Alles über die Betriebshaftpflichtversicherung

10. Mai 2016

Eine angebohrte Wasserleitung, eine beschädigte Leihmaschine oder ein Bauteil, das auf einen Pkw fällt: Schäden, die bei der Arbeit im Betrieb auftreten, können schnell ziemlich teuer werden. Ohne eine betriebliche Haftpflichtversicherung wäre nicht nur ein Kleinbetrieb schnell insolvent.
Die Betriebshaftpflichtversicherung ist daher eine der wichtigsten Versicherungen für handwerkliche Betriebe und Unternehmen, denn sie deckt Schäden ab, die durch die Firma oder deren Mitarbeiter verursacht wurden und die zur gesetzlichen Haftung des Betriebes führen. Wir zeigen Ihnen in diesem Artikel, worauf du bei der Auswahl deiner betrieblichen Haftpflichtversicherung achten solltest.

Die Auswahl einer geeigneten Versicherung

Die Anzahl der Versicherer, die betriebliche Haftpflichtversicherungen anbieten, ist zahlreich. Über 100 Anbieter konkurrieren oftmals mit speziellen Policen für die unterschiedlichen Handwerkssparten um die Gunst der Betriebe.
Bei so viel Konkurrenz locken viele Versicherer mit Prämien und Preisnachlässen und bieten beispielsweise Neukunden- und Nachfolgerrabatte an. Achte allerdings nicht nur auf den Preis, sondern überlege genau, welche Versicherung mit ihrem Preis-Leistungsverhältnis überzeugt und sich am Ende am meisten für dich rentiert. Für Kleinbetriebe kann es sich zum Beispiel lohnen, eine kombinierte Betriebshaftpflichtversicherung zu wählen, die bereits eine private Haftpflichtversicherung beinhaltet.
Wichtig ist, in welchen Fällen die Police in Kraft tritt und welche Summen abgedeckt sind. Ein Vergleich von Betriebshaftpflichtversicherungen ist daher in jedem Fall sinnvoll. Wer Angebote miteinander vergleicht, kann bei gleicher Leistung einige hundert Euro sparen. Versicherungsangebote können in verschiedenen Onlineportalen miteinander verglichen werden: zum Beispiel bei finanzchef24.de oder versicherungscheck24.de. Bei konkreten Fragen empfehlen wir, bei der jeweiligen Versicherung direkt nachzufragen.

Darauf solltest du bei der betrieblichen Haftpflichtversicherung achten:

1. Genaue Betriebsbeschreibung

Für die Versicherer ist die Betriebsbeschreibung ein wichtiges Kriterium für die Festsetzung der Beitragssumme. Es geht darum, zu prüfen, welche Risiken ganz konkret am Arbeitsplatz vorhanden sind.
Die Betriebsbeschreibung sollte so genau wie möglich formuliert sein und alle typischen Tätigkeiten, die im Betrieb ausgeführt werden, beinhalten. Dazu zählen auch zusätzliche Tätigkeiten und gewerkübergreifende Arbeiten (z. B. wenn ein Maler auch Bohrungen vornimmt). Finden Änderungen im Betrieb statt, sollte die Versicherung darüber informiert werden. Andernfalls könnte der Versicherungsschutz im Ernstfall verweigert werden.

2. Ausreichende Deckungssummen: mindestens 3 Millionen

Die Betriebshaftpflicht sollte mindestens eine Summe in Höhe von drei Millionen Euro für Personen- und Sachschäden beinhalten. Von Versicherungsverträgen mit geringeren Grundsummen solltest du absehen, vor allem dann, wenn du bei Kunden vor Ort tätig bist. Stehen größere Projekte an, können Deckungssummen im Normalfall projektgebunden aufgestockt werden. Am besten klärst du im Vorfeld mit der Versicherung, wie eine Aufstockung aussehen würde.

3. Sublimits für spezielle Schäden beachten

Spezielle Schäden werden durch Sublimits in ihrer Deckungssumme begrenzt, das heißt sie werden immer nur mit einer bestimmten Höchstsumme finanziell unterstützt. Solche Sublimits gibt es vor allem in älteren Verträgen. Es lohnt sich allerdings genau zu prüfen, für welche Schäden Sublimits in der Police vorgesehen sind und bis zu welcher Summe sie absichern.

3. Bearbeitungsschäden müssen ausreichend berücksichtigt werden

Um mögliche Bearbeitungsschäden wie versehentlich angebohrte Leitungen beheben zu können, sollten sie mindestens mit 100.000 Euro abgesichert werden. Bei Betrieben, die vor allem für gewerbliche Kunden tätig sind, ist ein noch höherer Schutz ratsam, da hier schnell sehr hohe Schadenssummen entstehen können.

4. Allmählichkeitsschäden: für zeitverzögerte Schäden

Schäden, die erst nach einiger Zeit auftreten und durch Rauch, Ruß, Dampf oder Feuchtigkeit entstanden sind, nennt man Allmählichkeitsschäden. Nicht alle Verträge sichern gegen diese Schäden ab. Prüfe daher, ob deine Police auch diese Schäden abdeckt. Besonders wichtig kann dies beispielsweise für Installationsbetriebe sein.

5. Mietsachschäden: bewegliche Güter extra versichern

Im Normalfall sichert die Betriebshaftpflichtversicherung nur die betrieblich genutzte Immobilie mit ab. Bewegliche Güter wie beispielsweise Maschinen müssen extra mitversichert werden. Wenn dein Betrieb die Betriebsräume nur anmietet, solltest du diese unbedingt mit der Haftpflichtpolice abdecken und Mietsachschäden mitversichern.

6. Kündigungsoption: Vertragslänge beachten

Bist du mit deiner Betriebshaftpflichtversicherung trotz sorgfältiger Auswahl dennoch nicht zufrieden und möchtest zu einem anderen Anbieter wechseln, ist es ratsam, im Vorfeld bereits auf die Vertragslaufzeit zu achten. Im Normalfall liegen die Laufzeiten bei einem Jahr oder bei drei Jahren. Eine ordentliche Kündigung ist jeweils bis spätestens drei Monate vor Ende der Vertragslaufzeit möglich. Das Recht auf eine außerordentliche Kündigung sowie das Sonderkündigungsrecht bleiben davon unberührt.

Quelle Titelbild: ©iStock.com/filmfoto

HAND-DRAUF-Redaktion

Von Werkzeug bis Unternehmensführung: Mit unseren Ratgebern wollen wir Handwerkern Antworten auf viele Fragen geben.

Mehr zum Thema

0 Kommentare

Copy link
Powered by Social Snap