Das richtige Lasergerät für Handwerker

7. Dezember 2017

Laser sind aus Beruf und Alltag nicht mehr wegzudenken. Je nach Anwendungsbereich sind Lasertypen gefragt, die Wellenlängen vom ultravioletten Bereich (UV-Bereich) über die sichtbare optische Strahlung (Licht) bis hin zum Infrarotbereich in entsprechender Intensität erreichen. Dabei gibt die Wellenlänge an, wie gefährlich der Umgang mit den Laserstrahlen ist.

1. Worauf sollte man bei der Arbeit mit Lasern achten?

  • MeldungspflichtWerden leistungsstarke Laser (Grade 3 und 4) eingesetzt, liegt eine Meldepflicht gegenüber dem Unfallversicherungsträger sowie der Arbeitsschutzbehörde vor.
  • FachkompetenzDer durchführende Arbeiter muss die notwendige Ausbildung und Fachkunde besitzen, um die Sicherheit aller Anwesenden zu gewährleisten.
  • KennzeichnungDer Bereich, in dem die Arbeiten vorgenommen werden, sollte großflächig abgesperrt und durch entsprechende Warnschilder gekennzeichnet werden.
  • AusrüstungWährend der Arbeit mit Lasern sollte stets eine Laserschutz- oder Justierbrille getragen werden, dies gilt insbesondere für Laser der Klassen 3 und 4.

Gefährdungsgrad der Laserstrahlung
Das konkrete Gefährdungspotential von Laserstrahlen kann anhand der Laserklasse (nach DIN EN 60825) abgelesen werden. Sie sind auch ein Indiz dafür, welche Vorsichtsmaßnahmen im Umgang mit Lasern getroffen werden sollten.

Generell gilt: Je höher ein Laser klassifiziert ist, desto höher ist die von ihm ausgehende Gefahr. Besonders gefährdet ist immer das Auge. Je nach Bestrahlungsintensität kann auch die Haut Schaden nehmen und Rötungen, Verbrennungen oder Blasenbildung erleiden.

Im Normalfall für das Auge ungefährlich, auch bei längerer Bestrahlung und selbst dann, wenn optische Instrumente in den Strahlengang gehalten werden.

1M

Für das Auge ungefährlich, solange keine optisch bündelnden Instrumente zum Einsatz kommen. Andernfalls können vergleichbare Gefährdungen wie bei Klasse 3R oder 3B auftreten.

2

Bei kurzzeitiger Bestrahlungsdauer (bis 0,25s) für das Auge ungefährlich, auch dann, wenn ein optisches Instrument im Strahlengang eingesetzt wird.

2M

Bei kurzzeitiger Bestrahlungsdauer (bis 0,25s) für das Auge ungefährlich, solange der Strahlquerschnitt nicht durch optische Instrumente (Lupen, Linsen, Teleskope) verkleinert wird.

3R

Gefährlich für das Auge.

3B

Gefährlich für das Auge, häufig auch für die Haut. Kann nur über einen diffusen Reflektor betrachtet werden (Beobachtungsabstand zwischen Schirm und Hornhaut: minimal 13 cm, Beobachtungsdauer: max. 10 Sekunden. Gerichtete Strahlenanteile dürfen nicht ins Auge gelangen.

4

Sehr gefährlich für das Auge und gefährlich für die Haut. Auch diffus gestreute Strahlung kann gefährlich sein. Die Laserstrahlung kann Brand- und Explosionsgefahr verursachen.

2. Welche Lasergeräte gibt es?

Punktlaser
Bosch Punktlaser
Entfernungsmesser
Laser-Entfernungsmesser
Kreuzlinienlaser
Kreuzlinienlaser
Rotationslaser
Rotationslaser
Funktionsweise:

  • Projizierung einzelener Punkte
  • Erzeugung von bis zu 5 Laserpunkten (modellabhängig)
  • Laserklasse 2
Funktionsweise:

  • Laser-Entfernungsmesser strahlen nach vorne und hinten aus
  • Gut sichtbarer roter Laserstrahl
  • Laserklasse 2
Funktionsweise:

  • Projizierung mehrerer horizontaler und vertikaler Linien
  • Linien sind im 90 Grad Winkel angeordnet
  • Laserklasse 2
Funktionsweise:

  • Projizierung von Linien im 360 Grad Bogen
  • mögliche Aurichtungen: horizontal, vertikal oder in einem bestimmten Winkel
  • Laserklasse 2
Anwendungsgebiete:

  • im Bauwesen und der Innenarchitektur
  • für Markeirungsarbeiten, wie Positionierung von Türen und Fenstern
Anwendungsgebiete:

  • Folgende Messfunktionen sind möglich, Teilungsfunktion, Pythagoras, Volumen, Fläche, Indirektes Messen
  • für die Entfernungsmessung in Gebäuden
Anwendungsgebiete:

  • im Bauwesen
  • für Ausrichtungen und Vermessungen
Anwendungsgebiete:

  • im Bauwesen
  • für Ausrichtungen, Vermessungen und Abstimmungen
Vorteile:

  • ermöglicht präzise Platzierung
  • für schwer zugängliche und messbare Stellen geeignet
Vorteile:

  • Abmessung mit und ohne Wand
  • Speicherfunktion der letzten Messwerte
Vorteile:

  • einfache Projizierung von Strecken und Kanten
  • für die präzise Durchführung von Nivellierarbeiten geeigent
Vorteile:

  • erleichtert Mess- und Ausrichtungsarbeiten
  • einfache Bestimmung von Fluchten, Winkeln und Loten

3. Wie lassen sich präzise Messergebnisse erreichen?

Im Bauwesen spielt Präzision eine besonders große Rolle. Bereits kleine Fehler bei der Vermessung können zu wesentlichen Problemen im Rahmen des fortlaufenden Projektes führen und bringen schließlich eine Reihe von Anpassungen und einen erhöhten Arbeitsaufwand mit sich. Die Lasermessung gehört zu den derzeit fortschrittlichsten Methoden und zeichnet sich durch ihre hohen Genauigkeit aus. Um ihr volles Potential auszuschöpfen, sollte man bereits im Vorfeld einige wichtige Aspekte berücksichtigen.

  • Genaues Kalibrieren
    Vor jedem Einsatz muss das Gerät neu kalibriert werden. Vorab können auch Tests über kleinere Distanzen durchgeführt und die Einstellungen gegebenenfalls nachjustiert werden.
  • Großflächige Messungen aufteilenDie meisten Geräte sind auf große Entfernungen ausgelegt, dennoch empfehlen Experten große Abstände in kleinere Abschnitte aufzuteilen und diese einzeln zu messen um einen Verlust an Genauigkeit zu vermeiden.
  • Keine Nutzung auf bewachsenem GebietIst der zu vermessende Bereich stark bewachsen, ist der Einsatz eines Lasermessgerätes nicht empfehlenswert. Das Gebiet sollte im Voraus geräumt werden oder es muss auf alternative Messmethoden zurückgegriffen werden.

Isabelle

Handwerkern auf die Finger und über die Schulter schauen: Ich interessiere mich vor allem für spannende Geschichten aus der Praxis.

Mehr zum Thema

0 Kommentare

Copy link
Powered by Social Snap