Erste Hilfe: Augenspülungen richtig anwenden

12. Juli 2016

Ob Metallsplitter, Holzspäne oder Säurespritzer: Gelangen selbst kleinste Fremdkörper ins Auge, kann dies schlimme Folgen nach sich ziehen. Dabei können bereits die ersten Sekunden nach der Verletzung über die Beeinträchtigung der Sehkraft oder im ungünstigsten Fall den Verlust des Augenlichts entscheiden. Ein schnelles Agieren ist im Notfall daher zwingend notwendig, um irreparable Schäden zu vermeiden.
Grund genug, um im Betrieb mit geeigneten Maßnahmen und Erste-Hilfe-Lösungen vorzusorgen. Spüllösungen, mit denen Augen und Haut von Fremdkörpern befreit und Säuren neutralisiert werden, sollten als Erste-Hilfe-Maßnahme immer in der Nähe des Arbeitsplatzes bereitstehen – entweder in stationären Augenspülstationen oder in mobilen Aufbewahrungstaschen, zum Beispiel in deiner Gürteltasche.
Wir zeigen im Artikel, welche Augenspüllösung bei welchen Schädigungen angewendet werden sollte und informieren über richtiges Spülen mit professionellen Spülprodukten.

Die richtige Augenspülung am Arbeitsplatz

Augenspülungen richtig anwenden
Bei mechanischen Gefahren
Ein Großteil der Verletzungen am Auge (ca. 70 Prozent) entsteht durch mechanische Verletzungen, das heißt durch Späne, Splitter, Körnchen, Staub oder Schmutz, die ins Auge gelangen, oder ein abrutschendes Werkzeug.
Je nach Art des Fremdkörpers fallen die Schädigungen unterschiedlich schwer aus. Wird beispielsweise die tieferliegende Hornhaut verletzt, sind oft schwerwiegende und sichtbare Verletzungen der Netzhaut und der Linse die Folge. In jedem Fall sollte bei schweren Verletzungen umgehend ein Arzt aufgesucht werden.
Um die Fremdkörper schnellstmöglich aus dem Auge zu waschen, sind 0,9-prozentige Natriumchloridlösungen (DIN 15154) geeignet. Es gibt sie in unterschiedlichen Flaschengrößen, die in stationären Augenspülstationen eingesetzt oder als mobile Erste-Hilfe-Lösung genutzt werden können.
Bei Gefahren durch ätzende Substanzen
Circa 30 Prozent aller Augenverletzungen gehen auf Einwirkungen durch Chemikalien zurück. Flüssige Gefahrstoffe sind dabei am häufigsten für die Verletzungen verantwortlich, aber auch feste oder gasförmige chemische Substanzen können ins Auge eindringen und es nachhaltig schädigen.
Je konzentrierter die Chemikalie, je höher ihre Temperatur und je länger der Kontakt mit dem Auge besteht, desto schwerer kann das Auge geschädigt werden. Besonders schwerwiegend sind die Folgen dann, wenn eine ätzende Substanz in die tieferen Schichten des Auges gelangt. Bei Verletzungen durch ätzende Chemikalien sollte in jedem Fall umgehend ein Arzt aufgesucht werden.
Um eine weitere Zerstörung des Augapfels aufzuhalten, sollte schnellstmöglich mit Phosphatpufferlösungen gespült werden. Diese Spülflüssigkeiten sind wesentlich effektiver als Leitungswasser. Bei sofortigem Einsatz können sie die Schwere der Verletzungen reduzieren, da sie die ätzende Substanz neutralisieren und so deren schädigende Wirkung eindämmen. Wie die Natriumchloridlösungen können sie in unterschiedlichen Größen erworben und sowohl mobil als auch stationär eingesetzt werden.
Unbedingt beachten! Wird die Verletzung durch Zement oder Branntkalk hervorgerufen, darf kein Wasser ins Auge gelangen, da dies eine Verätzung weiter fördert.

Wie wird richtig gespült?

Das betroffene Auge sollte gleichmäßig – je nach Verletzung – und für mindestens zwei Minuten lang (je nach Flaschengröße) gespült werden. Das Augenlid muss dabei offen gehalten werden. Wichtig: Bis zum Eintreffen beim Arzt sollte möglichst weiter gespült werden.
Ebenfalls ist es wichtig, auf die Spülrichtung zu achten. Ob mit zur Seite geneigtem Kopf oder aufrecht bei einer Sprühflasche mit Duschaufsatz: Achte darauf, dass die schädlichen Substanzen beim Spülen nicht in das andere Auge gelangen können.

Wie sollten die Spüllösungen aufbewahrt werden?

Augenspüllösungen sollten immer in unmittelbarer Nähe zum Arbeitsplatz aufbewahrt werden und sofort einsatzbereit sein. Hersteller wie Gramm Medical bieten dafür neben sinnvollen Aufbewahrungslösungen für den stationären (Augenspülstationen nach EN ISO 7010) und mobilen Einsatz leicht handhabbare Augenspülflaschen und einfach nachzuvollziehende Piktogramm-Erklärungen für die Aufhängung im Betrieb an. Zusätzlich hilft ein Augen-Notfall-Plan bei einer schnellen und wirksamen Anwendung von Augenspülungen.

Quelle Titelbild: ©iStock.com/alekleks

HAND-DRAUF-Redaktion

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