Das Dübel-Einmaleins: So dübelst du richtig

11. Dezember 2017

Die Vielfalt an unterschiedlichen Baustoffen bringt auch eine wachsende Anzahl und Vielfalt an passenden Befestigungsmitteln und Dübeln mit sich. Als Anwender hast du die Qual der Wahl und die ist nicht immer ganz einfach.

Neben der fachgerechten Befestigung müssen bei der professionellen Montage auch baurechtliche Faktoren beachtet werden, sodass die Befestigungen hohen Qualitätsansprüchen und somit großen Sicherheitsanforderungen gerecht werden.

1. Welcher Dübel in welchem Material?
2. Wie montierst du Dübel fachgerecht?
3. Die Montagearten
4. Drei wie Pech und Schwefel: Bohrloch, Dübel und Schraube
5. Gut zu wissen vor dem Dübel- und Schrauben-Kauf
6. Wie lassen sich Dübel wieder entfernen?

1. Welcher Dübel in welchem Material?

So unterschiedlich wie die Baustoffe sind auch die Dübel, die dafür verwendet werden können. Während Beton meist eine reibungslose Befestigung mit höchsten Haltewerten und Universaldübeln garantiert, stellen moderne Baustoffe häufig ein Problem dar.

Allzweckwaffe Universaldübel

Wenn umgangssprachlich von Dübeln gesprochen wird, sind in der Regel Universaldübel gemeint. Ihr Wirkprinzip ist einfach wie genial: Die eingedrehte Schraube spreizt die Kunststoffhülle des Dübels, sodass dieser sich im Bohrloch fest verankert. Die Kunststoffdübel sind für unterschiedliche Baustoffe geeignet, in einem Hohlraum verankern sie sich durch Verknoten.

In der nachfolgenden Tabelle zeigen wir dir die Befestigungsalternativen, die im jeweiligen Material eine höhere Zugfestigkeit gewährleisten als der Standarddübel. Bei der Wahl des Befestigungslösung solltest du berücksichtigen, welche Last später getragen werden soll. Ist diese eher gering, kann der Universaldübel weiterhin die einfachste und günstigste Alternative sein.

Contorion_Dübel_Ratgeber
MaterialProfi-TippAlternative
Gipskarton, Trockenbauwände, HohlräumeHohlraum-Metalldübel
Eine starke Wahl bei Bestigungen bei an Trockenbauwänden aus Gipskarton mit dahinter liegendem Hohlraum sind Hohlraum-Metalldübel. Wenn die Schraube angezogen wird, zieht sich der Dübel hinter der Platte von selbst zusammen. Durch die hohe Auflagefläche der Spreizarme hinter der Platte ist eine hohe Belastung möglich.
Gipskartondübel
Durch ihr selbstschneidendes Gewinde ist eine unkomplizierte Handmontage in Gipskarton möglich. Die kurze Dübellänge ermöglicht Befestigungen auch dort, wo hinter der Platte nur wenig Platz zur Verfügung steht.
Hohlblocksteine / LochsteinmauerwerkInjektionsmörtel / Chemische Dübel
Für höchste Belastung in Lochsteinmauerwerk und Hohlblocksteinen ist die chemische Befestigung mit Injektionsmörtel. Der Mörtel breitet sich in den Hohlräumen der Steine aus und verankert so die Gewindestange im Bohrloch. Besonders wirtschaftlich lässt sich der Mörtel mit Hilfe von Ankerhülsen einsetzen.
Langschaftdübel
Der Kunststoffdübel verknotet bzw. verspreizt sich im Lochstein hinter dem Steinsteg und findet so starken Halt.
Porenbeton / GasbetonInjektionsmörtel / Chemische Dübel
Der chemische Dübel ermöglicht auch in Porenbeton die besten Tragwerte. Die höchsten Belastungen sind bei konisch hinterschnittenen Bohrlöchern möglich.
Langschaftsdübel
Eine einfache, günstige und dennoch leistungsfähige Alternative zur chemischen Befestigung ist ein Langschaftschaftdübel. Durch seine lange Spreizfläche verteilt sich die Lastverteilung im Porenbeton gleichmäßig.
BetonBetonschraube
Ein Dübel ist die Betonschraube zwar nicht, in vielen Fällen stellt sie jedoch die attraktivste Befestigungslösung in Beton dar. Dadurch, dass sie direkt in das Bohrloch geschraubt wird und sich mit dem Gewinde in das Material schneidet, sparen Sie mindestens einen Arbeitsschritt im Vergleich zu einem Dübel oder Bolzenanker. Einen großen Vorteil bringt auch die einfache Demontage der Befestigung mit sich.
Bolzenanker
Bei vielen die Standardlösung zur Befestigung von schweren Lasten an Beton ist weiterhin der Bolzenanker. Mit einem Hammer ins Bohrloch eingeschlagen wird durch anschließendes Schrauben mit dem Drehmomentschlüssel ein Spreizclip an der Bolzenspitze aktiviert, der den Bolzen im Loch verankert.

