Die chemische Schraubensicherung

5. Mai 2021

Um zwei Bauteile miteinander zu verbinden, zählt die klassische Schraubenverbindung nach wie vor zu der am häufigsten verwendeten Technik. Kombiniert mit einer Klebstoffverbindung als Schraubensicherung läuft sie zur Höchstform auf und trotzt Vibrationen und Stößen. Wir erklären, wie genau eine chemische Schraubensicherung funktioniert und worin die Vorteile liegen.

Eine Schraube als lösbare Verbindung wird in vielen Bereichen eingesetzt und lässt sich mit wenigen Handgriffen mit einem Schraubenschlüssel demontieren. So weit, so gut. Eine solche lösbare Verbindung kann sich aber mitunter ungewollt lösen, ausgelöst zum Beispiel durch Temperaturschwankungen, Stöße oder Vibrationen. Je nach Verwendungszweck kann das erhebliche Folgen haben.

Um dies zu verhindern, kommen in vielen Bereichen der Produktion und Konstruktion zusätzlich zur mechanischen Methode sogenannte chemische Schraubensicherungen ins Spiel – auch Gewindesicherung genannt. Kurz gesagt versteht man darunter das Verkleben von Bolzen- und Muttergewinde. Und das gelingt durch eine Sicherung mit Hochleistungsklebstoffen. Sie verhindert den Verlust der Vorspannung und das oben genannte selbstständige Lösen der Schraubverbindung. Aufgetragen wird die Substanz auf die jeweilige Schraube beziehungsweise Mutter. Der stoffschlüssige Klebstoff füllt dabei die Zwischenräume im Gewinde aus und schützt so vor Leckagen und Korrosion. Eingesetzt werden kann er für alle Gewindegrößen. Im Folgenden erklären wir, wie die chemische Schraubsicherung genau angewendet wird:

 

Schritt-für-Schritt-Anleitung Schraubensicherung:

  1. Vor dem Auftragen der Schraubensicherung zunächst Oberflächen von Öl- und Fettspuren befreien (zum Beispiel mit dem Oberflächenreiniger Loctite 7063).
  2. Bei passiven Metalloberflächen oder langsamer Aushärtegeschwindigkeit Gewinde zusätzlich mit einem Aktivator besprühen.
  3. Produkt vor Gebrauch schütteln!
  4. Bei Durchgangsbohrungen die Sicherung dort auftragen, wo später die Mutter sitzen soll.
  5. Bei Sacklochbohrungen mehrere Tropfen gleichmäßig innerhalb des Gewindes verteilen. Anschließend Bauteile montieren und festziehen.
  6. Bei Dichtanwendungen die Schraubensicherung rings um den Gewindeanfang des Außengewindes auftragen.
  7. Die Dauer des Härtevorgangs beachten. Sie variiert je nach Material. In der Regel liegt sie bei fünf bis zehn Minuten, kann jedoch je nach Werkstoff auch kürzer oder länger ausfallen.

 

Chemische Schraubensicherung für jeden Bedarf

Damit du für jeden Einsatz die ideale Sicherung findest, sind die Klebstoffe in verschiedenen Ausführungen erhältlich. Konkret bedeutet das, dass die Produkte sich unter anderem hinsichtlich Viskosität, Einsatztemperatur und Festigkeit unterscheiden. Gerade die Festigkeit, die mit der Verbindung erzielt werden soll, ist eines der wichtigsten Kriterien bei der Auswahl einer geeigneten Schraubensicherung. Und sie teilt sich wie folgt auf:

 

Niedrigfeste Schraubensicherung Mittelfeste Schraubensicherung Hochfeste Schraubensicherung
Die niedrigfeste Schraubensicherung ist insbesondere für den Einsatz bei Justier-, Senkkopf- und Stellschrauben sowie für kleine Gewinde an Metallen wie z.B. Aluminium und Messing geeignet, die beim Lösen der Schraube brechen können. Die mittelfeste Schraubensicherung ist universell für alle Metallarten geeignet. Die Klebstoffe verhalten sich tolerant gegenüber geringen öligen Verschmutzungen und verhindern das Loslösen von Schrauben durch Vibration. Die hochfeste Schraubensicherung ist besonders temperaturbeständig und eignet sich zur dauerhaften Fixierung von allen Metallen, einschließlich der passiven Werkstoffe. Geeignet zum Beispiel zur Befestigung von Stehbolzen an Motorblöcken.

 

 

 

HAND-DRAUF-Redaktion

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