Klimaschutz: Was tun?

3. Mai 2020

Es vergeht kein Tag, an dem wir keine Hiobsbotschaft über die Klimaerwärmung lesen oder hören. Ebenso viele Ratschläge von allen Seiten gibt es, wie wir denn nun zu leben, zu konsumieren und zu wirtschaften haben, um das Schlimmste zu verhindern. Was wir brauchen: eine einheitliche Kennzeichnung, die auf den ersten Blick Umweltauswirkungen erkennbar macht.

Plastik oder Jute, Fliegen oder Fahren, Soja oder Huhn: Angesichts der aktuellen Klimaentwicklung wird geradezu jeder Lebensbereich auf bessere Nachhaltigkeit abgeklopft. Ob als Endverbraucher oder Unternehmer:

Richard Schwenke, Gründer und Geschäftsführer von Contorion
Kolumne von Richard Schwenke, Geschäftsführer von Contorion

Viele Menschen wollen Verantwortung übernehmen und sich umweltverträglicher verhalten. Ein frommer Wunsch, der jedoch gar nicht so leicht zu erfüllen ist: Kaum einer ist in der Lage zu überblicken, welche Entscheidung denn nun im Sinne der Nachhaltigkeit die richtige wäre. Darüber hinaus haben Verbraucher häufig das Gefühl, zwischen Pest und Cholera wählen zu müssen.

Weltweite Warenströme

Gründe dafür gibt es viele. Unter anderem machen weltweite Warenströme und komplexe Wertschöpfungsketten es für Endverbraucher und Unternehmer schwer nachvollziehbar, unter welchen Umständen Produkte hergestellt, transportiert und verkauft werden. Die Waren scheinen sich verselbstständigt zu haben und existieren völlig abgekoppelt von ihrem Herstellungsprozess. Welche Auswirkungen die Produktion hat, können wir deshalb nur noch erahnen.

Es ist völlig intransparent und unübersichtlich, welche denn nun die nachhaltigste Alternative ist. Ist ein Inlandsflug schlimmer als ein Jahr lang SUV fahren? Wie schlimm ist Plastiktüte statt Jutebeutel? Und kann ich mit Jutebeuteln meinen Urlaubsflug wieder »wettmachen«? Solche Fragen kann ich nur beantworten, wenn ich weiß, wie groß denn nun die Umweltauswirkungen konkret sind. Der Bedarf für eine einfache und eindeutige Orientierungshilfe wächst.

Lösung: Umweltampel

Eine Lösung wäre die Etablierung einer »Umweltampel« auf jedem Produkt, die es dem Endverbraucher erlaubt, die negativen Auswirkungen miteinander ins Verhältnis zu setzen. Die Idee ist nicht ganz neu. Einen ähnlichen Hinweis gibt es bereits bei einigen technischen Produkten. Wer zum Beispiel einen neuen Staubsauger, Kühlschrank oder eine Waschmaschine kauft, kann sich anhand des Energielabels über Strom- und Wasserverbrauch, Lautstärke und andere Emissionen informieren. Eine Farbskala von Grün bis Rot zeigt, wie umweltverträglich das Gerät im Vergleich zu anderen ist. Wie die Werte zustande kommen und welche Kriterien gelten, erfährt man online auf der Webseite des Umweltbundesamts.

Betriebe sitzen am längeren Hebel

Wenn sich eine solche Kennzeichnung für alle bzw. einen Großteil aller Produkte durchsetzen würde, wäre das für alle ein Gewinn. Endverbraucher wie Unternehmer würden davon profitieren. Fast noch wichtiger ist eine gute Aufklärung für Entscheider in Handwerk und Industrie, denn dort ist die Tragweite von Einzelentscheidungen größer als bei Endverbrauchern. Schulungen, in denen Fragen geklärt und notwendige Einblicke gewährt werden, bringen Engagement hervor, das tatsächlich etwas bringt.

Klimaschutz hat Vorrang?

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Isabelle

Handwerkern auf die Finger und über die Schulter schauen: Ich interessiere mich vor allem für spannende Geschichten aus der Praxis.

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