Sägeblatt: Welches ist das richtige?

11. Juli 2017

Schneiden von Holz und Metall, aber auch vieler anderer Werkstoffe wie Beton, Kunststoff und Stein, wäre ohne Kreissägen kaum denkbar. Zur Grundausstattung eines jeden Hand- und Heimwerkers gehören deshalb vier bis fünf verschiedene Kreissägeblätter, die für unterschiedliche Anwendungen geeignet sind.

Von den Eigenschaften eines Kreissägeblattes hängen die Schnittqualität, die Arbeitsgeschwindigkeit und die Standzeit für den zu bearbeitenden Werkstoff ab. Zu diesen wesentlichen Eigenschaften gehören das Material, aus dem ein Kreissägeblatt gemacht ist, die Zahnform, Zähnezahl und Zahnstellung sowie die Spantiefe.

Weitere ausschlaggebende Aspekte sind beispielsweise die Drehzahl, Schnittgeschwindigkeit und der Durchmesser des Sägeblattes. Mit diesem Kreissägeblatt-Ratgeber kannst du herausfinden, welches Holzkreissägeblatt oder Metallkreissägeblatt du verwenden solltest.

Bei der Auswahl des Kreissägeblattes sollte man deshalb schrittweise vorgehen:

1. Material der Schneide: für verschiedener Werkstoffe

Das Material, aus dem ein Sägeblatt gemacht ist, beeinflusst im Wesentlichen seine Eignung zum Bearbeiten eines Werkstoffs. Man unterscheidet zwischen zwei Typen von Sägeblattwerkstoffen, wobei Hartmetall-Blätter heute am meisten Anwendung finden.

Blattwerkstoff Merkmale Eigenschaften Anwendung
Einteiliges Kreissägeblatt Besteht aus Bandstahl oder Hochgeschwindigkeitsstahl (CV-Stahl), aus dem es herausgestanzt wird. Scharf geschliffene Zähne mit hoher Aggressivität. Nutzen sich vergleichbar schnell ab und sind weniger robust, können aber manuell nachgeschliffen werden. Geringe Standzeit bei Hartholz und Verbundwerkstoffen. Lang- und Querschnitte von Vollholz. Für hohe Schnittqualität in weichem Holz.
Verbundkreissägeblatt Bestehend aus einem Metalltragkörper in der Mitte, auf den Zähne aus Hartmetall oder seltener Diamant angebracht werden. Hartmetallzähne bleiben lange scharf und sind hochhitzebeständig. Lange Standzeit bei Harthölzern und Verbundwerkstoffen. Auftrennen, Trennen, Ablängen und Nuten von vornehmlich Harthölzern und Verbundwerkstoffen (andere Werkstoffe möglich).

2. Die Anzahl der Zähne: grobes und feines Schneiden

Standzeit: Haltbarkeit eines Sägeblattes, die vom Material abhängt, das damit bearbeitet wird.

Die Schnittqualität und die Kräfte, die zum Vorschub notwendig sind, werden im Wesentlichen durch die Anzahl der Zähne eines Kreissägeblattes bestimmt. Generell wird zwischen einer geringen, hohen und sehr hohen Zähnezahl unterschieden.

Geringe Zähnezahl - große Spanlücke Hohe Zähnezahl - kleine Spanlücke Sehr hohe Zähnezahl
Geringe Zähnezahl – große Spanlücke Hohe Zähnezahl – kleine Spanlücke Sehr hohe Zähnezahl

Geringe Zähnezahl: Die Spanlücke zwischen den Zähnen ist groß und ermöglicht Herausfördern langer Späne. Weil die Schnittleistung und nicht die Schnittqualität hier im Vordergrund steht, arbeitet man mit diesen Sägeblättern (<36 Zähne) am besten längs der Fasern. Man erzielt dabei schnelle Ergebnisse, aber auch einen rauen bzw. groben Schnitt.

Hohe Zähnezahl: Auch wenn man quer zur Faser arbeitet, erzielt man mit solchen 36- bis 48-zähnigen Kreissägeblättern einen sauberen Schnitt. Längs der Faser angewendet, neigen diese Blätter zur schnellen Verstopfung aufgrund der kleinen Spanlücke.

Sehr hohe Zähnezahl: Feinschnittblätter findet dort Einsatz, wo eine besonders feine Schnittqualität gefordert wird. Solche Blätter mit 60 oder mehr Zähnen sägen langsamer und benötigen mehr Vorschubkraft, erzielen dabei aber äußerst präzise Schnitte und werden deshalb vor allem bei dünnen Werkstoffen verwendet.

3. Die Zahnstellung: Wie aggressiv ist ein Blatt?

Bei der Zahnstellung werden drei Typen unterschieden, die die Aggressivität des Blattes beeinflussen und sich deshalb zur Bearbeitung verschiedener Materialien eignen.