2. Wie montierst du Dübel fachgerecht?

Für eine baurechtlich sichere Montage ist neben der Auswahl eines geeigneten Dübels auch eine fachgerechte Montage wichtig. Wichtig: Bohrloch-Reinigung Eine der häufigsten Fehler beim Dübeln ist eine nachlässige oder fehlende Bohrlochreinigung. Durch den Staub im Bohrloch haben die Dübel keinen ausreichenden Halt. Schlimmstenfalls gibt die Befestigung nach und es kommt zu Unfällen. Die Bohrlochtiefe
Für die richtige Bohrlochtiefe gibt es eine einfache Regel: Sie muss größer sein als die Verankerungstiefe des Dübels (es gibt nur wenige Ausnahmen). So bleibt der Schraube genügend Platz, um über die Spitze des Dübels hinauszuragen und das garantiert die Funktionssicherheit.

3. Die Montagearten

Grundsätzlich wird zwischen drei unterschiedlichen Methoden der Dübelmontage unterschieden: Vorsteck-, Durchsteck- und Abstandsmontage.

Bei der Auswahl der richtigen Montageart helfen die Montageanleitungen der Hersteller. Diese werden bei vielen Herstellern direkt auf die Dübelverpackung gedruckt oder im Katalog bereitgestellt. Sie müssen bei zugelassenen Dübeln immer vorliegen.

Vorsteckmontage Dübel Ratgeber

Die Vorsteckmontage

Zunächst werden die Lochabstände des Montageteils exakt auf den Baustoff übertragen, anschließend die Bohrlöcher gebohrt. Nach der Reinigung des Bohrlochs wird der Dübel eingebaut. Er schließt bündig mit der Baustoffoberfläche ab. Das Montageteil wird abschließend auf den Dübel gesetzt und mit einer Schraube fixiert.
Diese Montagetechnik erfordert Genauigkeit bei der Abmessung der Durchgangslöcher, beim Ausführen des Bohrvorgangs und beim Anbringen der Konstruktion.

Die Durchsteckmontage Dübel Ratgeber

Die Durchsteckmontage

Das zu befestigende Element wird an der vorgesehenen Stelle positioniert und anschließend das Dübelloch direkt durch die Löcher des Montageteils in den Baustoff gebohrt. Anschließend wird das Bohrloch gesäubert und der Dübel durch das Montageteile im Baustoff montiert. Der Dübelkopf liegt bei der Durchsteckmontage am Anbauteil an.

Im Gegensatz zur Vorsteckmontage ist diese Montagetechnik weniger aufwendig. Daher ist die Durchsteckmontage vor allem für der Serienmontage zu empfehlen.

