Fünf Tipps für eine gelungene Bauabnahme

31. Mai 2016

Kaum etwas ist im Umgang mit Kunden so wichtig wie die erfolgreiche Bauabnahme nach einem geleisteten Auftrag. Sie soll dafür sorgen, dass Handwerksleistungen nicht nur rechtssicher anerkannt werden, sondern auch spätere Unstimmigkeiten vermieden werden können. Dabei erklärt sich der Kunde mit der Unterzeichnung des Bauabnahmeprotokolls mit Ihrer Arbeit einverstanden. Ab jetzt beginnt die Garantielaufzeit für Ihre Handwerksleistung und die Schlussrechnung kann gestellt werden. Doch wie kann die Bauabnahme unkompliziert gelingen? Wir präsentieren fünf Tipps.

Vor der Bauabnahme

1. Handwerkerleistungen konkret festlegen
Legen Sie bereits im Vorfeld den Grundstein für einen vertrauensvollen Umgang mit dem Kunden und legen Sie alle zu leistenden Arbeiten im Kundengespräch gemeinsam fest. Halten Sie die Vereinbarungen sorgfältig im Vertrag fest und informieren Sie Ihren Kunden bereits zu diesem Zeitpunkt über den Sinn der späteren Bauabnahme.
Wer ganz klar festlegt, welche Leistungen zu welchen Konditionen erbracht werden können, erzeugt beim Kunden keine unangenehmen Überraschungen. Zum einen hat das den Vorteil, dass gut informierte Kunden sich besser beraten fühlen. Zum anderen sind die Erwartungen an die Handwerksleistung schriftlich festgelegt. So können vorab Missverständnisse ausgeschlossen werden.
2. Termin frühzeitig festlegen
Vereinbaren Sie rechtzeitig mit Ihrem Kunden einen Termin für die Bauabnahme, damit dieser auch definitiv zum vereinbarten Zeitpunkt vor Ort ist. So können Sie nicht nur Ärger, sondern auch zusätzliche Anfahrten zur Baustelle vermeiden.
Bringen Sie vor der Bauabnahme den Arbeitsplatz in jedem Fall auf Vordermann. So ein aufgeräumter und sauberer Arbeitsplatz wird Ihre Kunden beeindrucken und schafft eine gute Basis für die Bauabnahme.

Während der Bauabnahme

3. Geleistete Arbeiten angemessen präsentieren
Präsentieren Sie dem Kunden, welche Leistungen Sie konkret erbracht haben. Gehen Sie am besten auch noch einmal auf die Vereinbarungen ein, die im Vertrag festgehalten wurden. So können Sie sicherstellen, dass alle Vereinbarungen besprochen wurden.
Die ausgeführten Arbeiten sowie die Auflistung von eingebauten Produkten müssen sich anschließend detailliert im Bauabnahme-Protokoll wiederfinden. Ebenso muss im Protokoll aufgeführt werden, dass die Leistungserklärung übergeben wurde.
4. Ausreichend Zeit nehmen
Denken Sie daran: Bei der Bauabnahme entscheidet sich, wie zufrieden der Kunde am Ende mit Ihrer Leistung ist. Konnten Sie ihn überzeugen, wird er Ihr Unternehmen sicher gern weiterempfehlen.
Gehen Sie daher alle Punkte im Bauabnahmeprotokoll Schritt für Schritt gemeinsam mit Ihrem Kunden durch und füllen Sie das Protokoll im Beisein des Kunden aus.
Hat der Kunde alles verstanden? Gibt es offene Punkte? Denken Sie serviceorientiert und erklären Sie auch Zusatzfunktionen von neuen Geräten oder geben Sie Hinweise zum energiesparenden Umgang. Noch besser: Lassen Sie den Kunden die Handhabung selbst einmal ausprobieren und korrigieren Sie bei Bedarf. So können auch spätere Nachfragen vermieden werden.
Wichtig ist, dass Sie genügend Zeit bis zum nächsten Termin einplanen. Wer Fragen geduldig beantwortet und ausführlich informiert, wird am Ende zufriedenere Kunden haben.
5. Offen mit Nachbesserungen umgehen
Kunden sind generell dann zufrieden, wenn alle Leistungen ordnungsgemäß erledigt wurden. Dennoch kann es vorkommen, dass Nachbesserungen erforderlich sind und nicht alles bis zum Termin der Bauabnahme erledigt werden konnte.
Gehen Sie offen mit eventuell notwendigen Nachbesserungen um. Weisen Sie von sich aus auf die Mängel hin und machen Sie am besten gleich einen Vorschlag, bis wann die Nacharbeiten erledigt werden können. Das schafft Vertrauen und der Kunde fühlt sich nicht alleingelassen.
Trotz kleinerer Nachbesserungen (unwesentliche Mängel), kann die Bauabnahme dennoch per Unterschrift besiegelt werden. In diesem Fall sollte allerdings im Protokoll vermerkt werden, welche Arbeiten noch ausgeführt werden müssen. Hier bietet sich an, die Formulierung direkt mit dem Kunden abzustimmen oder ihn darum zu bitten, selbst einen entsprechenden Kommentar auf dem Protokoll zu hinterlassen.
Ist ihr Kunde dennoch nicht bereit, das Formular zu unterzeichnen, setzen Sie Ihrem Kunden eine angemessene Frist für die Bauabnahme. Kommt bis zum Ablauf der Frist keine erfolgreiche Abnahme zustande, gilt Ihre Arbeit als angenommen. Wägen Sie jedoch immer ab, inwieweit Unstimmigkeiten auch mit einem klärenden Gespräch aus der Welt geschaffen werden können. So können Sie unter Umständen einen unzufriedenen Kunden auch noch im Nachgang von sich überzeugen.

Quelle Titelbild: ©iStock.com/kzenon

HAND-DRAUF-Redaktion

Von Werkzeug bis Unternehmensführung: Mit unseren Ratgebern wollen wir Handwerkern Antworten auf viele Fragen geben.

Mehr zum Thema

0 Kommentare

Copy link
Powered by Social Snap