Firmenwebseite für Handwerker #2

25. Oktober 2018

In unserer heutigen Zeit, in der alle erdenklichen Lebensbereiche vom Digitalen durchdrungen sind, scheint diese Frage absurd – vor allem für jüngere Semester, für die eine Onlinepräsenz mit einer Homepage selbstverständlich ist.

Im ersten Teil unserer Serie „Online-Marketing für Handwerker“ haben wir uns mit den Vorteilen einer Unternehmenswebseite und den wichtigsten Prinzipien für das Layout beschäftigt. Im zweiten Teil schauen wir uns die Unterseiten „Über uns“ und „Referenzen“ etwas genauer an.

1. Lassen sie Kunden zu Wort kommen

1.1. Referenzen

Unternehmen können auf ihrer Webseite so viel für sich und ihre Dienstleistungen werben, wie sie wollen. Richtig glaubwürdig wird es für Interessenten erst, wenn sich auch zufriedene Kunden für das Unternehmen aussprechen.

Positive Rückmeldungen von Kunden sollten Unternehmen deshalb unbedingt für ihr Marketing nutzen. Sogenanntes Referenzmarketing gilt als effektvolles Instrument für die Neukundengewinnung. Referenzen untermauern das Marketingversprechen des Unternehmens und erhöhen seine Glaubwürdigkeit.

Die wichtigsten Fragen zu Referenzen:

Wie gelange ich an Referenzen?

Unternehmen sollten ihre Kunden, wenn möglich, kontinuierlich um die Bewertung ihrer Arbeit bitten. Kundenfeedback kann man beispielsweise über Umfragebögen oder per Mail abfragen.

Wenn Rückmeldungen besonders positiv ausfallen, geht man erneut auf den Kunden zu und fragt, ob man ihn als Referenz nutzen darf. Nicht erlaubt ist es, Referenzen zu „kaufen“, also Personen dafür zu belohnen, dass sie sich als Referenz anbieten und positiv über das Unternehmen äußern.

Was sollte in der Referenz stehen?

Lobeshymnen und Floskeln wie „Top-Service“ und „Alles super“ sehen auf den ersten Blick zwar gut aus, sind jedoch wenig glaubwürdig. Besser: Die Aussage des Referenzgebers bezieht sich auf ein konkretes Szenario, in dem das Handwerksunternehmen ihm geholfen hat, und nennt eine oder zwei konkrete Vorzüge.

Eine gute Referenz beantwortet folgende Fragen: Welches Problem wurde gelöst? Auf welche Art und Weise wurde ein Problem gelöst? Was gefiel mir an der Problemlösung am besten?

Wo einbinden?

Eine Referenz kann prinzipiell überall auf der Webseite auftauchen. Empfehlenswert ist es, sie auf den Unterseiten zu platzieren, in denen die Dienstleistungen des Unternehmens vorgestellt werden. Zusätzlich sollte es jedoch eine Unterseite geben, auf der alle Referenzen gesammelt sind.

Die größte Wirkung entfalten Referenzen, wenn sie in Verbindung mit einem Kontaktformular oder Kontaktdaten gebracht werden, da sie die Conversion Rate steigern.

Der Einbau von Referenzen erhöht die Glaubwürdigkeit

 1.2. Case Studies

Sich um Referenzen kümmern, kann ganz schön zeitaufwendig sein. Alternativ können Unternehmen mit sogenannten Case Studies (englisch für ‚Fallstudie‘) für sich werben. Eine solche Case Study beschreibt anhand eines repräsentativen Beispiels aus dem Unternehmensalltag die Leistungen des Unternehmens.

Dafür werden erfolgreich abgeschlossene Projekte präsentiert. Bei erklärungsbedürftigen Dienstleistungen und Produkten können Case Studies zusätzlich dabei helfen, dass Besucher der Webseite die Dienstleistungen besser verstehen. In der Regel behandeln Case Studies folgende Punkte:

  • Ausgangssituation bzw. Problem
  • Ziel bzw. Ergebnis
  • Umsetzung bzw. Lösung

Case Studies können mit Grafiken, Kundenzitaten, (Vorher-Nachher-)Bildern und Boxen mit wichtigen Eckdaten illustriert werden. Grundsätzlich gilt jedoch: In der Kürze liegt die Würze. Der Interessent sollte in wenigen Augenblicken erfassen können, was geleistet wurde und was dies gebracht hat.

Case Studies können wie auch Referenzen an jeder relevanten Stelle auf einer Unternehmenswebseite platziert werden und sollten zusätzlich auf einer Unterseite gesammelt sein.

Mithilfe von Case Studies für sich werben

2. Über uns: Firmenprofil und Firmenhistorie

Zu den Seiten, die von Besuchern am häufigsten geklickt werden, gehört die Über-uns-Seite, also diejenige Unterseite, auf der sich das Unternehmen portraitiert. Obwohl hier der Fokus – das liegt wohl in der Natur der Sache – ganz auf dem Unternehmen liegt, darf die Perspektive der potentiellen Kunden nie aus den Augen verloren werden. Alle Informationen über das Unternehmen werden nach Kundeninteresse ausgewählt und dargestellt. Textwüsten sollten Unternehmen vermeiden.

