Werkstatt, Produktionshalle, Lager, Verkaufsraum: Je nach Gewerk stellen Handwerksbetriebe unterschiedliche Anforderungen an ihre Immobilie. Flexibilität und Anbindung an Verkehrswege sind nur zwei von vielen Faktoren, die bei der Objektwahl eine wichtige Rolle spielen. Die richtige Immobilie finden – so geht’s.

Im ländlichen Raum, an Stadträndern oder mitten in der City: Handwerksbetriebe gibt es überall. Jeder Standort hat seine typischen Merkmale: In der Provinz gibt es genügend Freiflächen für zumeist erschwingliche Mietpreise, in der Stadt moderne Flächen und viele Fachkräfte. Doch egal, an welchem Standort sich ein Handwerker mit seinem Betrieb ansiedeln möchte, sollte man bei der Wahl der Immobilie auf einige Dinge achten. Hier folgen die wichtigsten Anforderungen, die Handwerker an ihre Immobilie stellen.

Anforderung 1: Geeignet für Umbaumaßnahmen

Abhängig vom Gewerk braucht jede Immobilie eine spezifische Ausstattung – und die ändert sich öfters, als einem lieb ist. Der Betrieb wächst womöglich oder richtet sich anders aus – und die Immobilie muss dann neu gedacht werden. Deshalb sollte eine Handwerksimmobilie von Anfang an die Möglichkeit bieten, an die nötigen Arbeitsbereiche angepasst zu werden. Es muss produziert, getüftelt und geforscht, gelagert, repariert und verkauft werden.

Um es zusammenzufassen: Während in einer klassischen Behörde dauerhaft an Schreibtischen gearbeitet wird, braucht ein Handwerksbetrieb viele unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten. Die ideale Immobilie erfüllt zahlreiche Zwecke und ist nachnutzbar, umrüstbar und lässt sich auch zurückbauen. Kurzum: Sie ist flexibel anpassbar.

Anforderung 2: An wichtige Verkehrswege gekoppelt

Dies ist eine Anforderung, die insbesondere für Handwerker in Klein- und Großstädten ins Gewicht fällt. Hier verändern sich die Betriebsstrukturen von Glasern, Tischlern und anderen Handwerkern. Mitten in die Stadtzentren müssen sie ihren Platz in Wohnquartieren finden.

Richtige Immobilie finden Logistik ist wichtig
Die Anbindung an Nah- und Fernverkehr ist für Handwerks- und Industriebetriebe ein wichtiger Standortfaktor

Der Gedanke: Es entstehen gemischte Stadtquartiere, in denen alles direkt vor der Haustür liegt – Supermarkt, Fitnessstudio, Büro und natürlich der Elektro-Installateur des Vertrauens. Für Arbeiter gehören zugleich weite Pendelstrecken von zuhause zum Arbeitsplatz am Stadtrand der Vergangenheit an. Immobilien von Handwerkern sollten künftig Teil dieser gemischten städtischen Strukturen sein. Das macht die Stadt sozial nachhaltig und sorgt für eine bessere Ökonomie.

Anforderung 4: Alte Industriegebäude wiederbeleben

Vor mehr als einhundert Jahren waren viele Handwerker in vielseitig genutzten Industriegebäuden tätig. Viele von ihnen entstanden in der Gründerzeit. Ihre Betriebe waren genau dort angesiedelt – in großen Arbeitszentren mit mehreren Geschossen, großen Stützen und besonders hohen Decken. Seit einigen Jahren werden die teils verfallenen oder veralteten Gebäude zurecht wiederentdeckt.

Für viele Handwerksbetriebe bieten solche früheren Industriebrachen den idealen Standort. Durch ihre großen Räume liegen die Vorzüge einer effizienten Produktion auf der Hand. Früher lagen die großen Hallen am Stadtrand. Das ständige Wachstum unserer Großstädte um die Gebäude herum hat sie allerdings in die Zentren verrückt – und damit an einen idealen Standort.

Anforderung 5: Vielfältige Branchen an einem Ort vereint

Handwerker sollten die Wiege ihrer Branche verlassen – und sich in ein Netzwerk begeben. Das schafft Austausch und potentiell viele neue Kunden. Wiederbelebte Fabrikgebäude sind dafür perfekt: Hier siedeln sich Start-ups, Labore, Manufakturen, andere Handwerker und auch Großhändler an. Erfolgreiche Beispiele wie eine solche Wiederbelebung gelingt, gibt es viele – etwa das Alte Röhrenwerk in Ulm und das Carlswerk in Köln.

Handwerk Immobilien finden
In der Stadt gibt es moderne Flächen und viele Fachkräfte, jedoch meist zu hohen Preisen

Immobilien mit Mischnutzung machen Handwerker zukunftsfähig

Wie lässt sich die Entwicklung zusammenfassen? Die Trennung von Wohn- und Arbeitsort wird es in der heutigen Form bald nicht mehr geben. Ganze Branchen und Lebenswelten wachsen in kleinen Quartieren mitten in der Stadt zusammen. Darauf sollten sich auch Klempner, Maler und alle anderen Handwerksfirmen bei der Suche nach einer geeigneten Betriebsimmobilie einstellen. Nur hier entsteht neuer Wissensaustausch – und sie können Teil des Wettbewerbs auf dem Markt bleiben.

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