Fördermittel für Gründer im Handwerk

4. Juni 2020

Wer im Handwerk gründet, steht oft vor einer ganzen Fülle an Informationen. Das kann erst einmal überfordern, doch gerade im Bereich der Förderung ist das umfassende Angebot sehr nützlich für angehende Gründer.

Welche Förderprogramme für Gründer der Bund und einzelne Bundesländer anbieten und was genau bezuschusst wird, erfährst du in diesem Überblicksartikel.

Was soll gefördert werden?

Um geeignete Förderprogramme zu finden, solltest du erst einmal definieren, für welchen Zweck du eine Förderung beantragen möchtest. Finanzielle Förderungen für Gründer können in Form von Zuschüssen, Darlehen oder Bürgschaften vergeben werden, aber auch eine Förderung in Bezug auf eine Gründungsberatung oder fachliche Weiterbildung ist möglich. 

Wie erfolgt die Antragstellung?

Die meisten öffentlichen Fördergelder kannst du direkt über deine Hausbank beantragen, die Beantragung eines Mikrokredits erfolgt jedoch über ein akkreditiertes Mikrofinanzinstitut. Auch für eine individuelle Beratung zum passenden Förderprogramm und für Unterstützung bei der oft nicht ganz einfachen Antragstellung ist deine Hausbank meist eine sinnvolle Anlaufstelle. Darüber hinaus bieten die regionalen Handwerkskammern umfangreiche Unterstützung für Gründer an.

Wichtige bundesweite Förderprogramme für Gründer im Handwerk

ERP-Gründerkredit: StartGeld von der KfW

Wer wird gefördert: Existenzgründer und junge Unternehmen innerhalb der ersten fünf Jahre nach der Gründung. Auch Gründer mit wenig oder keinem Eigenkapital können den ERP-Gründerkredit erhalten.

Wie wird gefördert: Es können bis zu 100 Prozent des Gesamtfinanzierungsbedarfs mit einem Kredit von maximal 125.000 Euro gefördert werden, um Investitionen und Betriebsmittel zu finanzieren.

Mikrokreditfonds Deutschland

Wer wird gefördert: Der Mikrokreditfonds Deutschland richtet sich an Gründer und Kleinunternehmer, die über ihre Banken keine Kredite erhalten. Insbesondere Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund und Betriebe, die ausbilden oder ausbilden wollen, sollen unterstützt werden.

Wie wird gefördert: Die Förderung erfolgt in Form eines Darlehens von maximal 25.000 Euro, das in einem mehrstufigen Kreditverfahren ausgezahlt wird.

Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit

Wer wird gefördert: Gründer, die durch Aufnahme einer hauptberuflichen Selbständigkeit eine bestehende Arbeitslosigkeit beenden. Die Entscheidung über eine Förderung trifft die Agentur für Arbeit.

Wie wird gefördert: Der Gründungszuschuss wird zunächst sechs Monate lang monatlich ausgezahlt und ergibt sich aus der Höhe des zuletzt gezahlten Arbeitslosengeldes plus 300 Euro. Anschließend können weitere neun Monate lang 300 Euro pro Monat ausgezahlt werden.

Beratungsförderung „Förderung unternehmerischen Know-hows“

Wer wird gefördert: Jungunternehmer erhalten vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Zuschüsse für die Beratung in allen wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung. Gründer, die sich noch in der Vorgründungsphase befinden, erhalten in der Regel Beratungszuschüsse durch ihr Bundesland.

Wie wird gefördert: Der Beratungszuschuss beträgt für Unternehmen, die nicht länger als zwei Jahre am Markt sind, maximal 3.200 Euro in den neuen Bundesländern und 2.000 Euro in den alten Bundesländern.

Regionale Zuschüsse und Gründerkredite für Handwerker

Neben den staatlichen Fördermitteln gibt es für Existenzgründer im Handwerk auch regionale Unterstützungsangebote der einzelnen Bundesländer. So bieten etwa die Länder Berlin und Nordrhein-Westfalen eine Meistergründungsprämie für Handwerker mit abgeschlossener Meisterfortbildung an, die bei der jeweiligen Handwerkskammer beantragt werden kann. Andere Bundesländer bieten Gründerkredite für Handwerker zu vergünstigten Kreditkonditionen.

Zwei junge Handwerker mit orangenen Helmen schauen zuversichtlich und glücklich nach links
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Eine Übersicht über alle aktuellen Förderprogramme deines Bundeslandes, des Bundes und der EU findest du in der Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (www.foerderdatenbank.de).

Christina

Christina ist Texterin und Branding-Strategin und unterstützt Start-ups dabei, in ihrer Kommunikation den Nagel auf den Kopf zu treffen.

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