Casa della Mezzadria

Castellano, Aldo: Alte Bauernhäuser in Italien, übersetzt von Ulrike Stopfel, München 1986.

Ursprung

In der Kulturlandschaft der Mezzadria, von der Toskana über Umbrien bis in die Marken. Entstehung seit ca. 15. Jhd. als geplantes Gebäude für eine ganze Bauernfamilie; eigentlich wohnten darin die fattori (Verwalter), Vermittler zwischen Grundherrn und dem mezzadro (Halbpächter). Man spricht hier von einer Verstädterung des Grundbesitzes. Errichtet wurden die case an einer isolierten Stelle auf dem bereits bewirtschafteten Gelände.

Konstruktion

  • Rechteckiger Grundriss
  • Innen- und Außentreppe
  • Walmdach
  • Zweigeschossig: im EG befinden sich Stall und Wirtschaftsräume, im OG die Wohnräume sowie ein Balkon
  • Kleinere, häufig quadratische Fenster
  • Taubenturm: vermutlich eine Entwicklung aus dem Wehrturm des 14. Jhd., der defensive Funktion hatte. Seit dem 17. Jhd. nur noch Aufenthaltsort der Tauben, die als Schlangen- und Unkrautvernichter dienlich waren und zudem kostbaren Taubenmist zum Verspinnen von Faserhanf und Leinen hinterließen, aber auch kostenloses Fleisch lieferten.

Material

  • Steine für Mauerwerk, häufig unverputzt
  • Holz
  • Ziegel

Features

  • Loggia (um Arezzo)
  • Vorhalle (um Arezzo und Florenz)
  • Taubenturm
  • Dezenter Fassadenschmuck wie Gesimse, Bögen und Ziegelfriese

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Foto: © Rosel Eckstein / PIXELIO