Malervlies ist nicht gleich Malervlies

6. Oktober 2021

Renovieren, speziell tapezieren, ist eine notwendige Arbeit, die spätestens beim Um- oder Einzug ansteht. Wer früher mit den Tücken der Raufasertapete kämpfte, setzt heute zunehmend auf das immer beliebter werdende Malervlies.
Wir schauen uns die funktionale Alternative zur herkömmlichen Tapete einmal näher an. Was genau ist ein Malervlies, welche Vorteile hat die Vliestapete, was gibt es beim Kauf, bei der Verarbeitung und Vorbereitung zu beachten? Erfahren Sie mehr über das Malervlies und seine besten Produktbeispiele aus dem Contorion Onlineshop.

 

Was ist ein Malervlies?

Zunächst klären wir einmal den Begriff ab: Ein Malervlies wird auch als Vliestapete bezeichnet. Grundsätzlich verstehen wir unter einer Tapete einen Wandbelag, der mit Kleber aufgeklebt wird. Da das beim Malervlies genauso wie bei der Tapete gemacht wird, sind beide Begriffe für das praktische Gewebe gebräuchlich. Tapeten haben, im Gegensatz zum Vlies, einen Träger aus Papier, weshalb strenggenommen die Bezeichnung Vliestapete fürs Malervlies nicht ganz korrekt ist.
Als Malervlies definieren wir ein dünnes, aber strapazierfähiges Gewebe, das aus Polyester oder anderen textilen Fasern besteht. Es bildet einen hochwertigen Untergrund für Farben und kann immer wieder übergestrichen werden. Auch Tapeten können auf das Malervlies aufgebracht werden.
Die Vliestapete wird mit speziellem Vlieskleber auf die Wand oder die Decke aufgeklebt. Sie ist dimensionsstabil, das bedeutet, sie quillt bei der Verarbeitung nicht auf, sondern behält ihre Form.

 

Tipps und Tricks zum Kauf von Malervlies

Vliestapeten sind heute die vorherrschende Variante, die in Neu- und Altbauten an die Wände geklebt werden. Es gibt sie in unterschiedlichen Ausführungen. Für Einsteiger, Fortgeschrittene und Profis finden wir passende Modelle. Wer sich zum ersten Mal an dem praktischen Wandbelag versucht, der wird am ehesten mit einem Glattvlies, das nicht allzu dünn sein sollte, zurechtkommen. Informiere dich vorab über die unterschiedlichen Ausführungen, lasse dich im Zweifelsfall auch beraten, bevor du dich für eins der zahlreichen Modelle entscheiden.

 

Welche Tapetenarten gibt es?

Wie vielfältig die Vliestapete eingesetzt werden kann, können wir schon an den verschiedenen Namen erkennen, unter denen das Produkt verkauft wird. Hier ist von Renoviervlies oder Glattvlies, vom Anstrichvlies oder Reparaturvlies, von Makulaturvlies, Basisvlies oder einer Untertapete die Rede. All das vereint unsere Vliestapete in ihren unterschiedlichen Ausführungen.
Betrachten wir die Tapetenarten allgemein, finden wir eine riesige Auswahl. Der Klassiker ist die Papiertapete, als einlagig oder zweilagig zu haben. Die Vliestapete dagegen basiert auf einem Trägermaterial aus Textilfaser und Zellulose. Diese beiden Tapetenarten sind wiederum in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich. Sie können bedruckt, gefärbt, gemustert, beschichtet mit PVC, Metallen oder Naturmaterialien gekauft werden.
Hier ein kurzer Überblick über die gängigen Ausführungen von Papier- und Vliestapeten, die im Handel erhältlich sind:
• Raufaser
• Vinyl- bzw. Kunststofftapeten
• Metalltapeten
• Glasfasertapeten
• Satintapete
• Profil- und Mustertapeten
• Fototapeten
• Textiltapeten
• Makulaturtapeten

 

Vorteil der Vliestapete: Warum billig nicht immer die beste Lösung ist

Dass die Vliestapete der früher gebräuchlichen Raufaser inzwischen den Rang abgelaufen hat, liegt an ihren zahlreichen Vorteilen. Das gleicht den etwas höheren Anschaffungspreis für den Allrounder unter den Tapeten mühelos wieder aus.
Der multifunktionale Wandbelag ist nicht nur sehr stabil und reißfest, sondern auch besonders langlebig. Als Untertapete verwendet, dient er als Träger für andere (Papier-)Tapeten, aber auch mehrere Farbschichten trägt das Vlies mühelos.
In der Anwendung zeigt sich ein weiterer Vorzug: Die Vliestapete kann direkt aufgeklebt werden, das vorherige Einweichen wie bei der Raufaser entfällt.
Weil die Vliestapete eine andere Struktur und Oberflächenbeschaffenheit hat, außerdem aus stabilerem Material besteht, ist sie robuster und reißfester als die Kollegin aus Papier. Außerdem ist sie schwer entflammbar.
Kleinere Unebenheiten in der Wand, feine Risse oder Löcher deckt das Material unsichtbar ab. Farbanstriche können mehrfach erneuert werden.
Auch dem Raumklima tut die Vliestapete gut: Sie ist dampf- sowie luftdurchlässig und sehr feuchtigkeitsbeständig. Deshalb kommt sie auch durchaus als Wandbelag für Feuchtbereiche infrage.
Nicht zuletzt überzeugt das Vlies beim Entfernen derselben: Weil die Tapete aufgeklebt wird, ohne vorher in Kleister einzuweichen, lässt sie sich im Vergleich zur Raufaser wesentlich leichter wieder entfernen.

 

Untergrund und Verarbeitung: Worauf Sie achten sollten

Eine gründliche Vorbereitung ist alles. Das gilt bei vielen Renovierungsarbeiten und ist auch beim Malervlies nicht anders.
Der Untergrund für die Tapete muss trocken, tragfähig und sauber sein, bevor das Vlies angeklebt wird. Ein stark saugender Untergrund benötigt daher einen Voranstrich oder eine Grundierung.
Größere Unebenheiten, Fugen oder Risse sollten zunächst mit Spachtelmasse aufgefüllt werden.
Für die sachgerechte Anwendung legen Sie sich vorab die nötigen Werkzeuge parat. Hier eine kurze Checkliste, was für das Tapezieren mit Malervlies benötigt wird:
• Vliestapete
• Grundierung, Spachtelmasse und Wandfarbe
• Farbroller, Malerspachtel, Tapezierspachtel
• Abstreifgitter
• Lappen
• Klebeband
• Klinge

 

Individuelle Lösungen mit Stil: Anwendungsvarianten für Malervlies aus dem Contorion-Shop

Was du zum renovieren mit der Vliestapete brauchst, gibt es online im Contorion Shop. Hier bieten wir für die unterschiedlichen Anwendungsvarianten von Malervlies eine große Auswahl an Produkten an. Du findest nicht nur Spachtel und die nötige Spachtelmasse dazu, sondern auch Farbe, das gutsitzende Klebeband oder schützendes Abdeckmaterial für Fußboden und Möbel. Die Vliestapete bringst du mit dem Metylan Tapeziergerätekleister TG Power Granulat plus ganz einfach an die Wand.

HAND-DRAUF-Redaktion

Von Werkzeug bis Unternehmensführung: Mit unseren Ratgebern wollen wir Handwerker*innen Antworten auf viele Fragen geben.

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