Videos, Grafiken, Fotos und Text: Bei der Gestaltung der Über-uns-Seite sind kaum Grenzen gesetzt, vorausgesetzt die gestalterischen Elemente passen zum Unternehmen und den Kunden. Privatkunden sind für einen emotionalen Auftritt empfänglicher als gewerbliche Kunden.

Ebenso passt eine emotionale Ansprache besser zu einem Tischler, der seine Liebe zu handgefertigten Holzmöbeln zu Ausdruck bringt, als zu einem Logistikunternehmen, das für Präzision und Zuverlässigkeit steht.

Die Ziele jeder Über-uns-Seite:

  1. Unternehmen vorstellen
  2. Vertrauen wecken

Wie stelle ich mein Unternehmen vor?

Was das Unternehmen auszeichnet, in möglichst einem Satz: Damit sollte jede Über-uns-Seite beginnen. Dieser Satz bringt beispielsweise zum Ausdruck, was das Unternehmen macht und was es von anderen Unternehmen unterscheidet.

Beispielsätze für die Über-uns-Seite:

  • „Contorion ist Ihr digitale Fachhändler für Handwerks- und Industriebedarf“
  • „home24 – dein Onlineshop für Home & Living“
  • „Geht nicht, gibt es nicht! Herzlich willkommen bei der RTC Spedition und Logistik GmbH – Ihrem Transport-Spezialisten
  • „Glas in Berlin – Innovation und Tradition – Glaserei Plickert“
  • „Gärtner Pötscke: Fachversand für Gartenfreude. Fachkompetent seit 1912“

Ein Team-Foto macht zwar auf den ersten Blick weniger Arbeit, ist dafür schnell veraltet. Eine Reihe von einzelnen Mitarbeiterfotos kann schnell um neue Fotos ergänzt werden. Genauso schnell können Fotos entfernt werden, wenn Mitarbeiter aus dem Unternehmen ausscheiden.

Unternehmen geben auf ihrer Über-uns-Seite einen Überblick über ihre Leistungen und Produkte, die sie anbieten. Fotos von der Produktionsstätte, den Arbeitsräumen oder der Werkstatt passen gut dazu. Für Handwerks- und Industrieunternehmen, mit deren Leistungen ein enger Kundenkontakt einhergeht, ist es sinnvoll, die Mitarbeiter vorzustellen.

Zu einem Foto gehört die Nennung von mindestens vollständigem Namen und Position bzw. Zuständigkeitsbereich. Auch der berufliche Werdegang oder die privaten Interessen der Mitarbeiter können dargestellt werden. Dies transportiert Expertise und weckt Sympathie.

Ein weiteres wichtiges Element auf der Über-uns-Seite ist die Firmenhistorie. Insbesondere Familienunternehmen oder Unternehmen mit einer bewegten oder langen Geschichte, können ihre Historie für das Marketing nutzen.

Interessant sind Gründung und Entwicklung der Firma, die wichtigsten Erfolge, die Eröffnung neuer Niederlassungen oder die Übergabe an die nächste Generation. Die Darstellung anhand eines Zeitstrahls bietet sich an.

Die Firmenhistorie als Zeitstrahl dargestellt

Wie wecke ich Vertrauen?

Die Darstellung des Unternehmens auf einer Über-uns-Seite dient im besten Fall nicht ihrem Selbstzweck, sondern soll Vertrauen wecken. Alle Elemente – ob Zeitstrahl, Darstellung des Teams oder der Leistung – tragen zu diesem Ziel bei, indem sie vertrauensweckende Botschaften transportieren, wie „Wir haben Erfahrung“, „Wir sind kompetent“ oder „Wir sind freundlich“.

Um den vertrauenserweckenden Eindruck zu verstärken, können auch Kundenzitate oder die Darstellung von geglückten Projekten auf die Über-uns-Seite (siehe 2.4. Referenzen und Case Studies) untergebracht werden. Bewertungen, Auszeichnungen, Zertifikate, Patente oder Testergebnisse, die die Expertise untermauern, gehören ebenfalls hierhin.

3. Karriereseite

Fachkräftemangel und der Kampf um die besten Talente sind zentrale Themen in Industrie und Handwerk. Mit einer ansprechend gestalteten Karriereseite stechen Unternehmen hervor und schinden bei den Bewerbern Eindruck.

Neben Stellenausschreibungen und offenen Ausbildungsplätzen gehören auf eine gute Karriereseite deshalb auch Kontaktdaten zum Ansprechpartner für Auszubildende und Bewerber, das Unternehmensprofil und einige Angaben zum Unternehmen als Arbeitgeber.

Fotos vom Team, von der Arbeitsstätte und den Team-Leitern wecken Vertrauen. Mit wem werde ich arbeiten? Wer sind meine Ansprechpersonen? Das wollen Interessenten schon wissen, bevor sie sich bewerben. Die Karriereseite dient auch als kostenfreie Plattform für Stellenausschreibungen. Die ausgeschriebenen Stellen können auf Social-Media-Plattformen geteilt und verbreitet werden.

