Schmierstoffe: So findest du das richtige Mittel

2. Juni 2021

Schluss mit Quietschen, Knarzen, Rost und Korrosion: Damit mechanische Teile möglichst langfristig und verschleißarm funktionieren, werden spezielle Schmierstoffe eingesetzt. Sie bilden einen dünnen Gleitfilm zwischen Bauteilen und reduzieren so die Reibung, schützen vor Korrosion, leiten Wärme ab und befreien die Teile gleichzeitig von Abriebpartikeln und Fremdkörpern. Kurz gesagt: Sie schützen vor Verschleiß und sichern eine reibungslose Funktion. Dickflüssige Schmiermittel können noch dazu Lager abdichten. Damit du das passende Produkt findest, erklären wir, worauf du bei der Wahl des richtigen Schmierstoffs achten musst.

 

Welche Schmierstoffe gibt es?

Es gibt eine Vielzahl an Schmierstoffen und die unterscheiden sich nicht nur in ihrer chemischen Zusammensetzung und der Viskosität, sondern entsprechend auch hinsichtlich möglicher Anwendungsgebiete. In der Regel setzen sich Schmierstoffe aus einer Basisflüssigkeit wie Grundöl und sogenannten Additiven – also weiteren Inhaltsstoffen – zusammen. Unterschieden werden je nach Aggregatzustand flüssige, plastisch-feste, feste und gasförmige Schmierstoffe. Zu Letzteren zählt zum Beispiel auch Luft.

 

Öle: Als flüssige Variante sind sie die Klassiker unter den Schmierstoffen und punkten mit einem geringen inneren Widerstand. Flüssige Schmierstoffe sind in der Lage, Temperaturen oder Wärmeenergie optimal wegzuleiten. Nicht zu vergessen: Öle lassen sich besonders einfach verteilen, ermöglichen eine gute Benetzung von Oberflächen und erreichen auch kleine Zwischenräume. Durch ihre Kriechfähigkeit eignen sie sich zudem optimal als Korrosionsschutz.

 

Fette: Auch diese Schmierstoffe bestehen aus Ölen. Sie sind allerdings durch einen Verdicker von der Konsistenz her dickflüssiger und fettig. Man spricht daher von plastisch-festen Stoffen. In diesem Aggregatzustand bleiben sie an der Stelle, an der sie aufgetragen werden und können in entsprechenden Einsatzbereichen genutzt werden. Sie fließen weniger, dichten die Schmierstelle ab und bieten tendenziell höhere Druckaufnahmen. Letzteres ist gerade im Schwerlastbereich ein deutlicher Vorteil.

 

Pasten: Arbeitet man mit festen Schmierstoffen wie etwa Graphit oder Keramik, werden diese für eine bessere Haftung in der Regel mit Schmierfett zu einer Paste vermengt. Produkte wie diese zeichnet eine sehr hohe Trennwirkung aus, die auch bei hohen Temperaturen und bei enormen Belastungen gegeben ist. Eingesetzt als reine (feste) Trockenschmierstoffe haben Keramik, Metall oder Graphit den Vorteil, dass sie bei der Anwendung durch die trockene Schmierung keinen Schmutz erzeugen.

 

So wählst du den richtigen Schmierstoff

Je nach Anwendung gelten verschiedene Anforderungen an den Schmierstoff. Unter anderem spielen hier die Materialien, auf denen sie eingesetzt werden, eine Rolle, aber auch die Temperaturbereiche müssen berücksichtigt werden. Geht zum Beispiel die Temperatur extrem hoch, fallen Schmierstoffe weg, die nur für niedrige Temperaturbereiche ausgelegt sind. Ein wesentliches Kriterium ist aber die Viskosität des Schmierstoffs. Dabei gilt: Umso höher der Viskositätswert, desto dickflüssiger der Schmierstoff. Entsprechend besser ist die Haftung an Oberflächen und schlechter die Kriechfähigkeit. Außerdem müssen gegebenenfalls auch chemische Einflüsse oder Spritzwasserbeständigkeit berücksichtigt werden.

Am besten sammelst du zunächst alle Details und Anforderungen. Anschließend kannst du per Ausschlussverfahren die ungeeigneten Schmierstoffe ausschließen. So gelangst du relativ schnell zum richtigen Produkt.

 

Spezielle Einsatzgebiete für Schmierstoffe:

Im Umfeld von Lebensmitteln gelten genaue Regelungen für den Einsatz von Schmierstoffen. Sie müssen für die Verwendung in der Lebensmittelindustrie produziert und zertifiziert sein. Hier hilft die Zertifizierung und Unterteilung durch die amerikanische NSF, die National Sanitation Foundation. Nach ihr werden Schmierstoffe in H-Klassen unterteilt: H1 darf theoretisch überall eingesetzt werden. H2 ist abgestuft und beschreibt Produkte, bei denen technisch sichergestellt sein muss, dass Lebensmittel nicht berührt werden. Ein weiterer Sonderfall bei der Anwendung von Schmierstoffen ist der bei schnell rotierenden Teilen. Hier muss eine gewisse Abschleuderfestigkeit des Schmierstoffs gewährleistet werden.

 

Wie lagert man Schmierstoffe korrekt?

Für alle Schmierstoffe gilt: Lagere sie nicht bei extremen Minus-Temperaturen, da sie dadurch ihre Fließfähigkeit verlieren können. Bei Aerosol-Schmierstoffen wiederum dürfen die Temperaturen nicht zu hoch sein. Die meisten Aerosoldosen dürfen bis maximal 50° C gelagert werden. Außerdem sind Schmierstoffe vom Hersteller mit einer Mindesthaltbarkeit versehen. Diese hängt stark von den Inhaltsstoffen ab und kann je nach Produkt bis zu 36 Monate betragen.

HAND-DRAUF-Redaktion

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