Innengewinde schneiden: So funktioniert‘s

31. März 2021

Das richtige Werkzeug und ein bisschen Fingerspitzengefühl – mehr braucht es nicht, um ein Innengewinde selbst zu schneiden und so eine Schraube fest und sicher in einem Werkstück zu verankern. Hier erfährst du, was du dabei beachten solltest. 

So schneidest du ein Innengewinde in wenigen Schritten

Sie kommen zum Einsatz, wenn die Verbindung zwischen zwei Bauteilen möglichst unauffällig und kompakt sein soll: Mit Innengewinden kannst du Schrauben etwa zwischen Stahlteilen so befestigen, dass sie sich jederzeit wieder trennen lassen. Mit ihren spiralförmigen Einkerbungen an der Innenseite sind Materialien mit Innengewinde (wie etwa Muttern) das Gegenstück zu solchen mit Außengewinde (zum Beispiel Schrauben), deren Einkerbungen an der Außenseite liegen.

Manchmal kann es nötig sein, ein Innengewinde selbst herzustellen. Das ist gar nicht so schwierig, wie es auf den ersten Blick erscheint – mit dem passenden Werkzeug kannst du in wenigen Schritten das passende Innengewinde für deinen Einsatzzweck schneiden.

 

Innengewinde schneiden: Dieses Werkzeug brauchst du

Dazu benötigst du einen Gewindebohrer, mit dem du – wie es der Name schon sagt – das passende Gewinde bohren kannst. Möchtest du diesen Vorgang von Hand durchführen, eignet sich ein Handgewindebohrer. In der Regel besteht dieser aus einem dreiteiligem Set mit Vorschneider, Mittelschneider und Fertigschneider, mit denen du in drei Arbeitsschritten dein Innengewinde schneiden kannst. Alternativ kannst du auch einen Maschinengewindebohrer verwenden, der alle Arbeitsschritte in einem Durchgang für dich erledigt.

 

So schneidest du ein Innengewinde

Kernloch vorbohren

Jetzt kann es losgehen: Jedes Innengewinde muss vor dem eigentlichen Schneidvorgang kleiner vorgebohrt werden – das ist das sogenannte Kernloch. Merke dir hier als Faustformel: Schraubengröße x 0,8 = die Bohrlochgröße für das Kernloch.

Kernloch mit Kegelsenker absenken

Nachdem du mit einem Spiralbohrer das Kernloch gebohrt hast, solltest du es mit einem Kegelsenker leicht absenken, um einen sauberen Ansatz und mehr Führung für den Gewindebohrer und anschließend die Schrauben zu schaffen. Setzt du den Gewindebohrer nicht richtig an oder rutschst du ab, kann das Werkzeug schnell brechen oder dein Material beschädigt werden.

Innengewinde schneiden

Benetze nun die Spitze der Schneidklinge des Vorschneiders mit etwas Schneidöl oder Schmieröl, spanne ihn in ein Windeisen und drehe ihn mit leichtem Druck senkrecht und im Uhrzeigersinn in das Material. Nach jeder ganzen Umdrehung solltest du eine Vierteldrehung zurück machen, um den Span zu brechen.

Anschließend drehst du ihn in der entgegengesetzten Richtung vorsichtig wieder heraus. Wiederhole diesen Vorgang anschließend mit dem Mittelschneider und dann noch einmal mit dem Fertigschneider. Die richtige Werkzeug-Reihenfolge erkennst du an der Kennzeichnung auf den Geräten: Der Vorschneider hat einen Ring, der Mittelschneider zwei und der Fertigschneider in der Regel drei Ringe.

Wie immer bei Schneid- und Bohrarbeiten gilt es, die richtige Schutzkleidung nicht zu vernachlässigen: Trage eine Schutzbrille und Handschuhe aus rutschfestem Material, um dich vor herumfliegenden Materialspänen zu schützen.

HAND-DRAUF-Redaktion

Von Werkzeug bis Unternehmensführung: Mit unseren Ratgebern wollen wir Handwerker*innen Antworten auf viele Fragen geben.

Mehr zum Thema

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copy link
Powered by Social Snap