelle für Unbeteiligte. 
  • Informationen zur gemeinsamen Nutzung von sicherheitstechnischen Einrichtungen (wie Erste-Hilfe-Einrichtungen) der verschiedenen beteiligten Unternehmen.

Im Internet gibt es verschiedene Vorlagen für einen SiGePlan zum Herunterladen. Um optimale Sicherheitsvorkehrungen auf der Baustelle zu gewährleisten, empfiehlt es sich jedoch, einen individuellen SiGePlan zu erstellen. Auch nach Abschluss der Bauarbeiten dient der SiGePlan als Sicherheitsgrundlage: Bei späteren Reparatur- und Instandhaltungsmaßnahmen sorgt er dafür, dass Arbeiten am Objekt sicher ausgeführt werden können. Sicherheitsrelevante Informationen zu den durchgeführten Arbeiten werden dann im SiGePlan ergänzt.

Christina

Christina ist Texterin und Branding-Strategin und unterstützt Start-ups dabei, in ihrer Kommunikation den Nagel auf den Kopf zu treffen.

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