Die Abstandsmontage Dübel Ratgeber

Die Abstandsmontage

Bei der Abstandsmontage wird das zu montierende Bauteil in einem bestimmten Abstand zur Baustoffoberfläche druck- und zugfest fixiert. Für diese Montage werden meist Metalldübel mit metrischem Innengewinde zur Aufnahme von Gewindestangen mit Kontermutter verwendet.
Die Abstandsmontage wird u. a. bei der Fassaden-Dämmung angewendet, bei der ergänzend zum Dämmstoff ein Luftraum freigehalten werden muss. Ebenso kommt die Methode auch bei ungeraden Untergründen häufig zum Einsatz.

4. Drei wie Pech und Schwefel: Bohrloch, Dübel und Schraube

Bohrloch, Wanddübel oder Deckendübel und Schraube sollten eine aufeinander abgestimmte Einheit bilden. Der Bohrlochdurchmesser entspricht in der Regel dem Außendurchmesser des Dübels. Allerdings ist das optimale Verhältnis von Bohrlochgröße und Dübelquerschnitt auch von der Bausubstanz abhängig. Bei einem porösen Untergrund ist das Bohrloch 1 mm kleiner zu wählen. Der Durchmesser der Schraube ist regulär 1 bis 2 mm kleiner als der Dübel. Hier kann sich der Käufer auch an den auf der Packung oder im Shop angegebenen technischen Daten orientieren.

5. Gut zu wissen vor dem Dübel und Schrauben Kauf

Das Befestigungsmaterial sollte nicht unterdimensioniert sein, aber auch keine übergroßen Reserven aufweisen. Ist die Festigungsklasse der Schraube zu hoch, besitzt der Stahl eine zu geringe Nachgiebigkeit. Bei dynamischen Belastungsspitzen besteht dann trotz – oder wegen – der hohen Festigkeit Bruchgefahr. Darauf ist beim Kauf zu achten:

  • Schraubenabmessung
  • Bohrdurchmesser
  • Dübellänge
  • minimale Bohrlochtiefe
  • maximaler Durchmesser
  • Verankerungstiefe
  • Kopfform (Kreuzschlitz, Schlitzschraube)

6. Wie lassen sich Dübel wieder entfernen?

Wir schätzen an Dübeln, dass sie sich in der Wand so sehr festsetzen, dass mitunter große Lasten an ihnen befestigt werden können. Möchte man die Kunststoffteile wieder aus der Wand entfernen, wird genau das zum Problem. Mit diesen drei Techniken entfernst du Dübel aus der Wand ohne das Bohrloch unnötig zu vergrößern.

  1. Herausziehen mit Zange: Entferne die urspüngliche Schraube aus dem Dübel. Nimm eine Schraube, die etwas dicker als die ursprüngliche ist. Schraube sie nur ein kleines Stück hinein, sodass sie im Kunststoff greift, aber den Dübel nicht spreizt. Jetzt kannst du den Dübel mit einer Zange aus der Wand ziehen.
  2. Ausbohren: Verwende einen Bohrer, der kleiner ist als das Bohrloch aber leicht größer als die Schraube, die zuvor im Dübel eingedreht war. Beim erneuten Bohren in das Loch zerfräst der Bohrer den Kunststoffdübel, sodass nur Kleinteile im Loch zurückbleiben. Diese können anschließend mit einem Staubsauger herausgesaugt werden.
  3. Dübel in der Wand lassen: Bevor man größeren Schaden an der Wand anrichtet, kann es manchmal die bessere Option sein, den Dübel in der Wand zu belassen. Um anschließend eine Ebene Oberfläche zu erreichen, schneidest du am besten mit einem Teppichmesser den Rand des Dübels bis in das Loch hinein ab. Jetzt kannst du das Loch mit Spachtelmasse ausfüllen und verspachteln.

HAND-DRAUF-Redaktion

Von Werkzeug bis Unternehmensführung: Mit unseren Ratgebern wollen wir Handwerkern Antworten auf viele Fragen geben.

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