Der Sommer naht und damit die diesjährige Garten- und Landschaftsbau-Saison. Ein wichtiges Hilfsmittel für viele Tätigkeiten – von Baumpflege bis Heckenschnitt – ist die Motorsäge. Damit sie auch nach vielen Einsätzen weiterhin astrein arbeitet, muss sie regelmäßig geschärft werden. Die wichtigsten Tipps haben wir für dich zusammengestellt.

Abstauben und zum neuen Leben erwecken! Holst du deine Motorsäge nach den langen Wintermonaten wieder aus der Werkstatt hervor, solltest du als erstes vor allem eines: das Gerät in sicherer Umgebung instand setzen und checken, ob alles in Ordnung ist. Nur so ist ein Maximum an Arbeitssicherheit gewährleistet. Denn leider gilt: Auch die weltbeste Sägekette wird ohne Schärfen über kurz oder lang stumpf. Dafür gibt es recht eindeutige Anzeichen – spätestens, wenn du diese bemerkst, ist es höchste Eisenbahn nachzujustieren. Du hast die Wahl zwischen Kettensäge schärfen lassen und selbst schärfen.

Zeit zu handeln: Wann du eine Kettensäge schärfen solltest

Ob deine Motorsäge nun auf der Baustelle oder in der Forstwirtschaft zum Einsatz kommt: unabhängig deines Arbeitsbereichs bemerkt jeder irgendwann, dass die Arbeit mit einer stumpfen Kettensäge eine echte Tortur ist. Denn jeder Holzschnitt wird einfach nur noch mühsam. Gerade bei Akku-Geräte ist schnelles Vorankommen jedoch wichtig, da sich jedes Ausbremsen auf die Laufzeit des Akkus auswirkt.

Die Vorzeichen eines Geräteverschleißes sind eindeutig: Entweder die Kettensäge zieht kein Holz mehr und du musst mehr körperlichen Aufwand betreiben. Oder es passiert, dass keine groben Späne mehr aus der Schnittstelle fallen, sondern nur feines Sägemehl. Damit nicht genug: Die Kette kann heiß laufen. Entsteht Qualm zwischen Holz und Sägekette solltest du sofort mit der Arbeit stoppen. Das gleiche gilt, wenn deine Motorsäge in eine Richtung ausschert oder rattert und hüpft. Dann entsteht mehr Schaden als Nutzen. Übrigens: Einen generellen Überblick verschiedener Kettensägentypen geben wir dir an anderer Stelle.

Selbst Kettensäge schärfen: So gehst du richtig vor

Wenn Rauch entsteht oder die Kettensäge sich schief ins Holz frisst, ist es eigentlich beinahe zu spät. Das Gerät darf nie völlig stumpf werden und die Zähne der Kette sollten noch einigermaßen gut erhalten sein. Damit das gelingt, solltest du ein Ziel vor Augen haben, wenn du deine Kettensäge selbst schärfst: Alle Kettenzähne müssen danach wieder gleich lang sein. Nur so erzielst du in Zukunft wieder hunderprozentig einwandfreie Arbeitsergebnisse.

Kettensäge schärfen nach Anleitung – Schritt für Schritt: 

  1. Triff Vorbereitungen zur Arbeitssicherheit. Dazu gehört genügend freier Platz um dich herum – sowie das wichtigste Werkzeug in greifbarer Nähe. Ziehe dir sichere Arbeitshandschuhe und Sicherheitsschuhe an. Das Wichtigste zur Wahl deiner Sicherheitsschuhe liest du hier.
  2. Beseitige groben Dreck und Harz. Nur ein absolut sauberes Arbeitsgerät dringt ungehindert durch dein Werkstück. Und auch das Schärfen geht dir leichter von der Hand.
  3. Zeichne vor dem Feilen an. Markiere dazu einen Schneidezahn mit Filzstift. Jetzt zähle die Feilenstriche und wiederhole die gleiche Anzahl Striche an jedem einzelnen Schneidezahn der Kette.
  4. Spanne die gesamte Motorsäge im Schraubstock fest ein – mit Schwert. 
  5. Leg los. Nun geht’s an das eigentliche Kettensäge schärfen von Hand. Verwende dafür ausschließlich eine Rundfeile, die im Durchmesser passt. Führe als nächstes immer waagerecht, im Winkel der Schneide und mit geringem Druck, sachte nach oben drei bis vier Vorwärtsstriche aus.
  6. Wiederhole das Ganze bei jedem Kettenglied stets von innen nach außen, kontinuierlich im rechten Winkel zur Führungsschiene.

