Ein eigenes Hauswasserwerk

6. April 2018

Trinkwasser ist kostbar. Durch die Verwendung von Regenwasser und Grundwasser lässt sich der Wasserverbrauch eines Haushalts deutlich senken. Hauswasserwerke und Hauswasserautomaten helfen beim Trinkwasser sparen und entlastet die Umwelt durch die Nutzung natürlicher Wasser-Ressourcen.

1. Was ist ein Hauswasserwerk?

Ein Hauswasserwerk fördert Wasser aus Brunnen, Zisternen und anderen Reservoirs und pumpt es zu angeschlossenen Verbrauchsstellen. Herz eines jeden Hauswasserwerks ist die elektrisch betriebene Pumpe, die das aus einer Tiefe bis zu 9 m geförderte Wasser einem Druckbehälter zuführt. Der Druckkessel einer Hauswasseranlage beaufschlagt das Wasser mit einem konstanten Druck. Dadurch springt die elektrische Pumpe nicht jedes Mal an, sobald an einer Zapfstelle eine begrenzte Menge Wasser abgenommen wird.

Da der Anlaufstrom einer Pumpe um das mehrfache höher ist als der Stromverbrauch im laufenden Betrieb, lassen sich so merkliche Einsparungen erzielen. Erst wenn der Druck im Druckbehälter unter eine kritische Grenze fällt, läuft die Pumpe an. Im Unterschied zu den meist stationär betriebenen Hauswasserwerken arbeiten die auf mehr Mobilität ausgelegten Hauswasserautomaten ohne Druckkessel.

2. Wofür werden Hauswasserwerke genutzt?

In den meisten Fällen wird ein Hauswasserwerk zur ergänzenden autonomen Wasserversorgung und zur Einsparung von Trinkwasser genutzt. Brauchwasser lässt sich überall dort einsetzen, wo auf Trinkwasserqualität verzichtet werden kann. Dies betrifft Bereiche wie die Toilettenspülung und die Bewässerung des Gartens. Bei Förderung von Regenwasser und Klarwasser lässt sich auch die Waschmaschine in das Hauswasserwerknetz einbinden.

Konventionelle Hauswasserwerke sind nicht zur Trinkwasserversorgung geeignet und erfüllen nicht die Vorgaben der Trinkwasserverordnung. Das mit Hauswasseranlagen geförderte Wasser darf daher nicht getrunken oder zur Körperpflege genutzt werden. Dies gilt auch dann, wenn es auf den ersten Blick einen sauberen und geruchsneutralen Eindruck macht. Auch der Geschirrspüler sollte sein Frischwasser nur von einem Trinkwasseranschluss beziehen.

3. Welche Arten von Hauswasseranlagen gibt es?

3.1 Hauswasserwerke

Hauswasserwerk
Funktionsweise
Eine Kreiselpumpe oder Jet-Pumpe fördert Wasser aus einer Tiefe bis zu 9 m und pumpt es zu den angeschlossenen Zapfstellen. Ein Druckausgleichsbehälter sorgt für einen konstanten Wasserdruck.

Anwendungsgebiete
Hauswasserwerke ermöglichen die autonome Versorgung eines Hauses mit Brauchwasser. Sie werden ebenfalls für die Druckerhöhung in Hausinstallationen sowie für die Bewässerung und Staubbindung eingesetzt.

Vorteile Nachteile
  • Der Druckkessel im Hauswasserwerk beugt häufigen Druckabfällen vor
  • Förderhöhen bis zu 50 m möglich
  • Große Auswahl an Leistungsstufen mit kleinen und großen Druckkesseln
  • Konventionelle Geräte nicht zur Trinkwasserversorgung geeignet
  • Meist für stationären Betrieb und feste Hauswasserwerk Installation ausgelegt

3.2 Hauswasserautomaten

Hauswasserautomat
Funktionsweise
Die Förderpumpe im Hauswasserautomat wird beim Öffnen einer Zapfstelle per Strömungsschalter automatisch in Betrieb gesetzt. Sowohl stationäre als auch mobile Einsatz sind möglich.

Anwendungsgebiete
Hauswasserautomaten werden hauptsächlich für die Gartenbewässerung, die Grundwasserförderung und für die Versorgung mit Brauchwasser genutzt.

