So geht Mitarbeitergewinnung

21. Januar 2019

Die größte Herausforderung für Handwerksunternehmen ist der Bewerber- und Fachkräftemangel. Du möchtest den Kampf um die besten Talente nicht verlieren? Mit den richtigen Maßnahmen kannst du bei der Mitarbeitersuche Kosten und Aufwand geringhalten.

Seit Jahren ertönt das gleiche Lied: Dem Handwerk geht es wirtschaftlich gut, doch es fehlen die Mitarbeiter. Jährlich bleiben abertausende Ausbildungsplätze unbesetzt, weil sich junge Menschen vergleichsweise selten für eine Ausbildung im Handwerk interessieren. Die Folge: Es gibt nur wenige erfahrene und hochqualifizierte Fachkräfte, was langfristig der Wirtschaftlichkeit der Unternehmen schadet.

Wer also erfolgreich am Markt bestehen möchte, muss den Kampf um die besten Mitarbeiter (englisch: War for Talents) für sich entscheiden. Eine große Rolle spielt dabei die Mitarbeitergewinnung. Mit einer unscheinbaren Stellenanzeige in der regionalen Sonntagszeitung ist es heute einfach nicht mehr getan. Handwerksbetriebe müssen das Thema Recruiting professioneller angehen.

In kleinen Betrieben fehlen Kapazitäten

Employer Branding ist das Wort der Stunde: Es geht darum, die Stärken und Besonderheiten eines Betriebes herauszuarbeiten und dadurch für Fachkräfte attraktiver zu werden. Zeige , was deinen Betrieb ausmacht und warum es sich lohnt, bei dir zu arbeiten. Übertarifliche Bezahlung, spannende Aufgaben, fester Kollegenzusammenhalt? Das sollte kommuniziert werden!

Das klingt ja erstmal gut, doch Hand aufs Herz: In kleineren Unternehmen fehlt es schlichtweg an Kapazität, solche Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Eine separate Personalabteilung gibt es in vielen Handwerksbetrieben gar nicht, sondern der Inhaber ist für die Mitarbeitergewinnung zuständig. Personalaufgaben werden da oft eher nebenbei erledigt.

Doch schon mit wenigen Maßnahmen lässt sich die Mitarbeitergewinnung verbessern, weiß Patrycja. Sie ist Expertin für Personalfragen bei Contorion und stellt Methoden vor, die sich auch für kleine Unternehmen eignen.

Vier Kollegen von Contorion spielen am Kickertisch im Pausenraum

1. Karriere-Webseiten

Für die Mitarbeitergewinnung solltest du eine eigene Karriereseite bereitstellen. Hier erhalten Bewerber gebündelt alle wichtigen Informationen: ausgeschriebene Stellen, offene Ausbildungsplätze und das Unternehmensprofil.

Um eine schöne Internetpräsenz kommen Betriebe heute nicht mehr herum. Investiere in eine ansprechende Darstellung deines Teams. Mit wem werde ich arbeiten? Wer sind meine Ansprechpersonen? Das wollen Interessenten schon wissen, bevor sie sich bewerben.

Wonach suchen potenzielle Mitarbeiter auf der Handwerker-Website?

  •    aktuelle Stellenanzeigen
  •    Antworten auf häufige Fragen zur Bewerbung
  •    Ablauf des Bewerbungsprozesses
  •    Ansprechpartner
  •    Informationen zum Unternehmen, den Kollegen, dem Arbeitsumfeld oder zum Standort

Viele Handwerksbetriebe nutzen diese Möglichkeit nicht ausreichend und verschenken damit Potenzial zur sicheren Rekrutierung von Fachkräften.
Der Betrieb sollte für den Nutzer alle relevanten Informationen online zur Verfügung stellen, denn dieser sucht auf der bestehenden Handwerker-Website ganz gezielt nach offenen Stellenangeboten. Die nächste Generation, die das Bestehen eines Betriebs sichert, sind die angehenden Azubis.

Bei der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz werden oft auch Suchmaschinen zur Hilfe genommen. Dabei ist der erste Eindruck des Betriebs überaus wichtig. Sind die gesuchten Informationen nicht ersichtlich oder wirkt der Betrieb “eingestaubt”, weil das Design und Fotos noch aus den 90ern stammen, wird schnell das nächste Unternehmen in Augenschein genommen.

Falls näheres Interesse besteht und die Neugier am Betrieb durch eine moderne Handwerker-Website geweckt wurde, werden oft auch die Social Media Seiten wie Facebook angesehen , um einen Eindruck vom Arbeitsklima zu bekommen. Häufig zeigen die Beiträge besondere Ereignisse, gemeinsame Erfolge und stellen den Zusammenhalt und die gute Arbeitsatmosphäre dar. Somit ist die Handwerker-Website sowie eine Präsenz in Social Media für die Jugend ein wesentlicher Faktor zur Entscheidungsfindung hinsichtlich der Bewerbung.

2. Mitarbeiter werben Mitarbeiter

Die besten Botschafter für dein Unternehmen sind zufriedene Mitarbeiter. Sorge für ein gutes Betriebsklima, indem du zum Beispiel verschiedene Aktivitäten für die Mitarbeiter organisierst.

Im Sommer mal zusammen grillen, im Winter ein gemeinsamer Weihnachtsmarktbesuch – Veranstaltungen wie diese fördern den Team-Zusammenhalt. Wenn es Ihnen finanziell möglich ist, stellen Sie einen Bonus in Aussicht für jeden, der erfolgreich eine Fachkraft oder einen Auszubildenden anwirbt.

3. Aktiv werden

Warte nicht darauf, dass die Bewerber zu dir kommen, sondern gehe aktiv auf sie zu. Über Social-Media-Kanäle und in Karrierenetzwerken wie Xing oder LinkedIn kannst du Fachkräfte gezielt anschreiben. Auch Jobmessen eignen sich dafür. Wichtig bei der Ansprache von potentiellen Mitarbeitern ist, dass sie so individuell wie möglich erfolgt.

Fazit: Online-Möglichkeiten ausschöpfen

Einfluss und Priorität einer Handwerker-Website und der neuen Sozialen Medien gilt es nicht zu unterschätzen. Mit der Bereitstellung notwendiger Informationen kann ein Betrieb nicht nur ausführlicher auf die freien Stellen eingehen, sondern spart auch gleichzeitig Kosten für externe Dienstleister, wie Personalfirmen und Jobbörsen.

Der Mangel an qualifizierten Fachkräften und Ausbildungssuchenden zeichnet sich zunehmend auch bei traditionellen Handwerksbetrieben ab. Entsprechend groß ist der Konkurrenzkampf der Wettbewerber. Das wiederum verschärft die Auswahlkriterien der Bewerber, um den bestmöglichen Arbeitgeber für sich zu finden.

Eine eigene Karriere-Website ermöglicht es dem Betrieb sich einen Wettbewerbsvorteil zu sichern und sich von der Konkurrenz abzuheben. Bewerber werden direkt auf der Startseite abgeholt und zur Zielseite geleitet. Ein übersichtlicher und einfacher Prozess zur Bewerbung erleichtert das Verfahren für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Isabelle

Handwerkern auf die Finger und über die Schulter schauen: Ich interessiere mich vor allem für spannende Geschichten aus der Praxis.

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