Zahnstellung Merkmale und Anwendung Abbildung
Positiv Positiver Winkel links der Mittelachse.
Hohe Belastung der Zahnspitze, da diese in den Werkstoff greift und damit einen Teil des Vorschubs übernimmt.
Fremdkörper wird in die Spanlücke gezogen, was zum Zahnbruch führen kann.
Typischerweise zur Bearbeitung von Holz verwendet.
Positive Zahnstellung
Neutral Kein Winkel bzw. parallel zur Mittelachse.
Belastung der gesamten Zahnvorderkante.
Hohe Vorschubkräfte sind notwendig.
Robust beim Auftreffen auf Fremdkörper.
Geeignet zur Anwendung im Metall.
Neutrale Zahnstellung
Negativ Negativer Winkel links der Mittelachse.
Zahn stößt sich vom Material ab: Achtung, Rücklaufgefahr!
Es wird viel Vorschubkraft benötigt.
Geeignet zur Bearbeitung von harten Stoffen.
Negative Zahnstellung

4. Die Form der Zähne bestimmt Schnittqualität

Die Form der Zähne hat vor allem Einfluss auf die Schnittqualität und die Standzeit eines Blattes.

Zahnform Auswirkung
Flachzahn Der Flachzahn ist die einfachste Form der Zahnspitze. Die Schneidkante liegt hier genau waagerecht. Am besten geeignet sind solche Sägeblätter für Längsschnitte vor allem in Vollholz, da bei anderen Materialien oder quer zur Faser Ausrisse entstehen.
Wechselzahn Beim Wechselzahn ist der Zahnrücken schräg geschliffen, sodass die Schneide um i. d. R. 10° gekippt ist. So entsteht eine Spitze, die für besonders sauberes Trennen von Werkstoffen sorgt. Die Schrägstellung der Zahnspitze wechselt sich nach jedem Zahn ab, sodass besonders präzises Arbeiten möglich wird. Kreissägeblätter mit Wechselzahn kennt man oft auch als Universalsägeblätter, da sie sich sowohl für Arbeit längs als auch quer zur Faser eignen.
Trapezzahn Die dritte wichtige Grundform von Zähnen ist das Trapez, welches vor allem für beschichtete Werkstoffe geeignet ist. Die Geometrie kann man sich so vorstellen, dass bei einem Flachzahn beide Ecke um 45° abgewinkelt wurden. Damit vermeidet man Ausrisse an empfindlichen Oberflächen.
Hohlzahn Eine Spezialform zur Bearbeitung von furnierten Flächen ist der Hohlzahn, der eine konkav gebogene Zahnbrust hat. Mit den beiden Spitzen, die sich daraus ergeben, können sehr feine Schnitte, die nicht sehr tief sind, auch in Massivholz ausgeführt werden. Reine Hohlzahn-Blätter sind relativ empfindlich und sind deshalb häufiger in einer Kombination mit Trapezzähnen zu finden.

5. Spantiefe begrenzen, Zahnspitzen entlasten

Spantiefe: Maximale Spandicke, die ein einzelner Zahn vom Werkstoff abträgt.

Bei Arbeiten in weichem Material, beispielsweise Holz, kann die Spantiefe mehrere Millimeter betragen, ohne die Kreissäge zu überfordern. Bei harten Werkstoffen wie Metall ist die Spantiefe eine unbedingt zu beachtende Größe. Eine begrenzte Spantiefe verringert dabei die Belastung der Zahnspitze und folglich auch die Rückschlaggefahr, weil kein zu starker Vorschub möglich ist. Dies geht aber gleichzeitig mit Verlust von Arbeitsgeschwindigkeit einher. Andererseits verlängert man durch den schonenden Umgang die Standzeit eines Sägeblattes.

Tipp: Verringere die Verstopfungsgefahr durch Späne, indem du das Kreissägeblatt mit Schneidfett bestreichst.

6. Passt das Kreissägeblatt in meine Maschine?

Wichtig bei der Auswahl ist zum einen der Durchmesser des Kreissägeblattes. Dieser wird in Millimetern angegeben und hängt von deiner Maschine ab. Zum anderen musst du auf die Bohrungsgröße achten, welche ebenfalls in Millimetern angegeben wird. Findest du einmal kein Blatt mit gewünschter Bohrung, so kannst du dir einen Reduzierring zulegen.
Welches Kreissägeblatt nun genau in deine Maschine passt, kannst du in der Bedienungsanleitung nachlesen. Weiterhin ist zu beachten, dass nicht alle Kreissägen zum Arbeiten mit CV-Blättern (einteilig) geeignet sind. Auch das kannst du in den Angaben des Herstellers deiner Kreissäge herausfinden.

7. Fazit: Welche Kreissägeblätter braucht man?

  • Für schnelle Längsschnitte einen Flachzahn oder Wechselzahn mit einer geringen Zahnzahl (ca. 24)
  • Universalsägeblatt (Wechselzahn) mit hoher Zahnzahl (36-48) für Längs- und vor allem Querschnitte im Massivholz
  • Für beschichtete Platten und teilweise für Furniertes ein Kreissägeblatt mit Wechsel- oder Trapezzahn und einer sehr hohen Zähnezahl (>60)
  • Für sehr feine Arbeiten ein Hohlzahn-Sägeblatt mit hoher Zähnezahl

In unserem Stichsägeblatt-Ratgeber erfährst du alles über die richtigen Sägeblätter für deine Stichsäge.

HAND-DRAUF-Redaktion

Von Werkzeug bis Unternehmensführung: Mit unseren Ratgebern wollen wir Handwerkern Antworten auf viele Fragen geben.

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