Vorteile Nachteile
  • Die mit einem Tragegriff ausgestatteten Hauswasserautomaten lassen sich leicht umsetzen und anschließen
  • Einige Geräte punkten mit hohem Bedienkomfort und informieren per Display
  • Hat keinen Druckausgleichsbehälter
  • Ist daher weniger zur Versorgung mehrerer Zapfstellen in einem Haus geeignet

3.3 Tauchpumpen

Tauchpumpe
Funktionsweise
Eine Klarwasser-Tauchpumpe wird unter Wasser betrieben. Alle Teile einer Tauchpumpe sind wasserdicht ausgelegt.

Anwendungsgebiete
Tauchpumpen dienen der Brauchwasserförderung aus Brunnen und Zisternen. Ein Einsatz in Verbindung mit einer Garten Hauswasseranlage ist ebenfalls möglich.

Vorteile Nachteile
  • Hoher Wirkungsgrad und leiser Lauf, da unterhalb der Wasseroberfläche aufgestellt
  • Eine mehrstufige Tauchpumpe lässt sich mit einem Hauswasserwerk kombinieren
  • Nur in Kombination mit einem Hauswasserwerk zur geregelten Brauchwasserversorgung mehrerer Zapfstellen geeignet

4. Was sind die wichtigsten Funktionen eines Hauswasserwerkes?

4.1 Brunnenbeförderung und Regenwasserbeförderung

Die Brunnenbeförderung ist eines der häufigsten Einsatzgebiete von Hauswasserwerken. Ein Hauswasserwerk bewältigt aus physikalischen Gründen nur eine maximale Ansaughöhe von etwa 9 m, was aber in den meisten Anwendungsfällen ausreicht. Zur Überbrückung größerer Ansaughöhen ist ein Hauswasserwerk mit Tiefenansaugung und speziellem Wasserrückführverfahren erforderlich.

Kalkarmes Regenwasser ist wegen seiner Weichheit beliebt und lässt Waschmaschinen länger leben. Zur Regenwasserförderung eignet sich jedes Hauswasserwerk und jeder Hauswasserautomat. Bei unterirdischen Regenwasserzisternen steigern vorgeschaltete Klarwasser-Tauchpumpen die Leistung und erlauben es, das Hauswasserwerk an einem frostgeschützten Ort zu installieren.

4.2 Anforderungen an Druckkessel und Druckschalter

Ein gutes Hauswasserwerk hält den Wasserdruck aufrecht, wenn haushaltstypische kleine Wassermengen entnommen werden. Hochwertige Druckwasserausgleichsbehälter bestehen aus korrosionsfestem Edelstahl und weisen hohe Sicherheitsreserven aus. Die Rostfreiheit ist besonders bei Regenwasserförderung von Bedeutung, da Regenwasser einen eher sauren Charakter hat.

Da jedes Wassersystem eine andere Konfiguration besitzt, ist der optimale Einschaltdruck und Ausschaltdruck vor Inbetriebnahme des Hauswasserwerks manuell einzustellen. Nach dem einmaligen Pumpendruck einstellen misst der Druckschalter den Wasserdruck und reguliert die Einschaltzeiten der Wasserpumpe entsprechend.

4.3 Anforderungen an Pumpe

Ein Metabo Hauswasserwerk ist nur so leistungsfähig wie die verbaute Pumpe. In fast allen Hauswasserwerken kommt eine Saugpumpe zum Einsatz, denn sie lässt sich kompakt gestalten. Eine Tauchpumpe arbeitet nach dem Prinzip der Kreiselpumpe und saugt das Wasser nicht an, sondern pumpt es lediglich weiter. Daher lässt sich mit einer Tauchpumpe das Wasser auch aus großer Wassertiefe befördern, wobei die Gesamtförderhöhe ähnlich wie bei leistungsstarken Saugpumpen bei 40-50 m liegt.

5. Welche Kennzahlen gilt es beim Kauf zu beachten?

Wer Hauswasserwerke im Vergleich betrachtet, begegnet vielen Fachbegriffen. Bei richtiger Einordnung der einzelnen Begriffe ist der Geräte Vergleich einfach.

