Die richtige Atemschutzmaske

9. Juni 2021

Feinstaub lauert überall, gerade aber auf Baustellen und an Arbeitsplätzen in der Produktion. Der Griff zur Atemschutzmaske ist daher wichtig, um dich vor dem meist unsichtbaren Feinstaub  zu schützen. Aber auch andere Schadstoff-Partikel in der Luft wie etwa Säuren und Gase stellen Gefahrenstoffe dar. Erfahre hier, welche verschiedenen Atemschutzmasken es gibt und welche Anforderungen diese mit Blick auf den Schutz erfüllen.

 

Die verschiedenen Atemschutzmasken im Überblick

Von der FFP-Feinstaubmaske bis hin zur Halbmaske mit integriertem Atemfilter: Um keine Schadstoffe einzuatmen, gibt es für jede handwerkliche oder industrielle Tätigkeit die passende Atemschutzmaske. Und das mit gutem Grund, denn sie bieten je nach Schadstoffen einen sinnvollen und sicheren Schutz. Grundsätzlich ist dabei eins zu beachten: Die Maske selbst schützt nicht vor den Gefahrenstoffen, sondern der integrierte Filter. Und dieser wiederum verhindert je nach Variante das Einatmen von Partikeln oder Gasen und Dämpfen. Unterschieden werden daher Feinstaubmasken und Spezialmasken. Mehr dazu hier:

 

Feinstaubmasken

Partikelfilternde Masken kennt man unter dem Namen FFP-Masken. Sie sind europaweit normiert und in drei Schutzstufen eingeteilt, die sich im Filterdurchlass unterscheiden. Die jeweilige Schutzstufe erkennst du anhand eines Aufdrucks auf der Maske oder durch farbliche Markierungen an zum Beispiel den Befestigungsbändern. Die geringste Schutzstufe FFP-1 ist gelb markiert, die mittlere FFP-2 blau und die höchste Schutzstufe FFP-3 rot.

 

Schutzklassen der Feinstaubmasken

FFP-1: Diese Masken mit der geringsten Schutzwirkung schützen hauptsächlich vor einer Verunreinigung der Atemwege durch ungiftige Partikel. FFP-1 Masken werden daher bei Arbeiten mit störendem Staub oder Rauch eingesetzt. Die Undichtigkeit, also der Filterdurchlass, beträgt maximal 22 Prozent.

FFP-2: Um gegen gesundheitsschädliche, feste wie auch flüssige Stoffe, Staub, Rauch oder Aerosole zu schützen, werden Feinstaubmasken der mittleren Schutzstufe FFP-2 eingesetzt. Sie haben eine maximale Undichtigkeit von 8 Prozent und eignen sich zum Beispiel für den Umgang mit Materialien wie Zement, Gips, Glasfasern, Metall und Weichholz.

FFP-3: Mit einer Undichtigkeit von maximal 2 Prozent halten Masken dieser Schutzklasse gesundheitsschädliche, giftige, krebserregende und sogar radioaktive Partikel ab. Eingesetzt werden sie unter anderem im Umgang mit Schwermetallen, Hartholz, Glaswolle und Bremsstaub, Schimmel und radioaktiven Stoffen.

 

Varianten der Feinstaubmasken

Neben den Schutzklassen unterscheiden sich Feinstaubmasken in der Form und der Befestigung durch Haltebändchen. Alle Feinstaubmasken sind so gestaltet, dass sie am Rand dicht dem Gesicht anliegen. Um sich jeder Nasenform anzupassen, ist über dem Nasenrücken ein Bügel angebracht, der beim Tragen durch Andrücken an die individuelle Nasenform angepasst werden muss. Die Masken bestehen außerdem aus mehreren Lagen mit in der Regel zwei oder drei Filtervlies in der Mitte. Dieser hat eine elektrostatische Wirkung und hält zusätzlich zur Faserdichte feinste Partikel ab.

 

Unterschieden wird bei Feinstaubmasken zwischen Modellen mit oder ohne Ausatemventil. Hier gilt: Feinstaubmasken ohne Ventil filtern sowohl die eingeatmete als auch die ausgeatmete Luft. Masken mit Ventil wiederum filtern nur die eingeatmete Luft. Sie sind gerade für Brillenträger komfortabler, da das Ventil verhindert, dass sich Feuchtigkeit unter der Maske ansammelt.  Das ist auch ein deutlicher Vorteil, wenn Arbeiten länger andauern. Besonderen Komfort bieten außerdem Masken mit schweißabsorbierender Polsterung über dem Nasenrücken und Filtersystemen mit einem sogenannten„Cooling-Effekt“.