4. Homepage erstellen und betreiben: Kann ich das selbst?

Homepage erstellen und betreiben – das klingt nach viel Arbeit und Tätigkeiten, die Computerwissen voraussetzen. Mittlerweile gibt es jedoch zahlreiche Anbieter von Homepage-Baukasten, mit denen das Erstellen und Verwalten einer Unternehmenswebseite leicht gelingt.

In der Regel können Unternehmen zwischen verschiedenen Layouts wählen, nach Belieben Texte, Bilder und andere Elemente einfügen. Homepage-Baukasten sind einfach zu bedienen, sodass die neue Webseite in wenigen Tagen schon bereit ist, um live zu gehen. Zu den bekanntesten Anbietern von Homepage-Baukasten:

Bevor sich Unternehmen mit Navigation, Layout und Seitenbaum ihrer Webseite auseinandersetzen, müssen sie eine eigene Internetadresse (Domain oder URL für Uniform Resource Locator) anlegen.

Dazu muss als erstes überlegt werden, unter welchem Begriff das Handwerksunternehmen gefunden werden soll. Für gewöhnlich steht der Name des Inhabers oder der Firma in der URL, auch die Art des Unternehmens (Schreinerei, Metallbau, Kunststoffbearbeitung) kann in der URL auftauchen.

Danach muss die Domain-Endung festgelegt werden, also ob die Adresse mit .de, .info, .com, .org oder .net usw. endet.
In den meisten Fällen kann die URL direkt über den Anbieter des Homepage-Baukastens angemeldet werden. Bei Strato und 1&1 können Domains separat gekauft werden, ohne dass man den Baukasten in Anspruch nimmt.

Wer sich überhaupt nicht mit dem Erstellen einer Webseite beschäftigen möchte, kann sie sich von einer Webdesign-Agentur oder einem freischaffenden Webdesigner erstellen lassen. Nachteil: Das treibt die Kosten beträchtlich in die Höhe. Vorteil: Professionelle Webdesigner übernehmen die Pflege und (rechtliche) Aktualisierung der Webseite.

4.1. Was kostet eine eigene Webseite?

Eine unternehmenseigene Internetpräsenz ist mit Kosten verbunden, je nach dem, ob Handwerksunternehmen auf einen Dienst einer Agentur oder eines Webdesigners in Anspruch nehmen oder es auf eigene Faust versuchen, fallen die Kosten recht unterschiedlich aus. Mit folgenden Posten müssen Unternehmen rechnen.

Eine Kostenaufstellung zur Orientierung:

  • Domain bzw. Internetadresse

Für eine eigene Domain wird in der Regel eine jährliche Registrierungsgebühr fällig, teilweise eine zusätzliche Anmeldungsgebühr.
Die Registrierungsgebühr bewegt sich je nach Domain-Endung zwischen rund 19 Euro/Jahr (z.B. bei .de, .com, .net) und 49 Euro/Jahr (z.B. bei .berlin, .at, .nrw). Andere ausländische Domains kosten bis zu 300 Euro/Jahr.

  • Webhosting: Server und Webspace 

Für das Hosting (englisch für Beherbergen) lassen sich Server-Anbieter ebenfalls bezahlen. Faktoren wie Speicherplatz und Server-Typ beeinflussen den Preis.

Ein sogenannter dedizierter Server (auch Root Server genannt) ist zuverlässig, leistungsstark, sicher und wird vom Kunden selbst verwaltet. Beim Managed Hosting teilen sich mehrere Kunden einen Server und der Server-Anbieter verwaltet. Das Hosting kostet (mindestens) rund 300 Euro/Jahr.

  • Professionelles Webdesign

Der Betrag für das Erstellen einer Unternehmenswebseite durch eine Agentur oder einen freischaffenden Webdesigner liegt im vierstelligen Bereich. Während viele Agenturen Webdesign-Pakete zum Pauschalpreis anbieten, lassen sich Freischaffende pro Stunde bezahlen. Die Preise beginnen bei etwa 3.000 Euro.

  • Selbstgestaltetes Webdesign mithilfe eines Homepage-Baukasten

Anbieter, bei denen sich Unternehmer ihre Homepage selbst erstellen können, bieten in der Regel mehrere Dienstleistungspakete mit unterschiedlichem Umfang an.

Die Kosten verschiedener Anbieter von Homepage-Baukästen im Überblick
Jimbo kostenlos JimdoPro    5 € JimdoBusiness 15 € JimdoPlatin 21,67 €
Strato Basic 5 € Pro 9 € Pro Seo 15 €
wix kostenlos Connect Domain    4,50 € Combo 8,50 € Unlimited 12,50 € VIP 24,50 €
1&1 Basic 9,99 € Plus 19,99 € Plus + RankingCoach 29,99 €
Weebly kostenlos Starter 7 € Pro 11 € Business 23,90 € Performance   33 €
Web4business Business Plus 29,90 € Business Premium     29 €

Stand: Nov. 2018

Isabelle

Handwerkern auf die Finger und über die Schulter schauen: Ich interessiere mich vor allem für spannende Geschichten aus der Praxis.

Mehr zum Thema

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copy link
Powered by Social Snap