Bauabnahme richtig durchführen

24. Januar 2021

Ein entscheidendes Ereignis bei jedem Bauvorhaben erfolgt erst, nachdem die Leistung bereits erbracht wurde: Die Bauabnahme sorgt für rechtliche Sicherheit beim Kunden wie beim Handwerksbetrieb. Wir zeigen dir, wie eine rechtssichere Bauabnahme erfolgt und was du dabei beachten solltest.

Die Abnahme deiner handwerklichen Leistung durch deinen Auftraggeber ist für dich als Unternehmer besonders wichtig. Denn erst nach einer erfolgreichen Abnahme ist die Vergütung der erbrachten Leistungen fällig – davor hast du erst einmal keinen rechtlichen Anspruch auf Bezahlung. Auch die Garantielaufzeit für die erbrachte Leistung beginnt erst mit Unterzeichnung des Abnahmeprotokolls durch deinen Kunden.

Am Tag der Bauabnahme geht außerdem das Risiko der Beschädigung oder Zerstörung des Bauwerkes durch äußere Einflüsse auf den Auftraggeber über. Du musst solche Schäden nun nicht mehr auf eigene Kosten beheben. Für alle Mängel, die erst nach der Bauabnahme beanstandet werden, liegt die Beweislast beim Auftraggeber: Dieser muss im Streitfall nun beweisen, dass sie von deinem Betrieb verursacht wurden. Vor der Bauabnahme liegt diese Beweislast bei dir.

 

Welchem Zweck dient die Abnahme?

 

Bei der Bauabnahme überprüft der Auftraggeber den Abnahmegegenstand (also dein Werk) daraufhin,

  • ob sämtliche Vorgaben eingehalten wurden,
  • ob alle Arbeiten ordnungsgemäß und ohne Mängel erledigt wurden und
  • ob das Ergebnis so ausfällt wie vereinbart.

Halte deshalb schon vor Beginn der Bauarbeiten genau fest, welche Leistungen du durchführen wirst. Nur was im Bauvertrag steht, muss am Tag der Abnahme auch wirklich fertig sein. Hast du die Leistung vollständig erbracht, kannst du mit deinem Kunden einen Termin für die persönliche Abnahme vereinbaren.

 

Wann gilt ein Werk als abgenommen?

 

In der Regel erfolgt die förmliche Abnahme bei einer gemeinsamen Begehung der Baustelle durch dich und deinen Kunden. Alternativ kann auch ein bevollmächtigter Dritter die Begehung mit dir durchführen. In jedem Fall sollte hierbei ein Abnahmeprotokoll zum Einsatz kommen, in dem ihr – sollten Mängel bestehen – gemeinsam genau festhaltet, in welchen Bereichen sie auftreten und wie sie aussehen. Außerdem sollte im Protokoll vermerkt werden, ob deine Leistung (in Gänze oder in Teilen) abgenommen ist oder nicht und wann die Gewährleistungsfrist für die abgenommene Leistung endet.

Auch wenn dein Kunde ohne Angabe von Gründen nicht zum vereinbarten Abnahmetermin erscheint oder eine von dir gestellte Frist zur Vereinbarung eines Termins stillschweigend verstreichen lässt, gilt das Werk als abgenommen, sofern du ihn zuvor schriftlich auf die Folgen der auf diese Art verweigerten Abnahme hingewiesen hast. In diesem Fall spricht man von einer fiktiven Abnahme. Durch dieses Vorgehen kannst du verhindern, dass Auftragnehmer die fällige Vergütung hinauszögern.

Vor allem bei kleineren Handwerksleistungen ist die sogenannte Abnahme durch schlüssiges Verhalten gängige Praxis. Diese erfolgt zum Beispiel durch die Bezahlung der Rechnung durch den Kunden oder wenn der Bauherr das Bauwerk auch ohne förmliche Abnahme in Benutzung nimmt. Allerdings steht dem Kunden nach ständiger Rechtsprechung auch nach Beginn der Nutzung ein gewisser Zeitraum zur Prüfung der Bauleistungen zur Verfügung. In dieser Zeit gilt das Werk noch nicht als abgenommen.

 

Was tun, wenn bei der Abnahme Mängel festgestellt werden?

 

Nur bei wesentlichen Mängeln kann dein Auftraggeber die Abnahme verweigern. Diese Mängel müssen dir schriftlich und mit einer Frist zur Beseitigung mitgeteilt werden. Mängel gelten jedoch nur dann als wesentlich, wenn sie den Gebrauch des Bauwerks stark einschränken oder unmöglich machen. Das ist beispielsweise der Fall, wenn in einem Neubau die Heizung nicht funktioniert oder das Haus nicht barrierefrei ist, obwohl das vertraglich vereinbart wurde. In diesem Fall musst du innerhalb der gesetzten Frist nachbessern. Fordere nach einer Mängelbeseitigung am besten eine erneute Abnahme des Werkes, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein.

Christina

Christina ist Texterin und Branding-Strategin und unterstützt Start-ups dabei, in ihrer Kommunikation den Nagel auf den Kopf zu treffen.

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