 

Hinsichtlich der Form der Masken punkten Körbchenmasken mit Formstabilität. Sie lassen sich unkompliziert mit einer Hand aufsetzen und sind schnell einsatzbereit. Faltmasken wiederum lassen sich besonders platzsparend aufbewahren und sind perfekt für unterwegs.

 

Spezialmasken: Masken mit integriertem Atemfilter

Um bei speziellen Anwendungen Atemwege, Lunge und Blutkreislauf vor zum Beispiel lösungsmittelhaltigen Stoffen zu schützen, müssen entsprechende Schutzmasken angewendet werden. Diese sind mit einem integrierten oder austauschbaren Schutzfilter versehen und bieten je nach Kennzeichnung speziellen Schutz vor gefährlichen Gasen und Dämpfen.

 

Kennzeichnungen bei Spezialmasken

A:                    Schutz vor organischen Dämpfen und Gasen

B:                    Schutz vor anorganischen Dämpfen und Gasen

E:                    Schutz vor Säuren

K:                    Schutz vor Ammoniak

ABEK:            kombinierter Schutz

 

Varianten der Spezialmasken

Unterschieden wird bei Spezialmasken grundsätzlich zwischen Halbmasken und Vollmasken. Letztere sind mit einem Sichtschutz aus zum Beispiel Plexiglas versehen und schützen gleichzeitig die Augen. Die oben aufgeführten Schutzstufen richten sich dabei nach den Filtern im Maskenkörper. Diese sind je nach Modell entweder fest integriert oder können passend für die Anwendung ausgetauscht werden. Hochwertige Filtersysteme sorgen bei Spezialmasken dafür, dass der Atemwiderstand gering gehalten wird. Zusätzlichen Komfort bieten bei längerem Einsatz hautfreundliche Materialien wie etwa antiallergenes Silikon.

 

Die richtige Atemschutzmaske für jede Anwendung

Unsere Infografik zeigt die verschiedenen Typen der Feinstaubmasken und Spezialmasken im Überblick:

Atemschutzmaske für FFP1 FFP2 FFP3 A B E K
Hobeln (Handhobel) x x x
Farbe schleifen x x
Metall schleifen x x
Rost schleifen x x
Kunststoff schleifen x x
Edelstahl schleifen x
Bohren x x
Sägen x x
Fräsen x x
Hobeln (Maschine) x x
Schweißen x
Streichen mit Lack/Farbe wasserbasiert x x
Streichen mit Lack/Farbe lösungsmittelhaltig x
Reinigen mit Nitroverdünner x
Reinigen mit Waschbenzin x
Abbeizen mit Lösungsmitteln (organisch) x
Abbeizen mit Lösungsmitteln (anorganisch) x
Ammoniak x
Arbeiten mit Säuren x
Arbeiten mit Chlor x
Arbeiten mit Asbest x

 

Worauf sollte man beim Kauf einer Atemschutzmaske außerdem achten?

Neben den oben aufgeführten Empfehlungen für den angemessenen Schutz bei verschiedene Anwendungen und den Filterklassen solltest du beim Kauf einer Atemschutzmaske immer auf den Sitz der Maske achten. Wichtig ist, dass sie sowohl bequem zu tragen ist, als auch möglichst gut mit dem Gesicht abschließt. Nur so wird vermieden, dass Partikel seitlich hinter die Maske dringen. Das ist wichtig für deinen Schutz.

 

Mit Blick auf den Tragekomfort spielen die Befestigungsbänder eine wichtige Rolle. Achte darauf, dass die Maske weder zu locker noch zu eng befestigt ist. Spannen die Bänder zu stark, kann dies bei längerem Tragen leicht zu Kopfschmerzen führen. Breitere Gummibänder werden von vielen Anwendern als bequemer empfunden. Für einen optimalen Sitz findest du bei Spezialmasken außerdem Modelle mit ergonomischer Anti-Rutsch-Kopfspinne.

HAND-DRAUF-Redaktion

Von Werkzeug bis Unternehmensführung: Mit unseren Ratgebern wollen wir Handwerkern Antworten auf viele Fragen geben.

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