Instagram-Tipps von Felix Schröder

4. Januar 2019

Das Handwerk hat ein Image-Problem. Junge Leute zieht es eher ins Studium und andere Berufe als in eine handwerkliche Ausbildung. Wer daran Schuld hat? Vertreter aus Schule, Politik und Handwerkverbänden schieben sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu. Ändern tut sich dadurch nichts.

Höchste Zeit also, dass Handwerksbetriebe ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen, findet Felix Schröder, Gipser und Stuckateur bei der Willi Schröder GmbH. Im Interview bricht der 21-Jährige eine Lanze für Social Media.

Warum hat das Handwerk Schwierigkeiten, Mitarbeiter zu gewinnen?

Felix Schröder: Es ist extrem schade, dass einem in der Schule nur die Wege ins Studium gezeigt werden. Der Weg ins Handwerk wird gar nicht erwähnt.  Hinzu kommt, dass Schülern konkrete Gehälter genannt werden, die vielleicht abschreckend wirken und teilweise auch gar nicht der Wahrheit entsprechen. Es wird das Bild vermittelt: Der Wohlstand bleibt aus, wenn man Handwerker wird. 

„Es ist extrem schade, dass einem in der Schule nur die Wege ins Studium gezeigt werden“

Warum kann Social Media dabei helfen, das Image von Handwerk zu verbessern?

FS: Die Arbeit an der eigenen Marke ist heutzutage sehr wichtig – auch Handwerksbetriebe müssen da mehr mit der Zeit gehen. Social Media können die Betriebe nutzen, um mit wenig Geld bekannter zu werden. Das lohnt sich für die Kunden- und Mitarbeitergewinnung. Am Ende ist Social Media sogar billiger als eine Zeitungsannonce. Die Reichweite ist enorm und man kann die Zielgruppe, die einem wichtig ist, viel besser ansprechen. Zwischen Fashion und Lifestyle stehen Handwerker für das echte Leben. Dafür muss man aber auch ehrlich sein und auch die schlechten Tage zeigen, dass es anstrengend sein kann.  Aber eben auch die schönen Seiten nicht vergessen!

Und konntest du tatsächlich schon jemanden vom Handwerk überzeugen?

FS: Ich erhalte sehr viele positive Nachrichten. Viele schreiben mir, dass sie es inspirierend finden, was ich mache. Das ist für mich ein komisches, aber natürlich schönes Gefühl, von anderen Menschen als Inspiration wahrgenommen zu werden. Und tatsächlich hat sich ein guter Freund von mir entschieden, nach dem Abitur eine Lehre als Zimmerer zu beginnen.

Es gibt ja mittlerweile einige Betriebe,die den Schritt in die sozialen Netzwerke wagen. Was sollten sie dabei beachten?

  1. Nicht rumheulen, sondern aktiv werden: Handy in die Hand und einen Instagram-Account anlegen. Sofort! Nach einem Nachmittag sollten Sie die Funktionsweise von Instagram verstanden haben.
  1. Ehrlich sein: Zeigen Sie möglichst keine gestellten Bilder und gaukeln Sie keine heile Welt vor: Im Handwerk ist nicht alles schön und einfach, das sollte sich auch in den Bildern widerspiegeln.
  1. Keine Angst vor Technik: Instagram ist einfach und haben auch technikferne Menschen schnell verstanden. Für ordentliche Bilder ist kein High-End-Smartphone notwendig.

Vielen Dank für das Gespräch.

Finde Felix hier:

instragram.com/gipserfelix 
instagram.com/gipser.willi.schroeder

Isabelle

Handwerkern auf die Finger und über die Schulter schauen: Ich interessiere mich vor allem für spannende Geschichten aus der Praxis.

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