Kettensäge schärfen ist wirklich nicht schwer. Mit etwas Übung klappt es auch bei dir!

Kettensäge mit Feile schärfen: Das gilt es zu beachten

Du siehst, es bedarf nur weniger Schritte. Es reichen generell zwei bis drei Wiederholungen beim Schärfen jedes Glieds aus. Wie oft du das Schärfen der Kettensäge neu angehen solltest? Schau am besten auf die Verschleißmarkierung. Ist diese noch nicht erreicht, kannst du das Nachschärfen wiederholen.

Ein Hinweis an dieser Stelle zur Kettensägenfeile: Stelle sicher, dass du die richtige Feile benutzt. Andernfalls kann die Schnittleistung der Kette sogar schlechter werden. Deshalb – wähle ausschließlich eine Rundfeile in passender Größe aus.

Feile und Motorsägen-Kette in Nahaufnahme
Halte die Feile stets waagerecht und übe nur wenig Druck aus

Schnell vom externen Profi erledigt: Kettensäge schärfen lassen

Fehlen dir schlicht die Arbeitszeit oder einfach die Geduld dazu, selbst mit der Feile zu schärfen? Dann hast du mehrere Möglichkeiten: Spezielle Fachhändler für Kettensägen erledigen das Schärfen von Kettensägen schnell in ihrer Werkstatt für dich. Oft bieten auch Schlossereien und Schlüsseldienste vor Ort einen solchen Service. In der Regel findest du diese auch in einem größeren Shoppingcenter. Das Schärfen einer einzelnen Kette kostet dann in der Regel bis zu 10 Euro. Ein Wert, der sich bei mehreren Geräten innerhalb der Werkstatt schnell eine größere Summe nach sich ziehen kann.

Fazit: Auch wenn der erste Versuch zunächst etwas schwerfällig erscheint – eine Kettensäge selbst zu schärfen, spart viel Geld, Zeit beim Fachhändler und ist mit etwas Übung auch ohne großen Aufwand erledigt. Also, ab ans Werk!

2 Comments

  1. Werner Fischer 13. Mai 2020 at 21:58

    Das Schärfen einer Sägekette ist recht gut beschrieben.
    Auf die entsprechenden Schärf-Winkel könnte man in der Beschreibung noch eingehen.
    Hier noch ein weiterer Hinweis: Insofern man den Schärf-Vorgang in einer Werkstatt und nicht im Wald durchführt, sollte man eine spezielle Kettenaufnahme/Fixierung benutzen oder zumindest die Führungsschiene und die Kette nach dem Schärf-Vorgang von den metallischen Feilspänen befreien, welche sich zwangläufig zwischen Kette und Führungsschiene ansammeln (Reinigung durch Ausblasen mittels Pressluft, mittels Bremsenreiniger o. dgl.). Auch wenn die Feilspäne beim anschließenden Sägevorgang schnell „ausgespült“ werden, führt das, wenn auch geringfügig zu erhöhtem Verschleiß an Schiene/Schwert, Kette, Antriebsrad und insbesondere an vorhandenen Umlenksternen bzw. deren Lagerung (meist Rollen oder Tonnenlagerung). Dies wird allzu oft unterschätzt bzw. unterbewertet.

    Reply
    1. IR 14. Mai 2020 at 9:47

      Vielen Dank für den wichtigen Hinweis! Wir finden es super, wenn Experten ihr Wissen teilen.

      Reply

Was denkst du?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.