Förderleistung
Die maximale Förderleistung eines Hauswasserwerks ist von der Pumpleistung, dem Wirkungsgrad und Reibungsverlusten abhängig. Angegeben wird die Förderleistung in Liter pro Stunde (l/h).

Förderhöhe
Die maximale Förderhöhe bezeichnet die Distanz zwischen der Wasseroberfläche und der höchstgelegenen Abnahmestelle.

Saughöhe
Die maximale Ansaughöhe ist ein Teilabschnitt der Förderhöhe und bei Saugpumpen aus physikalischen Gründen auf 8-9 m beschränkt.

Druckkessel
Der Druckkessel stellt sicher, dass an den Abnahmestellen ein konstanter Druck anliegt und die Pumpe nur bei größeren Fördermengen anspringen muss. Das Volumen des Druckkessels und der Wassermenge korrelieren miteinander.

Rückschlagventil
Das Rückschlagventil verhindert einen Rücklauf des Wassers und reduziert so die mechanische Belastung aller in die Brauchwasserversorgung eingebundenen Komponenten.

Vorfilter
Der Vorfilter reinigt das Wasser von sandigen Bestandteilen und anderen Verschmutzungen. Die Vorreinigung lässt die Pumpe im Hauswasserautomat nicht vorzeitig verschleißen.

Druckschalter
Der Druckschalter überwacht den Wasserdruck im Druckkessel. Fällt der Druck unterhalb eines bestimmten Wertes, setzt er die Pumpe in Betrieb.

Thermoschutzschalter
Der Thermoschutzschalter fungiert als Überhitzungsschutz und schaltet Hauswasserwerk oder Hauswasserautomat ab, bevor durch eine Überlastung ein Defekt auftritt.

Stromverbrauch
Der Stromverbrauch hängt mit der Leistungsaufnahme und dem Wirkungsgrad der Pumpe zusammen. Auch die Auslegung des Druckkessels ist relevant, da die Pumpe bei einem groß dimensionierten Druckausgleichsbehälter seltener anspringt.

Lautstärke
Für die Geräuschwahrnehmung ist neben objektiven Messwerten auch die subjektive Wahrnehmung und der Aufstellort entscheidend. Die von einer Kreiselpumpe verursachten Frequenzen werden meist als störender als die einer Saugpumpe wahrgenommen.

Manometer
Der Manometer zeigt den aktuellen Wasserdruck an und erlaubt die Überprüfung der bei Betriebsaufnahme vorgenommenen Einstellungen.

6. Welche Sicherheitsvorkehrungen sollten während des Gebrauches getroffen werden?

Eine Hauswasseranlage arbeitet mit 230 V Wechselstrom. Wie bei jedem elektrisch betriebenen Gerät lauern Gefahren, die sich bei Beachtung der Hinweise der Hauswasserpumpen Hersteller zur Aufstellung und Inbetriebnahme des Geräts eingrenzen lassen. Der Druckkessel in einem Hauswasserwerk nimmt bei Überschreiten eines Toleranzwertes einen Druckabbau vor. Zur Trinkwasserversorgung dürfen nur entsprechend zertifizierte Hauswasserwerke verwendet werden, die einer Überwachung gemäß Trinkwasserverordnung unterliegen.

7. Welche Ersparnisse lassen sich mithilfe der Nutzung eines Hauswasserwerkes erreichen?

In einem durchschnittlichen Haushalt entfällt der Großteil des Wasserverbrauchs auf Brauchwasser. Für Toilettenspülung, Frühjahrsputz, Waschmaschine und Garten ist aufwändig aufbereitetes Trinkwasser eigentlich zu schade. Pro Person lassen sich jeden Tag 60-70 l Trinkwasser durch Brauchwasser ersetzen. Mit einem Hauswasserwerk kann ein vierköpfiger Haushalt 100.000 l Trinkwasser im Jahr mit Brauchwasser austauschen. Je nach Tarif des Versorgers liegt die Ersparnis bei 200-300 Euro im Jahr. Der Nutzen für die Umwelt sollte dabei nicht vergessen werden.

Isabelle

Handwerkern auf die Finger und über die Schulter schauen: Ich interessiere mich vor allem für spannende Geschichten aus der Praxis.

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