Das französische Winzerhaus

Fréal, Jacques: Bauernhäuser in Frankreich. Bäuerliches Wohnen im Nachbarland, übersetzt von Torsten Gebhardt, München 1979.

Ursprung

Kommt allgemein in Gegenden mit Weinbau vor und ist ein großes Bauernhaus, das für die Weinbereitung ausgelegt ist. Es gibt generell zwei verschiedene Typen: Zweigeschossige Bauten mit dem Keller im Erdgeschoss, der für gleichmäßige Temperaturen sorgt, die die Weingärung erfordert, und dem Wohnbereich im Obergeschoss. Diese Art ist vorwiegend in Burgund und Elsass zu finden. Der zweite Typ sind eingeschossige Gebäude, häufig in Aquitanien anzutreffen, mit dem Weinkeller und Arbeitsräumen im Norden und den Wohnräumen im Süden. Im Süden der Provence begegnen sich beide Typen. In den Regionen Guyenne und Gascogne wurde der Bau oft mit einem Taubenhaus wie in den italienischen Case della Mezzadria ausgestattet, sodass der nährstoffreiche Mist als Düngemittel verwendet werden konnte. Diese Bauweise prägt immer noch traditionelle Winzerhöfe Frankreichs.

Konstruktion

  • Meistens ein horizontaler Baukörper mit seitlichen Anbauten
  • Auf einem Hang bzw. Hügel, da für den Weinbau günstig und in sonnigen Gebieten
  • Bei mehrstöckigen Häusern separate Zugänge zu jedem Geschoss
  • Starkes Mauerwerk gegen die Hitze
  • Vor allem in der Provence: Dachstühle mediterraner Art mit Hohlziegeleindeckung zur besseren Belüftung
  • Kleine Öffnung im Bereich des Dachstuhles
  • Fenster unter Dachvorsprung zum Schutz vor übermäßigem Lichteinfall
  • Fenstergiebel

Material

  • Vorwiegend Steine für das Mauerwerk
  • Erden und diverse Sandarten zur Herstellung von Mörtel unter Beigabe von Stroh und Tierhaar
  • Hölzer vor allem für den Dachbau

Features

  • Ausgeklügeltes Belüftungssystem durch (je nach Hauptwindrichtung ausgerichtete) kleine Öffnungen im Mauerwerk

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