Friesenhaus- uthlandfriesisches Haus

Quedens, Georg: Was man über Friesenhäuser wissen sollte, Hamburg 2011.

Ursprung

Sonderform des Geesthardenhauses, gebaut durch an der Nordsee ansässige frühgermanische Völkerschaften vor und nach unserer Zeitrechnung, die sich dann noch vor der ersten Jahrtausendwende hinauf bis nach Dänemark entlang der Küste ausbreiteten.

Konstruktion

  • Langhaus mit der Längsseite zur Straße hin ausgerichtet
  • Ständerbauweise der Dachkonstruktion
  • Unterbringung von Wohn- und Wirtschaftsbereich unter einem Dach (jedoch räumlich voneinander getrennt)
  • Dach aus Schilf gefertigt (reichte früher ganz bis zum Boden und wurde vermutlich erst später „angehoben“, sodass Seitenwände entstanden)
  • Seitenwände teilweise aus Schilf und Holz, Klei- und Lehmbewurf sorgte für Dichte und Festigkeit

Material

  • Eichen und Birken, die in den Marschen und Mooren der Nordseeküste wuchsen
  • Schilf, das auf riesigen Feldern wuchs
  • Klei und Lehm
  • Später auch Feldsteine, Ziegelsteine

Features

  • Niedriges Dach schützt vor Wind
  • Langgestreckter Bau wird nach der Hauptwindrichtung von Westen nach Osten angelegt
  • Dachkonstruktion unabhängig von Wandkonstruktion, sodass bei Sturmfluten, die die Hausmauern beschädigten, der Dachteil auf seinen Ständern stehen blieb und Zuflucht bot

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Foto: © Frank Deppe / PIXELIO