Kastenwagen einfach mehrfach nutzen

12. Mai 2021

In Deutschland sind rund 2,5 Millionen Transporter der 3,5-Tonnen-Klasse zugelassen. Das Problem: Häufig sind diese nur auf eine Nutzungsart beschränkt. Um das zu ändern, hat PlugVan Module zum Einbauen entwickelt. Mit den verschiedenen Modellen verwandeln Handwerker ein und dasselbe Fahrzeug in wenigen Minuten in ein Servicefahrzeug mit Regalsystemen, eine mobile Werkstatt oder einen Camper.

Einrichtungen und Bausätze für Nutzfahrzeuge gibt es bereits einige. Alle haben eins gemeinsam: Sie sind fest mit dem Basisfahrzeug verbunden und lassen nur wenig Spielraum für einen schnellen Ein- und Ausbau. Bei den Modulen von PlugVan ist das anders: Das Berliner Unternehmen setzt auf Flexibilität und verkauft Module für Kastenwagen, die sich in fünf Minuten von einer Person einbauen oder entfernen lassen. Der gesamte Einbau ist nicht fest am Basisfahrzeug verschraubt, sondern an Zurr-Ösen des Transporters befestigt. Die Module gelten zudem als Ladung, sodass keine Umschreibung des Fahrzeugs erforderlich ist.

 

Für jeden Einsatz das passende Modul

PlugVan bietet zurzeit Module für die Bereiche Werkstatt, Camping, Büro, Logistik sowie einen Do-it-yourself-Bausatz an. Angefangen hat PlugVan 2018 mit einem Prototyp für ein Wohnmodul, welches inzwischen zum Serienprodukt entwickelt wurde. Mit ihm lassen sich Transporter in Windeseile in Camper umbauen. Neu seit 2020 ist das Werkstattmodul. Gleiches System, andere Ausstattung: Das Modul umfasst eine Werkbank, ein Regalsystem oder eine Sitzbank. Generell ist jedes PlugVan-Modul individuell konfigurierbar. Somit lassen sich auch alle handelsüblichen Werkzeugcontainer, zum Beispiel Systainer, L-Boxx und Euroboxen, ganz leicht integrieren – egal welches System zum Einsatz kommt. Von einem Stromanschluss über Airlineschienen und USB-Buchsen bis zu Sortierschub-
laden – PlugVan bietet unzählige Möglichkeiten.

Das System

Die Module sind vollausgestattete mobile Boxen, die in wenigen Minuten in einen Kastenwagen geschoben werden. Die Seitenwände lassen sich in der Breite und in der Höhe erweitern, sodass der Laderaum bestmöglich ausgenutzt wird. Vor dem PlugVan-Modul ist Stauraum für weitere Ladung. Als Basis dient ein Metallrahmen mit einem Stützensystem. Die Stützen können ein- und ausgefahren werden. Am schnellsten geht das mit einem Akkuschrauber. Für den Ein- und Ausbau sind an den Stützen des Moduls Räder befestigt. Optional ist die Beladung auch mit einem Gabelstapler möglich.

 

Welche Fahrzeuge passen?

Die Module der Firma PlugVan passen in fast alle gängigen Kastenwagen: Mercedes Sprinter, VW Crafter, Hyundai H350, Fiat Ducato, Peugeot Boxer, Citroën Jumper, Iveco Daily, Opel Movano, Renault Master, Ford Transit und MAN TGE.

Mit zwei weiteren Gründern und einem wachsenden Team bringt Geschäftsführer Jörg Kortmann seine Idee in die Welt. 2018 hat er das Unternehmen PlugVan ins Leben gerufen, das seitdem stetig wächst. Die Käufer freuen sich über die Innovation auf dem Markt und finden in den PlugVan-Modulen eine Lösung für ein nachhaltiges und kostensparendes Fuhrparkmanagement.

Welche Vision steckt hinter PlugVan?

Jörg Kortmann: Unsere Zukunftsvision ist, dass die PlugVan-Module weltweit als die multifunktionale
Lösung für leichte Nutzfahrzeuge bekannt werden: Unser Ansatz »one size fits all« drückt genau das aus. Außerdem wollen wir den Bausatz-Gedanken weiter stärken. Zum Beispiel soll sich zukünftig ein Unternehmer per Mausklick bei
uns ein Werkstattmodul bestellen können. Wir schicken es ihm zu und er kann es sich ganz einfach selbst zusammenbauen.

Wer profitiert von PlugVan am meisten?

JK: In erster Linie richten wir uns an Besitzer von Kastenwagen. Typischerweise sind dies Gewerbekunden, zum Beispiel Handwerker. Aber auch Transportervermieter sind angesprochen oder Kunden, die kein eigenes Basisfahrzeug besitzen und sich dieses bedarfsweise mieten. Der Vorteil für alle ist die Mehrfachnutzung. Ein und dasselbe Fahrzeug kann unter der Woche mit dem Werkstattmodul als Arbeitsfahrzeug und am Wochenende für private Zwecke genutzt werden. Die vorhandenen Ressourcen werden somit besser ausgenutzt. Weil keine feste Verbindung zum Kastenwagen besteht, ist auch bei geleasten oder gemieteten Fahrzeugen eine Nutzung von PlugVan-Modulen problemlos möglich.

Welchen Beitrag leistet PlugVan
zur Nachhaltigkeit?

JK: Bei uns steht ganz klar die Nachhaltigkeit im Fokus. Wir sagen immer: das nachhaltigste Fahrzeug ist eins, das gar nicht erst gebaut wird! Deswegen setzen wir auf Mehrfachnutzung und Flexibilität. In Deutschland sind Millionen an
Transportern zugelassen, die häufig nur für eine Nutzungsart ausgelegt sind. Wir sehen da ein großes Potenzial, denn mit den PlugVan-Modulen können diese Kastenwagen ganz einfach für unterschiedliche Zwecke genutzt werden. Aus dieser Flexibilität ergibt sich die Nachhaltigkeit automatisch. Anfang 2020 haben wir mit unserer Idee den European Innovation Award in der Kategorie Nachhaltigkeit und Umwelt gewonnen. Das hat uns sehr gefreut und uns in unserer
Vision der flexiblen Nutzung von Kastenwagen bestärkt.

Vielen Dank für das Gespräch.

 

Mehr Informationen über PlugVan gibt es auf

plugvan.com

oder direkt per E-Mail

[email protected]

HAND-DRAUF-Redaktion

Von Werkzeug bis Unternehmensführung: Mit unseren Ratgebern wollen wir Handwerker*innen Antworten auf viele Fragen geben.

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